Wirtschaft
Die Landesbausparkassen Südwest und Bayern planen Fusion
Auch die Standorte in Karlsruhe und Mainz sollen der Mitteilung zufolge erhalten bleiben. „Kündigungen aufgrund einer möglichen Fusion sind ausgeschlossen“, erklärten die Verbände. Ob es einen einzigen Vorstandsvorsitzenden oder eine Doppelspitze geben wird, ist nach Angaben von Insidern noch Gegenstand der nun offiziell eröffneten Verhandlungen. Mit dem geplanten Zusammenschluss entstünde die bundesweit zweitgrößte Bausparkasse nach Schwäbisch Hall, der Bausparkasse der Volks- und Raiffeisenbanken.
Für Zusammenschluss bedarf es Staatsvertrags
Wirtschaftlich betrachtet ergebe ein Zusammenschluss Sinn, sagt Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim: „Bausparen ist ein Massengeschäft, räumliche Nähe spielt dafür in Zeiten der Digitalisierung keine so große Rolle mehr wie beispielsweise im Firmenkundengeschäft.“ Skeptisch äußerte er sich allerdings dazu, ob eine Lösung mit zwei Sitzen Bestand haben werde: „Auf Dauer könnte es schwierig werden, der Schwerkraft Münchens zu widerstehen.“ Für den Zusammenschluss bedarf es eines Staatsvertrags, dem die Parlamente aller drei betroffenen Bundesländer zustimmen müssten. Mit einer kombinierten Bilanzsumme von 37 Milliarden Euro würde das fusionierte Institut der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstellt. Die LBS Südwest ist bereits das Ergebnis einer Fusion der Landesbausparkassen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Jahr 2016.