Handball
Kurzer Arbeitstag für Stefan Salger in Großwallstadt
Im Nachhinein musste Stefan Salger schmunzeln, als er an das Schild „Freistaat Bayern“ dachte, dass der Bus der Eulen Ludwigshafen auf der Fahrt nach Aschaffenburg zum TV Großwallstadt passiert hatte: „Ja, zurück in Bayern“, sagte der aus Oberstaufen im Allgäu stammende Halbrechte der Ludwigshafener nach dem 29:28-Sieg seiner Mannschaft bei seinem künftigen Klub. Künftig müsse er also wieder bis 20 Uhr mit dem Einkaufen fertig sein. Ab der kommenden Spielzeit schlägt der 26-Jährige seine Zelte bis 2025 beim TV Großwallstadt auf. „Ich freue mich sehr darauf, den neuen Abschnitt meiner Karriere in einem so traditionsreichen Verein wie dem TVG starten zu dürfen“, hatte Salger bei der Vorstellung bei den Unterfranken Ende Februar gesagt.
Der 2,07 Meter große Linkshänder stand am Ostersamstag an seiner künftigen Wirkungsstätte gegen den Tabellenelften Großwallstadt in der Start-Sieben von Eulen-Trainer Michel Abt. Zum 4:3 (10.) traf er aus dem Rückraum. Wie alle Eulen tat er sich aber in der Folge schwer, sie scheiterten vor allem vor der Pause reihenweise am starken TVG-Torwart Petros Boukovinas, der beim Kabinengang schon zwölf Paraden verbucht hatte.
Letztlich erfolgreich mit Sieben gegen Sechs
Nach 15 Minuten beorderte Eulen-Coach Abt Jannek Klein auf die rechte Rückraumseite, der am Ende sieben Tore auf dem Konto hatte. Salgers Arbeitstag auf dem Feld war damit schon früh beendet. „Natürlich hätte ich gerne mehr gespielt, wie in jedem Spiel“, sagte Salger nach der Partie, freute sich aber riesig darüber, dass sein Pendant Klein vier Sekunden vor dem Ende noch der Siegtreffer für die Eulen gelungen war. Eine Situation, die Salger gut kennt, und die er auch schon einige Male erfolgreich gemeistert hat.
„Michel Abt hat in der Pause gesagt, wir sollen in der Abwehr einfach weiter gut stehen und vorne unsere freien Chancen auch nutzen“, gab Salger einen Einblick in die Halbzeitansprache des Eulen-Trainers. Laut Spielmacher Pascal Bührer habe die Mannschaft das Spiel durch die vielen vergebenen Chancen selbst zum Drama gemacht. Das Sieben gegen Sechs der Eulen in der Schlussphase hielt Bührer dennoch für einen guten Plan. Auch wenn sein Team da mehrere gute Einwurfchancen liegen ließ, und die Großwallstadter noch mal den 28:28-Ausgleich (60.) schafften.
Bald auf Wohnungssuche am Untermain
Mannschaftskollege Stefan Salger geht demnächst am Untermain auf Wohnungssuche. Das eile aber noch nicht, so früh brauche er ja nicht da zu sein, stellt er mit Blick auf die neue Vorbereitungszeit ab Sommer fest. Ob er künftig dann wieder öfter zu Hause in Oberstaufen ist, wie unlängst bei der Taufe des Nachwuchses seiner Schwester? „Ich weiß nicht. Ich glaube, von Mannheim oder Aschaffenburg ist es gleich weit.“ Google Maps gibt ihm Recht: Der Routenplaner wirft 387 Kilometer von der Pfalz aus, 386 Kilometer aus Aschaffenburg.