1. FC Kaiserslautern
Warum die Reservisten beim FCK schwere Zeiten erleben
Von Daniel Hanslik für eine Berichterstattung frische Aktionsbilder zu finden, ist gar nicht so einfach. Der Grund liegt auf der Hand: Hanslik spielt in den Überlegungen des Kaiserslauterer Cheftrainers Dirk Schuster nur eine sehr untergeordnete Rolle.
In dieser Saison stand er für ganze 310 Zweitliga-Minuten auf dem Rasen, bei fünf der letzten sechs Spiele war er zwar im Kader, blieb aber ohne Einsatz. In Rostock durfte er für sieben Minuten mitwirken. Viermal gehörte er der Startelf an. Einmal spielte er durch. Zweimal wurde er in der Halbzeit ausgetauscht, einmal nach 89 Minuten. Ein Treffer ist in der Bilanz verbucht, das Führungstor bei seinem Ex-Klub Holstein Kiel, Endstand 2:2. Jener Mann, der dem FCK im Relegationsrückspiel bei Dynamo Dresden mit seinem Tor zum 1:0 das Tor zur Zweiten Liga öffnete, der stets für seine Laufleistung und das Engagement für die Mannschaft gelobt wurde, scheint auf dem Abstellgleis zu stehen. Doch warum?
Flexibilität als Nachteil
„Er hat sich im Training auch angeboten, aber wir haben auf den Außenbahnen natürlich absolute Spezialisten“, sagt Dirk Schuster. Will meinen: Seine Flexibilität könne Hanslik auch zum Nachteil gereichen. Links scheint Kenny Prince Redondo gesetzt, die Alternativen für die rechte Flanke heißen Philipp Hercher und Aaron Opoku, nun, da Jean Zimmer aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrt zusehen muss. Hanslik könnte auch im Offensivzentrum agieren – dort allerdings ist nun mal Terrence Boyd der Platzhirsch.
Den Part als hängende Spitze übernehmen mit Philipp Klement und Mike Wunderlich „zwei Qualitätsspieler“, wie Schuster betont. „Es ist schwierig, daran vorbeizukommen.“ Aber: „Daniel ist nicht außen vor. Er ist einer von denen, die auf ihren Einsatz brennen und ein bisschen ein Härtefall. Er verhält sich in dieser Rolle ausgezeichnet, man kann nur den Hut davor ziehen, wie er Woche für Woche auf dem Trainingsplatz Leistung bringt.“ Heißt? „Seine Chance wird kommen, da bin ich mir sicher.“
Eine Minute für Klingenburg
Neben Daniel Hanslik gibt es im Kader weitere Spieler, die bestenfalls ein Reservistendasein fristen. René Klingenburg wirkte in dieser Runde für eine ganze Minute mit, ebenso Lars Bünning; Dominik Schad für 38. Bei Muhammed Kiprit, Max Hippe und Julian Krahl steht die Null. Krahl, bei seiner Verpflichtung als kommende Nummer zwei hinter Routinier Andreas Luthe wahrgenommen, gehörte bis auf zwei Ausnahmen nicht dem Kader an. Die Winterpause steht vor der Tür, das Transferfenster öffnet sich jedoch erst am 1. Januar 2023. Für manch einen Spieler wäre eine Veränderung vermutlich angezeigt – sofern überhaupt akzeptable Offerten vorliegen.
Arminia Bielefeld hat für die Partie am Samstagabend (20.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de, Sky, Sport1) mehr als 21.500 Karten verkauft. Mindestens 3000 Fans werden den FCK in Ostwestfalen unterstützen. Die Arminia und auch ihr Trainer Daniel Scherning stehen erheblich unter Druck. Mit nur drei Siegen, allesamt daheim, „schmückt“ der Bundesliga-Absteiger den letzten Platz des Tableaus.
Schernings Trainerstuhl wackelt
Im Falle einer weiteren Niederlage dürfte Schernings Stuhl noch mehr wackeln, als er dies eh schon tut. „Wir haben intern eine offene und ehrliche Kommunikation. Ich spüre Rückendeckung, das muss nicht öffentlich passieren“, sagte Scherning in der Spieltagspressekonferenz am Donnerstag: „Ich konzentriere mich auf das, was meine Aufgabe ist. Alles andere wird von außen an uns herangetragen, spielt intern aber nicht die allergrößte Rolle. Ich arbeite jeden Tag mit maximaler Power daran, dass wir wieder bessere Zeiten erleben.“ Auf alles andere, etwa die Bewertung seines Wirkens, habe er eh keinen Einfluss.
Den 1. FC Kaiserslautern schätzt Scherning hoch ein: „Das ist eine Mannschaft mit klaren, einfachen Mustern und einem sehr präsenten Zielspieler Terrence Boyd, mit viel Tiefgang dahinter und einem guten Spiel auf den zweiten Ball. Siebter Platz, erst zweimal verloren – das sind Zahlen, die für ihre Qualität und ihr Auftreten sprechen.“
