MAINZ
Mehrheit der Eltern in Rheinland-Pfalz für normalen Unterricht
Bei einer Umfrage des Landeselternbeirates (LEB) haben sich 75 Prozent der Elternvertreter dafür ausgesprochen, dass nach den Ferien die Schulen in den regulären Betrieb gehen sollen. Damit unterstützen sie die Marschrichtung des Bildungsministeriums. Gleichzeitig ist eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent der Elternvertreter, im Gegensatz zum Bildungsministerium, für die Beibehaltung der Maskenpflicht in den Schulen. Sogar neun von zehn Eltern halten den Mund-Nasen-Schutz in Schulbussen und Bahnen für unverzichtbar. Dass sowohl auf dem Schulgelände als auch in den Klassenräumen ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden muss, befürworten immerhin noch knapp 55 Prozent der Befragten.
Zur Teilnahme an der Umfrage eingeladen waren jene 7500 Mütter und Väter, die am Informationssystem des Landes für Elternvertreter (EIP) angemeldet sind. Geantwortet haben davon rund 2500 Personen. Nach Angaben von Landeselternsprecher Reiner Schladweiler gibt es in den Schulen landesweit mehr als 20.000 gewählte Elternvertreter. Die Umfrage dauerte vom 12. bis zum 26. Juli.
Großes Bedürfnis nach Sicherheit
Schladweiler zeigte sich am Freitag vom ermittelten Meinungsbild überrascht: Die Eltern plädieren mit großer Mehrheit für regulären Unterricht, legen gleichzeitig jedoch auch großen Wert auf Vorsichtsmaßnahmen, um gesundheitliche Risiken für Kinder und Familien zu minimieren. Der Landeselternsprecher ist allerdings überzeugt, dass sich die Anzahl der Gegner einer regulären Schulöffnung wieder vergrößern wird.
Schladweilers Argumentation: Nach seinem Eindruck wollten zu Beginn der Corona-Krise weniger als ein Drittel der Eltern die Öffnung der Schulen. Diese Stimmung sei gekippt, weil Eltern überfordert waren und ihnen irgendwann die Arbeitgeber im Nacken saßen. Seit Ende der Umfrage seien die Infektionszahlen wieder gestiegen. Der Landeselternsprecher glaubt, dass damit auch die Gegner des normalen Schulbetriebs wieder mehr werden. Die Forderungen Schladweilers: Schulaufsicht und Bildungsministerium sollten ihre Anstrengungen weiter verstärken, ordentlichen digitalen Unterricht zu ermöglichen. Ziel müsse sein, skeptischen Eltern diese Möglichkeit anzubieten, ohne dass sie Angst haben müssen, ihre Sprösslinge könnten abgehängt werden.
Für Tests nach Risiko-Urlaub
Es gibt weitere Ergebnisse der Befragung, die auf das Vorhandensein eines hohen Sicherheitsbedürfnisses schließen lassen: 90 Prozent der Elternvertreter sind der Ansicht, Lehrer, die in einem Hotspot Urlaub gemacht haben, müssten sich vor Schulbeginn testen lassen, und acht von zehn sind der Meinung, dass entsprechende Schüler zunächst zwei Wochen der Schule fernbleiben sollten.