Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: Die Pfälzer Weinkönigin Meike Klohr über ihre bald endende Amtszeit und ihre Kandidatur bei der Wahl der Deutschen Weinkönigin

Muss am 4. Oktober die Krone die im Herbst 2018 eroberte Krone der Pfälzischen Weinkönigin weiterreichen: die 25-jährige Meike K
Muss am 4. Oktober die Krone die im Herbst 2018 eroberte Krone der Pfälzischen Weinkönigin weiterreichen: die 25-jährige Meike Klohr aus dem Neustadter Ortsteil Mußbach. Foto: Mehn

Bald ist es vorbei, das Amtsjahr von Meike Klohr als 80. Pfälzische Weinkönigin. Aber möglicherweise beginnt dafür für sie ein neues in einer noch bedeutenderen „Weinadels-Position“: Am 21. September tritt die 25-jährige Mußbacherin in Neustadt zum Vorentscheid bei der Wahl der 71. Deutschen Weinkönigin an. Wir sprachen mit Meike Klohr über ihre Erwartungen dabei sowie ihre Erlebnisse als Gebietsweinmajestät.

Ende dieser Woche geht’s um den Einzug ins Finale bei der Wahl der neuen Deutschen Weinkönigin, wofür unter zwölf Kandidatinnen sechs ausgewählt werden. Sind Sie schon etwas nervös oder angespannt deswegen oder ziehen Sie ganz cool ins Rennen?
Nervös bin ich auf jeden Fall schon. Aber die Aufregung hält sich trotzdem noch in Grenzen. Dadurch, dass ich noch voll berufstätig bin bis zwei Tage vor dem Vorentscheid, befasse ich mich derzeit nur punktuell mit diesem Thema. Das ist gar nicht so schlecht – da setze ich mich nicht selbst so unter Druck.

Aber mit den Vorbereitungen sind Sie vermutlich bereits stark beschäftigt oder?
Klar, es ist stressig: Man kommt abends heim von der Arbeit und sitzt dann schon gleich wieder über den Büchern und Zahlen. Man merkt schon, dass es etwas anderes ist, etwas über Weinbau im eigenen Gebiet zu lernen als zur Weinbranche deutschland- und weltweit.

Ein fundiertes Fachwissen haben Sie aufgrund Ihres abgeschlossenen Studiums von Weinbau und Oenologie und Ihrer Berufstätigkeit im Bissersheimer Weingut Mussler aber doch schon ...
Ja. Aber ich lerne jetzt noch wichtige deutschlandweit relevante Zahlen und Fakten dazu, wie zum Beispiel, was die größten Absatzmärkte sind, wie diese sich in der Vergangenheit entwickelt haben und in Zukunft wohl entwickeln werden, und ganz viele weitere verschiedene Faktoren, die sich auf den deutschen, aber auch auf den weltweiten Weinbau beziehen.

Ihre elf Mitbewerberinnen im Wettstreit um das Amt der Deutschen Weinkönigin haben Sie im Sommer bei dem Vorbereitungsseminar in Neustadt schon näher kennengelernt. Wie ist das Verhältnis zueinander?
Das Verhältnis ist wirklich sehr sehr freundschaftlich. Normalerweise denkt man ja, bei zwölf Mädels auf einem Haufen muss das in einem Zickenkrieg enden, aber das tut’s nicht. Das Seminar war wie eine schöne große Klassenfahrt. Man hat sich näher kennengelernt, weiß jetzt wie die anderen ticken. Es wurde nicht nur über die Vorbereitungen zur Wahl gesprochen, sondern auch über Privates - und das alles in einer entspannten und freundschaftlichen Atmosphäre.

