Kommentar
Haltung gefragt: Zum Verkauf des Flughafens Hahn
Es ist sicherheitspolitisch ein Unterschied, ob jemand Autos im Kreis herumfahren lässt, oder ob er einen internationalen Flughafen betreibt. Einen Flughafen, der trotz oder gerade wegen seiner Lage in der rheinland-pfälzischen Provinz seit Jahren regelmäßig vom US-Militär genutzt wird. Aktuell landen dort Maschinen zwischen, die Kriegsgerät in Richtung Ukraine transportieren oder auf dem Rückflug von Polen sind. Wie will die Bundesregierung ihren Freunden in den USA, mit denen sie sich bei jeder Waffenlieferung eng abstimmt, erklären, dass ein russischer Pharmaunternehmer, Milliardär und Besitzer einer Rennstrecke in der Eifel künftig auch Herr über den Flughafen Hahn ist? Es wäre absurd. Es heißt, dass Viktor Charitonin politisch nicht in Erscheinung tritt, aber bei seinem Geschäft versteht sich die Nähe zu Putins Regierung von selbst. Dass Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner kein politisches Statement abgibt, sondern sich auf juristische Abläufe beruft, ist nachvollziehbar. Das bringt sein Beruf mit sich. Aber dass sich die rheinland-pfälzische Landesregierung in dieser Frage hinter dem Bundeswirtschaftsministerium versteckt und keine Haltung an den Tag legt, ist traurig – und peinlich.