NEUSTADT
Pfälzer Winzer für „Gold im Glas“ belohnt
293 Betriebe haben zur jüngsten stattlichen Kammerpreismünzen-Ernte der Weinbauregion Pfalz beigetragen. Und 36 von ihnen können sich nicht nur über ihre erfolgreiche Bewerbung um Medaillen bei der Landeswein- und -sektprämierung freuen, sondern ebenso über die hohe Anerkennung ihrer herausragenden Gesamtleistungen: 21 pfälzische Teilnehmer wurden dafür mit Staatsehrenpreisen belohnt, 15 weitere mit Ehrenpreisen.
Ein Wermutstropfen im Freudenbecher dürfte nur sein, dass es aufgrund der Corona-Lage diesmal nicht möglich war, das bei dem Wettstreit Erreichte in gewohnter Weise gemeinsam zu feiern. Die Preisverleihung als krönender Abschluss des Prämierungsjahres – in der Pfalz traditionell im Neustadter Saalbau – musste abgesagt werden. Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz gab am Freitag stattdessen nur die Preisträger und die Medaillenbilanz bekannt. Die persönliche Überreichung der Urkunden soll nachgeholt werden, sobald dies machbar ist.
Der Ausfall der Feier solle jedoch „die hervorragenden Leistungen der Betriebe auf keinen Fall schmälern“, betonte Kammerpräsident Norbert Schindler. „Die mit einer Kammerpreismünze ausgezeichneten Erzeugnisse gehören zur qualitativen Spitze und haben für den Markt eine Leitfunktion“, sagte er. Für den rheinland-pfälzischen Weinbauminister Volker Wissing (FDP) zeigen diese, „dass unsere Winzerinnen und Winzer ihr Versprechen einlösen: Wir haben Gold im Glas“.
Lohn für besondere Leistungen
Mit der allerhöchsten Auszeichnung, die das Land Rheinland-Pfalz im Weinbau zu vergeben hat, wird das Können von vier Betrieben gewürdigt: Die Winzergenossenschaften Herxheim am Berg und Weinland Wachtenburg in Wachenheim sowie die Weingüter Karl Wegner in Bad Dürkheim und Hartmann in Kirrweiler bekommen je einen Großen Staatsehrenpreis. Diesen gibt es erst dann, wenn ein Prämierungsteilnehmer innerhalb von zehn Jahren zum fünften Mal so gut abschneidet, dass dies einen Staatsehrenpreis wert ist.
Einen solchen erhalten diesmal 17 pfälzische Betriebe. Für einen davon ist dies ein ganz besonderes Jubiläum: Das Dürkheimer Weingut Darting hat sich nun seit 1987 bereits den 25. Staatsehrenpreis geholt. Und das Maikammerer Weingut August Ziegler konnte mit dem 22. Staatsehrenpreis in Folge eine beeindruckende Erfolgsserie weiterführen. Mit Ehrenpreisen verschiedener Stifter gingen 15 weitere pfälzische Weinbaubetriebe aus dem Wettbewerb hervor.
Extrapreis für Sekt als Novum
Eine Premiere gab es mit der Verleihung eines Staatsehrenpreises speziell für Sekt. Damit wird jener Betrieb ausgezeichnet, dessen fünf besten Sekte die höchste Durchschnittspunktzahl erreichten. Als erster in der Pfalz hat die Edesheimer Wein- und Sektkellerei Gebrüder Anselmann diesen neuen Staatsehrenpreis erobert. Mit jenem soll die Aufmerksamkeit der Verbraucherinnen und Verbraucher auf „die handwerklich erzeugten“ Sekte aus Rheinland-Pfalz gelenkt werden, erklärte der Minister, der die Idee der Kammer dazu lobte. „Winzersekt – das ist unser Champagner“, sagte er.
Mehraufwand bei Prüfung der Bewerbungen
Im abgelaufenen Prämierungsjahr wurden landesweit fast 15.000 Weine, Sekte und Perlweine bewertet. Erzeugnissen aus der Pfalz erkannten die Prüfer dabei 1222 Medaillen in Gold, 2716 in Silber und 1143 in Bronze zu.
Dass übrigens die Verkostungen – die für die Pfalz im Weinbauamt Neustadt und normalerweise in jährlich neun Runden erfolgen – durch die strengen Hygienemaßnahmen wegen Corona viel Zusatzaufwand erfordern, kann man sich denken. Wenigstens war es aber nicht nötig, Abtrennungen anzuschaffen. Denn solche sind zwischen den Plätzen der einzelnen Prüfer ohnehin bei der Prämierung wie auch bei der Qualitätsweinprüfung obligatorisch. Und zwar in Form undurchsichtiger Scheiben. Denn die Sachverständigen sollen beim Benoten der Proben, deren Erzeuger für sie geheim bleiben, „durch nichts abgelenkt oder beeinflusst werden“, wie der Neustadter Weinbauamtsleiter Thomas Weihl erklärt. Also beispielsweise auch nicht durch etwaige mimische Reaktionen eines anderen Kommissionsmitglieds auf einen Wein. Somit werde, wie Weihl betont, alles getan, um bei der Bewertung „Neutralität zu gewährleisten“.
Über die Ergebnisse der Landesprämierung für Wein und Sekt informiert die Landwirtschaftskammer im Internet unter www.praemierung-rlp.de