Egal, wie der Wettstreit ausgeht – gewonnen haben Sie seit Ihrem Sieg bei der Wahl der 80. Pfälzischen Weinkönigin aber wohl auf alle Fälle eine Menge. Dazu zählen sicher auch viele neue Erfahrungen ...
Genau. Auf jeden Fall viele neue Erfahrungen hinsichtlich all der Menschen, die man trifft, und der Veranstaltungen, die man besuchen kann. Außerdem lernt man sich selbst neu kennen, und lernt über den Tellerrand hinauszublicken. Man bleibt ja als Weinkönigin nicht nur in seinem eigenen Gebiet, sondern präsentiert den Pfälzer Wein auch über die Grenzen der Pfalz hinaus. Man geht auch in andere Weinbaugebiete, lernt dort die Örtlichkeiten, den Wein und die Menschen kennen. Von daher waren das insgesamt ganz ganz tolle Erfahrungen, die mich auch persönlich weitergebracht haben.

Sie waren in Ihrer nun bald endenden Zeit als Pfälzer Winzermajestät viel auf Achse, hatten auch zahlreiche Termine außerhalb der Pfalz. Wohin hat Ihr weitester Weg geführt?
Nach Italien – bei der Oldtimer-Rallye Vino Miglia des AC Maikammer, deren Ziel Meran war. Zu meinen am weitesten entfernten Einsatzorten zählte außerdem Berlin. Dort war ich bei einer Gala der Felix-Burda-Stiftung dabei, wobei es um die wichtige Sache Darmkrebsvorsorge ging. Da durfte ich bei einem festlichen Dinner im Hotel Adlon, wo auch viele Promis unterwegs waren, Pfälzer Weine vorstellen und zudem eine kleine Weinprobe durchführen.

Wie viel kann eine Weinhoheit Ihrer Meinung nach dazu beitragen, Verbrauchern pfälzische oder andere deutsche Weine näher zu bringen oder sie ihnen noch schmackhafter zu machen?
Sehr sehr viel. Weinhoheiten sehe ich als Bindeglieder, die auf einfache, spielerische, schöne Art und Weise den Konsumenten und Kunden den Wein näher bringen. Und die ihnen dazu auch vieles erklären können, oft auch, indem sie quasi den Endverbrauchern das „Fachchinesisch vom Winzer übersetzen“. Man trifft auch viele Leute, die sagen: „Ich trinke eigentlich keinen Wein“. In diesem Fall habe ich immer gerne probiert, sie doch für das Produkt zu begeistern. Und das Schönste für mich war dann, wenn das geklappt hat.

Verspüren Sie jetzt schon etwas Wehmut beim Gedanken daran, die Krone der Pfälzer Weinkönigin am 4. Oktober bei der Neuwahl Ihrer Nachfolgerin weiterreichen zu müssen?
Auf jeden Fall. Die Krone gehört inzwischen doch irgendwie dazu für mich. Es wird mir schwer fallen, wenn ich sie abgeben muss und dann nicht mehr jeden Morgen auf dem Schrank liegen sehe.

Aber vielleicht schaffen Sie es ja, bei der Wahl der 71. Deutschen Weinkönigin eine neue und noch bedeutsamere Krone zu erobern ...
Vielleicht. Aber ich will mich da auch nicht unter Druck setzen. Natürlich wäre es wunderschön. Doch mein Ziel ist es zunächst, ins Finale zu kommen. Ich sehe das Ganze auch gar nicht als Wettkampf an – obwohl ich natürlich mein Bestes geben werde, um für die Pfalz Ehre einzulegen. Ich will einfach nur Spaß haben. Denn bisher kann mir keiner mehr irgendwas nehmen. Ich bin Gebietsweinkönigin, habe ein Superansehen und hab’ ein Superjahr erlebt. Daher ist es egal, wie die Wahl ausgeht und ob ich mit einer Krone heimgehe oder nicht.

INFO

Für die Vorrunde bei der Wahl der Deutschen Weinkönigin 2019/2020 am Samstag, 21. September (ab 15.45 Uhr), im Neustadter Saalbau – in der die sechs Finalistinnen gekürt werden – gibt es nur noch wenige Restkarten. Das gilt auch fürs Finale am Freitag, 27. September (Beginn 19.30 Uhr), am selben Ort. Anfragen nimmt die Tourist-Information Neustadt, Telefon 06321/9268-56, entgegen.

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