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Samstag, 10. November 2018 Drucken

FCK

FCK: Die Deutschland-Reise

Von Oliver Sperk

Reiseziel von rund 1000 Lautern-Fans an diesem Samstag: das Ostseestadion in Rostock, wo der FC Hansa heute gegen den FCK spielt.

Reiseziel von rund 1000 Lautern-Fans an diesem Samstag: das Ostseestadion in Rostock, wo der FC Hansa heute gegen den FCK spielt. (Foto: Imago)

Das Spiel am Samstag in Rostock ist für den FCK und seine Fans ein logistisches Puzzle – Teammanager Lutz als Routenplaner

Wenn einer eine Reise tut, dann gibt es viel zu planen. Das gilt auch für den Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern, der samstags(14 Uhr) bei Hansa Rostock antritt. Die knapp 775 Kilometer, die das Ostseestadion vom Fritz-Walter-Stadion entfernt liegt, bedeuten die weiteste Strecke, die die Roten Teufel zu einem Punktspiel in dieser Runde zurücklegen müssen. Die Strapazen zu minimieren und die Kosten möglichst gering zu halten, das ist beim FCK eine der vielfältigen Aufgaben von Teammanager Roger Lutz. Die Reise aus dem deutschen Südwesten in den Nordosten ist ob der langen Distanz und der suboptimalen Anbindung, was Flüge und Züge angeht, für Lutz wie für die FCK-„Schlachtenbummler“ die wohl größte Herausforderung in dieser Saison.

Auf folgender RHEINPFALZ-Seite findet ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern

Weil Trainer Michael Frontzeck möchte, dass die Mannschaft möglichst ausgeruht in den Wettkampf geht, präferiert er bei langen Strecken eine Anreise schon zwei Tage vor dem Spiel. So sind die Lauterer am Donnerstagnachmittag von Frankfurt aus eine gute Stunde nach Hamburg geflogen. „Mit Lufthansa. Das habe ich sehr früh gebucht, deshalb haben wir das günstig für etwa 140 Euro pro Nase bekommen, können zudem über das DFL-Reisebüro Liga-Travel bequem Tickets zurückgeben oder Namen ändern“, erzählt Lutz. So nahm kurzfristig Carlo Sickinger den Platz von Julius Biada ein, der aus dem Kader gestrichen wurde.

Berücksichtigung der Ruhezeiten

27 Tickets hat Lutz gelöst. In Hamburg wurden die 18 Spieler der Roten Teufel und die Betreuer mit dem Mannschaftsbus abgeholt. Den hat Florian Dahlmanns schon in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag an die Elbe gefahren. Ab 8 Uhr bis zum späten Nachmittag musste er dann die vorgeschriebene Ruhezeit einhalten. Auch das musste Lutz bei der Planung berücksichtigen; der 54-Jährige hat dem Busfahrer ein Tagesbett in einem Hamburger Hotel gebucht. „Um die Ruhezeit zu dokumentieren, musst du Hotelbelege vorweisen“, sagt Lutz. Von dem ausgeruhten Dahlmanns ist die Lauterer Reisegruppe ins Hotel nach Warnemünde gefahren worden. Dass die Roten Teufel gestern Nachmittag ein ordentliches Abschlusstraining absolvieren konnten, dafür hat der Teammanager einen Platz beim Rostocker FC 1895 klargemacht.

Schnäppchen bei Rückflug

Und nach dem Spiel am Samstag geht es mit dem Mannschaftsbus flugs nach Berlin, wo das Team am Abend mit Easyjet von Tegel nach Frankfurt fliegt. „Normalerweise wären wir wie sonst auch immer aus Kostengründen komplett mit dem Bus zurückgefahren“, betont Lutz. „Aber aus der Mannschaft kam die Frage, ob man nicht wieder fliegen könnte“, sagt der aus Linden stammende und in Landstuhl geborene Westpfälzer, „zumal ja am Mittwoch schon wieder das Verbandspokal-Viertelfinale in Worms gegen Gau-Odernheim ansteht.“ Und Lutz hat „ein richtiges Schnäppchen“ gemacht. 55 Euro kostet der Flug pro Person. „Die Spieler haben sofort gesagt, sie zahlen ihre Flüge selbst, das seien ihnen die paar Stunden mehr Nachtruhe wert“, verrät Lutz. Um Zeit und Geld zu sparen, waren die Profis nur mit etwas Handgepäck unterwegs, der Rest wird im Teambus hin- und hergefahren. „Entsprechend habe ich schon am Dienstag einen Zettel in die Kabine gehängt, damit die Spieler darauf achten, zum Beispiel auf eine zweite Zahnpasta und eine zweite Zahnbürste“, erzählt Lutz. Klappt alles, werden die Profis heute kurz nach Mitternacht zu Hause sein.

Das werden viele Fans nicht schaffen. Auch nicht der zum Saisonende auf eigenen Wunsch scheidende Fanbeauftragte Christoph Schneller, der mit der Presseabteilung die komplette Strecke mit dem Auto absolviert. Der 35-Jährige freut sich, dass am Samstag etwa 1000 FCK-Fans in Rostock sein werden. „Für die Nordic Devils aus Hamburg und die Teufel-Sprotten aus Kiel ist es ja fast ein Heimspiel.“

Rostock mit Bus und einer Übernachtung

Ein echtes Heimspiel hat samstags Hansa. Und freut sich. Denn was für die Lauterer und viele andere Drittligisten die Ausnahme ist, eine extrem weite Anreise, in diesem Fall an die Ostsee, ist für Rostock die Regel. Trotzdem wird fast alles mit dem Bus gefahren. „Wir machen grundsätzlich auch nur eine Übernachtung, das ist eine Kostenfrage“, sagt Hansa-Sprecherin Marit Scholz. Ausnahme war im September Großaspach. „Das war in einer englischen Woche, da sind wir mit Hilfe von Sponsoren von Rostock-Laage nach Stuttgart geflogen.“

Mein Kollege Horst Konzok und ich sind am Freitag mit dem Zug über Hamburg nach Rostock gefahren, waren gute sieben Stunden unterwegs. Guido Marklofsky, ehrenamtlicher Fanbeauftragter und Stellvertreter Schnellers, hat dieselbe Zugverbindung gebucht wie wir. Damit bei der Rückfahrt samstags, erneut mit dem Zug und einem ganz knappen Anschluss mitten in der Nacht in Frankfurt, alles klappt, ist auch etwas Glück vonnöten. Auch das braucht der, der eine Reise tut. Sonst kann er danach noch viel mehr erzählen.

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