„Verschickungskinder“ RHEINPFALZ Plus Artikel Koordinatorin für Rheinland-Pfalz

„Es war einfach nur schlimm“, erinnert sich Birgt Hof an ihren Aufenthalt im Kindererholungsheim in Dausenau an der Lahn.
»Es war einfach nur schlimm«, erinnert sich Birgt Hof an ihren Aufenthalt im Kindererholungsheim in Dausenau an der Lahn.

Eine Anlaufstelle für ehemalige „Verschickungskinder“ gibt es inzwischen auch in Rheinland-Pfalz.

Die mittlerweile 58-jährige Birgit Hof aus der Südwestpfalz hat, wie sie sagt, als Dreijährige „die Hölle ihres Lebens“ in einem Kindererholungsheim in Dausenau an der Lahn verbracht. Die Kur war in den 60er Jahren ärztlich verordnet worden. „Drei Wochen war ich dort und es war einfach nur schlimm“, erinnert sich die 58-Jährige noch heute. Sie engagiert sich nun als Landeskoordinatorin für Rheinland-Pfalz der „Initiative Verschickungsheime“, die die Berlinerin Autorin, Sonderpädagogin, Dozentin und Germanistin Anja Röhl auf den Weg gebracht hat.

Der Verein kümmert sich seit einigen Jahren um das Schicksal jener Kinder, die bis in die 90er Jahre für mehrere Wochen zur „Kur“ in eines von mehr als tausend Kindererholungsheime bundesweit geschickt wurden. 67 solcher Heime gab es in Rheinland-Pfalz. Über die Leiden der verschickten Kinder sind mittlerweile zahlreiche Dokumentationen erschienen.

Traumatische Erlebnisse in den Heimen

Im Februar sendete der SWR den Film „Das Leid der Verschickungskinder- Was geschah in den Kurheimen?“ und berichtete über schmerzhafte, angsterregende und traumatische Erlebnisse der Verschickungskinder in den Heimen.

Birgit Hof bietet nun unter der Email-Adresse dausenau.austausch@web.de anderen Betroffenen im Land die Möglichkeit, mit ihr in Kontakt zu treten. Ihr geht es zum einen um die Anerkennung des Leids, das die Kinder in den Heimen erfuhren, es geht aber auch um die Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse der Betroffenen.

Info

Ausführliche Informationen über die Initiative gibt es im Internet unter der Adresse www.verschickungsheime.de.
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