1. FC Kaiserslautern
Ehemaligen FCK-Spieler auf Banner in der Westkurve beleidigt: So reagiert der Verein
„M.K. Wie kann es sein, früher Teufel, heute Bullenschwein! ACAB“ (Abkürzung für All cops are bastards – alle Polizisten sind Bastarde) war auf einem Banner zu lesen, das am Sonntag beim 0:3 gegen Holstein Kiel in der Westkurve des Fritz-Walter-Stadions hing. Es richtete sich gegen Markus Karl, den einstigen FCK-Spieler, der inzwischen eine Ausbildung bei der Polizei absolviert und nach RHEINPFALZ-Informationen auch schon bei Heimspielen im Einsatz war.
Der FCK habe von diesem Banner vorab keine Information gehabt, sagen unisono der Vorstandsvorsitzende des FCK e.V., Wolfgang Erfurt, und Geschäftsführer Thomas Hengen auf Anfrage der RHEINPFALZ. Das Banner habe am Spieltag keine große Resonanz gehabt, zumal es zunächst nicht klar einzuordnen gewesen sei. In der Westkurve seien ja immer mal wieder Schriftzüge zu lesen, ergänzt Stefan Roßkopf, der Leiter der Kommunikationsabteilung. Das sei erst im Nachhinein zum Thema geworden.
Am Dienstag hatten sich frühere Spieler wie Thomas Riedl in den sozialen Netzwerken sehr kritisch dazu geäußert und eine breite Diskussion im Netz entfacht. Seither wird das Thema heftig diskutiert. Eine große Mehrheit der Diskutanten verurteilt das Banner.
Vorstandschef nimmt Vorfall persönlich
Erfurt, früher Präsident des Polizeipräsidiums Westpfalz und auch lange Einsatzleiter bei FCK-Heimspielen, nennt die Aktion „nicht akzeptabel“. Das Plakat mit seinem beleidigenden Inhalt gehe unter die Gürtellinie, hier seien Grenzen überschritten worden. Das sei nicht hinnehmbar – sowohl in Richtung Markus Karl als auch gegen die Polizei. Als ehemaliger Polizist nimmt er dieses Banner zudem durchaus persönlich: Bei Beleidigungen der Polizei greife auch sein Berufsethos, so etwas lasse ihn nicht kalt, sagt er.
Bei der Frage, ob Ordner dieses Banner hätten entfernen sollen, verweist Erfurt auf die Verantwortlichen für Sicherheit und Spielbetrieb. Roßkopf sagt, es sei natürlich problematisch, am Spieltag in einen Fanblock mit Sicherheitskräften hineinzugehen. Es sei dem FCK um Deeskalation gegangen. Man habe ja bei einigen Beispielen anderenorts zuletzt gesehen, was passieren könne, wenn Ordner und Polizei in Fanblöcke gehen, zu welchen Ausschreitungen es kommen könne.
Ob es Konsequenzen für die Initiatoren des Banners geben wird, so sie festzustellen sind, vermochten weder Erfurt noch Roßkopf am Mittwoch zu beantworten. Der FCK e.V. könne ohnedies nur dann reagieren, wenn es sich um eingetragene Mitglieder handele. Andere Konsequenzen obliegen der für den Spielbetrieb und die Sicherheit zuständigen Tochter des Muttervereins. Die will den Vorfall nun intern aufarbeiten, steht laut Roßkopf auch im Austausch mit Karl. Roßkopf: „Grundsätzlich sollte auf dem Betzenberg niemand beleidigt werden.“
