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Sonntag, 05. Mai 2019 Drucken

FCK

Möglicher Becca-Einstieg beim FCK: Littig will Gremien entscheiden lassen

Von Hans-Joachim Redzimski

Hat eine Kanzlei eingeschaltet: Michael Littig. (Foto: View)

Ehrenrat, Vereinsrat, Vorstand und Rechnungsprüfer kommen am Montag zusammen

Die Diskussion über den Einstieg des Luxemburger Bauunternehmers Flavio Becca beim 1. FC Kaiserslautern konzentriert sich immer mehr auf die Frage, ob sich ein Verein von einem möglichen Investor so unter Druck setzen lassen kann, dass dieser sogar personelle Forderungen gegenüber dem Klub diktieren kann.

Im Raum steht die Bedingung des Sportmäzens, sich beim wirtschaftlich kriselnden Fußball-Drittligisten nur dann finanziell zu engagieren, sollte bis Montag, 6. Mai, der Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FCK e.V. und Beiratsmitglied in der für den Profifußball zuständigen Kapitalgesellschaft, Michael Littig, von sämtlichen Ämtern im Verein zurückgetreten sein.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Am Montagnachmittag kommen der Ehrenrat, der Vereinsrat, der Vorstand und die Rechnungsprüfer des Vereins zusammen, um die Situation zu erörtern und zu der Forderung des potenziellen Investors einen Standpunkt zu finden. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind dazu nicht eingeladen.

Fans missbilligen Vorgehen Beccas

Der Ehrenratsvorsitzende Michael Koll kündigte diese Sitzung am Sonntag gegenüber der RHEINPFALZ an. „Wir wollen die Situation besprechen und eine Stellungnahme dazu am Abend abgeben“, sagte Koll. Persönlich wollte er sich noch nicht zu dem Fall äußern. Er wolle die Gremien damit nicht im Vorhinein beeinflussen. Er habe aber eine Meinung, rechtlich und moralisch, erklärte er. Intern hat der Jurist dem Vernehmen nach kein Blatt vor den Mund genommen, was er von der Bedingung des möglichen Investors hält.

Die Fans hatten am Samstag beim Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen die SpVgg Unterhaching das Vorgehen des Unternehmers mit einem Transparent auf der Westtribüne missbilligt und auf die Vereinssatzung verwiesen. Auf dem entrollten Transparent stand zu lesen: „FCK-Satzung Artikel 9 (2): Der Mitgliederversammlung obliegt (…) insbesondere die Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrates.“

Am Samstag ging damit der Punkt der Fans an Littig. Noch vor Wochen hatten die Ultras auf der Westtribüne ihn mit einem Transparent zum Buhmann gestempelt. Sie forderten in der Diskussion um den russischen Mäzen Mikhail Ponomarev den 54-jährigen Kaiserslauterer Unternehmer auf, sich um seinen „eigenen Scheiß“ zu kümmern. Littig hatte Kontakte zu dem Mäzen hergestellt, der KFC Uerdingen unterstützt. Er tat dies mit Wissen der FCK-Führung.

Notfalls Entscheidung am Montag um 23.59 Uhr verkünden

Am Samstag nach dem Spiel hatte Littig den Aufsichtsrat des Vereins versammelt. An der Sitzung nahmen die Aufsichtsratsmitglieder/Beiratsmitglieder, die Vorstände und der Vorsitzende des Ehrenrats teil. Ein Ergebnis gab es nicht. Es wurde hin und her diskutiert. Littig soll darin seine Gemütslage dargestellt haben. Er soll darin auch bekannt haben, die Entscheidung allein nicht treffen zu können.

Littig will, so sieht es derzeit aus, die Entscheidung über sein Schicksal in die Hände der Vereinsgremien legen. Er wird somit abwarten, zu welcher Empfehlung Ehrenrat, Vereinsrat und Vorstand an den Aufsichtsrat kommen. Notfalls will er seine Entscheidung über die Rücktrittsforderung, so heißt es, erst am Montag um 23.59 Uhr verkünden.

Er selbst sieht sich in einer tragischen Rolle. Tritt er von allen seinen Ämtern zurück, erfüllt er zwar die Bedingung des Luxemburger Unternehmers und sichert damit den finanziellen Einstieg Beccas in den Verein und damit wohl die Lizenz, lässt gleichzeitig aber zu, dass ein Investor einen Verein nötigen kann.

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