Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen schlagen Nettelstedt – nichts für schwache Nerven

Hielt den Eulen-Sieg fest: Torhüter Mats Grupe, hier im Duell mit Tim Roman Wieling.
Hielt den Eulen-Sieg fest: Torhüter Mats Grupe, hier im Duell mit Tim Roman Wieling.

Die Eulen Ludwigshafen zeigen zeitweise ein begeisterndes Spiel, müssen aber zittern, bis der 34:32-Sieg gegen TuS N-Lübbecke feststeht. Ein Akteur, der beinahe gar nicht gespielt hätte, ist nicht zu stoppen.

Was für eine aufregende Zweitliga-Partie vor 1693 Zuschauern. Die Friedrich-Ebert-Halle bebte in der Schlussphase, als die Eulen alles in die Waagschale warfen, um als Sieger vom Feld zu gehen. Und es war spannend: Der starke Alexander Falk und der starke Kian Schwarzer scheiterten bei offener Manndeckung, TuS N-Lübbecke blieb so im Rennen.

Grupe war da

Aber Torhüter Mats Grupe war am Sonntag da, wenn es darauf ankam. Er verbuchte 16 Paraden. Beim Stand von 31:29, in der 57. Minute, hielt er einen Siebenmeter von Fynn Hangstein. „Ich bin glücklich, es fühlt sich gut an“, sagte der Torhüter.

Tom Bergners Tor zum 34:31 26 Sekunden vor dem Abpfiff beendete den Spuk. Die Zuschauer waren aus dem Häuschen. Da war sie, die Reaktion, die Trainer Johannes Wohlrab nach der ernüchternden Niederlage beim EHV Aue gefordert hatte. „Ich bin mega-erleichtert. Wir haben uns selbst in die Verantwortung genommen“, sagte Johannes Wohlrab.

Raguse: Enorm wichtig

Der Gegner liegt den Eulen offensichtlich, in der Hinserie gab es das sagenhafte 41:31. „Der Sieg war enorm wichtig. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht“, betonte Mex Raguse, wieder einmal der auffälligste Feldspieler der Eulen. Der Halblinke erzielte zehn Tore, hatte in der 28. Minute seinen ersten Fehlwurf. Auch Jannek Klein lief am Ende zu großer Form auf, war ein Faktor. Nun kam er zu seinen Durchbrüchen.

Die Eulen gingen mit einer 18:14-Führung in die Pause. Der Spielstand hätte deutlicher sein können. So vergaben die Gastgeber in den ersten 30 Minuten zwei Siebenmeter durch Kian Schwarzer und Tim Schaller. Gleichwohl zeigten die Eulen eine klasse Leistung, was vor allem an Mex Raguse lag, der traf, wie er wollte. Dabei war unklar, ob er überhaupt würde mitwirken können. Denn kurz vor dem Spiel war er noch in der Notaufnahme, ließ sich wegen Ohrenschmerzen behandeln. „Die Jungs gehen für einander durchs Feuer“, sagte Coach Wohlrab.

Tolles Tempospiel

Von den Schmerzen war auf dem Feld nichts zu sehen. Raguse trumpfte auf, das Tempospiel florierte, es sah alles nach einem klaren Heimsieg aus. Aber die Gastgeber kam wie verwandelt aus der Kabine. Plötzlich verloren sie den Faden, plötzlich verfielen sie in alte Muster. Konzentrationsschwächen prägten nun das Bild, ruckzuck gab es drei Fehler. Fehler, die die Gäste schließlich aufbaute.

TuS N-Lübbecke war wieder im Spiel, witterte Morgenluft. Die Mannschaft hatte einen 4:0-Lauf, sie kam bis zur 38. Minute zum 18:18-Ausgleich. „Das darf uns natürlich nicht passieren“, meinte Raguse. Die Partie schien zu kippen. Würden die Eulen einknicken, wie schon so oft in dieser Saison?

Nein, diesmal biss sich die Mannschaft durch, sie fightete, fand ins Spiel zurück. Mex Raguses Tor zum 19:18 unterbrach den Negativlauf. Ab dem 20:20 waren die Eulen wieder am Drücker, bauten die Führung auf drei Tore aus. „Wir haben es nicht geschafft, in Führung zu gehen. Wer weiß, was dann passiert wäre. 34 Gegentore sind zu viel für uns. Mir hat in der ersten Halbzeit die Aggressivität gefehlt“, erläuterte Nettelstedts Trainer Michael Haaß. An den Aufstieg des Mitfavoriten glaubt er nach der Niederlage von Sonntag nicht mehr.

War das der Startschuss für eine gute zweite Serie? „Leichter gesagt als getan. Die Liga ist sehr ausgeglichen“, sagte Mex Raguse. Am Freitag spielen die Eulen beim TSV Eintracht Hagen. Im Pokal und in der Liga gab es schon Niederlagen gegen dieses Team. „Ich will nicht dreimal in einer Saison gegen die gleiche Mannschaft verlieren“, unterstrich Trainer Johannes Wohlrab.

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