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Montag, 18. Februar 2019 Drucken

FCK

FCK-Legende Gerry Ehrmann wird 60: „Ich liebe diesen Verein“ [mit Videos]

Von Horst Konzok

Legendär – Gerry Ehrmann mit der Meisterschale 1991. Links Willi Hölz, der 2010 gestorbene Torhüter der FCK-Meistermannschaft von 1953, rechts Marek Nepomucký, heute Lokalsportredakteur in Ludwigshafen, und sein Vater Karel, der frühere Nationalspieler der Tschechoslowakei .

Legendär – Gerry Ehrmann mit der Meisterschale 1991. Links Willi Hölz, der 2010 gestorbene Torhüter der FCK-Meistermannschaft von 1953, rechts Marek Nepomucký, heute Lokalsportredakteur in Ludwigshafen, und sein Vater Karel, der frühere Nationalspieler der Tschechoslowakei . ( Foto: KUNZ)

Er war ein Top-Torhüter: Gerry Ehrmann.

Er war ein Top-Torhüter: Gerry Ehrmann. ( Foto: KUNZ)

Gerry Ehrmann und sein neuer Musterschüler Lennart Grill.

Gerry Ehrmann und sein neuer Musterschüler Lennart Grill. ( Foto: KUNZ)

Gerald Ehrmann wurde als Torwart mit dem FCK 1991 deutscher Meister und im Jahr zuvor DFB-Pokalsieger. Als Torwarttrainer ist Gerry Ehrmann legendär. Am Montag wird der Liebling der Fans 60. Seine Mission ist noch nicht beendet.

Gerry Ehrmann kam 1984 von der Kölner Ersatzbank und wurde beim 1. FC Kaiserslautern zur Nummer 1. 35 Jahre später ist er immer noch da. „Ich habe es nie bereut“, sagt Ehrmann. Am Montag wird er 60. Rentnerbank statt Trainerbank – das ist noch undenkbar für das Idol der Westkurve.

In Tauberbischofsheim ist Ehrmann geboren. Dort wird man eher Fechter als Fußballer. „Bei meinem Naturell war es besser, dass ich einen Sport ohne Waffe gemacht habe“, sagt der Jubilar lachend. Beim 1. FC Köln wurde er Profi – aber an Nationaltorhüter Toni Schumacher gab es für den ehrgeizigen Ehrmann kein Vorbeikommen. In sieben Jahren kam Ehrmann nur zu zwei (starken) Bundesligaspielen, bei der Meisterschaft 1978 und den Pokalsiegen des FC 1978 und 1983 war er nur als geschätzter Reservist dabei.

So folgte Ehrmann dem Ruf des FCK – den Porsche 911 Targa, Baujahr 1976, mit dem er damals vorfuhr, besitzt die Torhüter-Ikone noch immer.

Macho mit Herz

Ein zweiter Porsche, Baujahr 1994, kam hinzu. „Die Autos hab’ ich behalten, gewechselt hab’ ich nur die Frauen“, sagt Ehrmann, der gerne den Macho herauskehrt, aber sehr viel Herz besitzt. Ehrmann, bis heute Stammgast im Kraftraum, ein Kraftpaket, hatte sich in seiner Spielweise stark an Schumacher orientiert. „Du darfst Fehler machen – aber du darfst keine Angst haben.“ Dem Leitsatz folgte Ehrmann, den Satz schrieb er seinen Schützlingen ins Stammbuch. Roman Weidenfeller, Tim Wiese, Florian Fromlowitz, Tobias Sippel, Kevin Trapp, Julian Pollersbeck und Marius Müller durchliefen die legendäre Torwartschule Ehrmanns. Er verlangt viel, aber nichts, was er nicht selbst geleistet hätte. Er drillt die Sprungkraft, schärft den Mut zum Herauslaufen. „Aus einem Dackel kann ich keinen Kampfhund machen“, sagt Ehrmann. Angst – ein Fremdwort.

"Mir ging es hier immer gut"

Mit Lennart Grill hat Ehrmann gerade den nächsten Rohdiamanten in Arbeit. „Er geht seinen Weg. Aber er ist jung, er wird auch Fehler machen. Ich stehe immer hinter meinen Buben“, betont Ehrmann. Wenn es um seine Torhüter geht, dann geht dem harten Hund das Herz auf. Es ist wie Vaterstolz! „Ja, ich liebe diesen Verein. Ich habe noch Ziele. So kann ich dem FCK auch was zurückgeben; denn mir ging es hier immer gut.“

 

 

Wünsche zum 60? „Mein Wunsch ist, dass alle im Verein an einem Strang ziehen, dass Einigkeit herrscht und wir unseren Fans, den besten Fans die man sich wünschen kann, gerecht werden.“ Eine große Fete hat Ehrmann – sein Sohn ist 27 – nicht geplant. Er fährt zu seiner 78 Jahre alten Mutter daheim in Tauberbischofsheim. Fecht-Olympiasiegerin Anja Fichtel, Ehrmanns Großcousine, kümmert sich um die Mutter.

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