Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Wetter: Keine guten Aussichten für Fasnachtsumzüge

Das momentane Hoch wird nicht lange anhalten.
Das momentane Hoch wird nicht lange anhalten.

Der Januar war mit einer Durchschnittstemperatur von 5,3 Grad in der Vorderpfalz und 2,5 Grad in der Nordpfalz zu mild. Während der Februar derzeit noch Frühlingsgefühle weckt, sieht Christian Müller vom Wetterbüro „Klima-Palatina“ in Maikammer für die Fasnachtsumzüge eher schwarz, es könnte nass und windig werden.

Der Südpfälzer erinnert an den wärmsten Jahreswechsel seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in der Region im Jahre 1781: „Am Neujahrstag wurden in Bad Bergzabern 17,4 Grad gemessen, und selbst an der Wetterstation auf dem Kalmit-Gipfel in 673 Metern Höhe wurden 13,0 Grad registriert. Vom 17. bis 30. Januar herrschte dann aber auf der Kalmit Dauerfrost.“

Die Niederschlagbilanz fiel unterschiedlich aus. Am wenigsten Niederschlag fiel laut Müller in Römerberg mit nur 30 Litern, gegenüber rund 71 Litern Niederschlag im langjährigen Durchschnitt. Mit 115 Litern war es in Schönenberg-Kübelberg in der Westpfalz weit überdurchschnittlich nass.

Mit lediglich 26 Sonnenscheinstunden, gemessen auf der Kalmit, war der Januar wegen der häufig durch Tiefdruckeinfluss geprägten Wetterlage grau und trist. Selbst in der Vorderpfalz entlang des Rheins gab es nur 35 Sonnenscheinstunden, in der Südpfalz immerhin 43.

Nach Schneefall wurde es stürmisch

Müller verweist im Rückblick auf ein stark ausgeprägtes Schneefallgebiet, das die Pfalz am 20. Januar von Nordwesten her erreichte. Dank kräftiger Schneefälle wurde am Folgetag auf der Kalmit eine geschlossene Schneedecke von 22 Zentimetern gemessen, welche viele Ausflügler mit Schlitten in den Pfälzerwald lockte. Auch in den Niederungen entlang des Rheins war es winterlich. „In Speyer fielen 14 Zentimeter Neuschnee“, so der Südpfälzer Wetterexperte, der am 29. Januar auf der Kalmit mit Tiefstwerten von bis zu minus 6,5 Grad mäßigen Frost registrierte.

Kurz vor der Monatsmitte wurde es dann stürmisch in der Pfalz. Auf der Kalmit wurden dabei am 14. Januar orkanartige Böen der Windstärke 11 mit bis zu 109 Stundenkilometern registriert. Selbst in niedrigeren Lagen, wie in Dörrmoschel-Felsberghof (Nordwest-Pfalz) wurden Müllers Auskunft nach 87 Kilometer pro Stunde erreicht, was umgerechnet Sturmböen der Windstärke 9 entspricht. Selbst am Rhein entlang bei Wörth wurde Windstärke 8 bis 9 gemessen.

Viel Sonnenschein in der Pfalz

Wie die Grafik zeigt, erwarten die Wetterfrösche von „Klima-Palatina“ für den heutigen Mittwoch und den morgigen Donnerstag bedingt durch stabilen Hochdruckeinfluss herrlichen Sonnenschein: „In der Summe dürften an beiden Tagen jeweils etwa neun Sonnenscheinstunden zusammen kommen“, so Müller. Dank Hoch „Elisabeth“ rechnet er am Rhein entlang mit 5 bis 6 Grad, in der Westpfalz mit 3 Grad. In den Gipfellagen des Pfälzerwaldes werden tagsüber Höchstwerte um die 0 Grad erwartet. Hinzu kommt in den Höhenlagen ein unangenehm lebhafter und teils böiger Nordost-Wind. Für den Freitag prognostizieren die Pfälzer Meteorologen den Durchzug von Wolkenfeldern, doch dürfte es weitgehend trocken bleiben.

Am Wochenende wird wolkiges Wetter mit Aufheiterungen erwartet, bei milderen 8 bis 10 Grad am Rhein entlang. Müller geht davon aus, dass dies bis zum Valentinstag so bleibt. „Danach dürfte stärkere Bewölkung für unbeständigere Witterung sorgen, in der Pfalz aber zumeist frostfrei.“ Zu Fasching hin deuten einige Wettermodelle das Vordringen spürbar feuchterer Luftmassen an, so dass sich alle Fasnachter und Narren wohl auf eher feuchte und windige Faschingstage einstellen sollten.

Nach Einschätzung von Wetterexperte Christian Müller ist es eher unwahrscheinlich, dass sich in der Pfalz der Winter Ende Februar nochmals richtig mit Schnee oder Dauerfrost zurückmelden wird. Ganz ausschließen will er einen kurzfristigen Wintereinbruch wie jenen Ende Januar jedoch nicht: „Dann können sich auch die Computer-Wettermodelle irren, denn es ist noch lange kein Frühling bei uns. Darüber sollte uns auch die derzeit sonnige Witterung mit ihren relativ milden Temperaturen nicht hinweg täuschen.“

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