1. FC Kaiserslautern
Boyd und Wunderlich eiskalt: FCK trotzt dem Würzburger Schmuddelwetter
Sie mussten warten, Regen und Schnee sorgten für Chaos. Dann aber durften die Fans und die Spieler des 1. FC Kaiserslautern doch noch jubeln an diesem kuriosen Freitagabend in Würzburg. Die in puncto Abschlussqualität klar besseren Roten Teufel gewannen das unterhaltsame Fußball-Drittliga-Duell bei den Kickers mit 2:1 (1:0). Der offensive Mittelfeldspieler Mike Wunderlich erzielte mit einem sehenswerten Fernschuss das 1:0 (34.). Nach Wunderlichs Freistoßflanke traf nach der Pause Terrence Boyd zum 2:0 (58.). Würzburg verkürzte spät.
Mit dem aufgrund der entschlosseneren Offensive verdienten Sieg festigte der FCK seinen zweiten Tabellenplatz, hat im Aufstiegsrennen nun noch vier Punktspiel-Etappen vor sich. „Es war schon ein bisschen zäh heute“, resümierte Terrence Boyd nach dem Abpfiff bei Magentasport, „wir sind sehr, sehr erleichtert.“
Glück für die Roten Teufel
Zunächst aber tat sich der Favorit beim Zweitliga-Absteiger, der nun in die Regionalliga Bayern durchzurutschen droht, schwer. Die Würzburger Kickers, Ex-Klub von FCK-Trainer Marco Antwerpen, suchten ihr Heil in der Offensive, sie müssen einiges tun, um aus dem Tabellenkeller zu klettern. So sendeten sie anfangs einige deutliche Signale gen FCK-Tor. Doch Schlussmann Matheo Raab war gegen den Versuch Dennis Waidners auf dem Posten (12.). Den ersten scharfen Warnschuss auf der Gegenseite gab Kapitän Hendrick Zuck ab, der Ball zischte aber am Kasten vorbei (19.).
Dann hatte der FCK Glück: Nach einem Würzburger Konter erlief der Ex-Lauterer und jetzige Kickers-Stürmer Marvin Pourié den Ball noch. Seine Flanke fand Robert Herrmann. Der nahm den Ball sehenswert und mit großer Wucht volley, verfehlte aber Raabs Kasten (27.).
Tor, Pfosten, Geduldsproben
Wunderlich traf den Ball nach Vorarbeit von Terrence Boyd dann besser, er traf ihn perfekt und markierte das 1:0 (34.). Kurz darauf hätte es schon 2:0 stehen können, doch der aufgerückte Innenverteidiger Kevin Kraus traf per Kopf nur den Pfosten (41.). Viele der rund 4000 FCK-Fans unter den 6471 Zuschauern quittierten das mit einem Raunen.
Die mitgereisten Anhänger der Roten Teufel hatten an diesem zunächst verregneten und dann in Unterfranken auch noch von Schneeschauern geprägten Freitag gleich mehrere Geduldsproben zu bestehen. Erst jede Menge Staus bei der Anreise in Bussen und Autos – und dann rund eine halbe Stunde der Ungewissheit. Der Regen und die Schneeschauer hatten den Rasen am „Dalle“ ordentlich unter Wasser gesetzt. Das Spiel stand auf der Kippe, weil der Ball kaum aufsprang und kaum rollte.
Der für 19 Uhr geplante Anstoß wurde eine halbe Stunde nach hinten verlegt. Bis dahin waren fleißige Helfer bemüht, mit zehn Schneeschiebern und einer entsprechenden, allerdings etwas in die Jahre gekommenen Maschine möglichst viel Wasser vom Platz zu befördern.
Aufstiegsanwärter mit Abschlussqualität
Nach der Pause schloss der Himmel zunächst seine Schleusen immer mehr. Auf dem Rasen zeigte der Aufstiegsanwärter weiter deutlich mehr Abschlussqualität. Spieler wie die erneut ganz starken Boyd und Wunderlich, die in Koproduktion auch das 2:0 (58.) erzielten, machten einmal mehr in den entscheidenden Szenen den Unterschied. Auch wenn Wunderlich vor Würzburgs Anschlusstreffer ein Luftloch trat.
Chancen gab es weiter auf beiden Seiten, Würzburg aber mangelte es an Effizienz. So reichte es nur noch zum allerdings schön herausgespielten 2:1 durch Joker Saliou Sané (85.).
Gedenken an den Vorsänger
Vor dem dann um 19.30 Uhr angepfiffenen Spiel inszenierten die FCK-Fans gemeinsam mit der Mannschaft der Lauterer vor der Gästekurve eine Gedenkminute für den verstorbenen einstigen Westkurven-Vorsänger Daniel Hasemann. Die FCK-Anhänger forderten lautstark „Auswärtssieg“ – und sie bekamen ihn von ihren eiskalten Teufeln. Den Würzburgern hingegen stehen weitere schwere Wochen bevor.
Würzburger Kickers: Bonmann - Perdedaj (65. Sané), Dietz, Strohdiek, Kurzweg (65. Breunig) - Waidner (89. Hoffmann), Stefaniak, Hägele - Kopacz, Herrmann (79. Atmaca) - Pourié
1. FC Kaiserslautern: Raab (Note 3,5) - Tomiak (3; 46. Niehues/3), Kraus (3), Winkler (3,5) - Hercher (2,5; 79. Schad/-), Zuck (3) - Ciftci (3,5; 79. Götze/-), Ritter (3,5) - Wunderlich (2; 85. Kiprit/-) - Hanslik (3,5; 79. Redondo/-), Boyd (2)
Tore: 0:1 Wunderlich (34.), 0:2 Boyd (58.), 1:2 Sané (85.) - Gelbe Karte: Kopacz (5) - Winkler (4), Zuck (6) - Rote Karte: Santelli (Trainer Würzburg) - Beste Spieler: Herrmann, Kopacz - Wunderlich, Boyd, Hercher - Zuschauer: 6471 - Schiedsrichter: Mitja Stegemann (Bonn).
