Speyer
Bordelle laden zu „Tag der offenen Tür“ ein
Hintergrund: Die Betriebe leiden unter der Corona-bedingten Schließung seit Mitte März und wollen aufzeigen, dass erotische Dienstleistungen aus ihrer Sicht auch unter Hygieneauflagen möglich sind, die der Pandemie Rechnung tragen würden. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte ihre Pläne, dies zuzulassen, Anfang Juni kurzfristig gestoppt.
„Wir hatten alles vorbereitet. Seither hat sich nichts bewegt“, sagt Laura Weiß, Inhaberin des Speyerer Betriebs. Bei ihr hingen sechs Vollzeitstellen und vier Minijobs davon ab, dass sie wiedereröffnen dürfe. Dazu kämen die Sexarbeiterinnen selbst, die als Selbstständige tätig seien. „Es muss weitergehen, wir müssen über die aktuelle Situation hinausdenken“, sagt sie. Ein wichtiges Argument sei der Schutz der Frauen. Aktuell sei aufgrund von Online-Anzeigen bereits zu beobachten, dass sich unter anderem in der Vorderpfalz ein „sehr unkontrollierbarer Schwarzmarkt“ etabliere, der mit unsicheren Arbeitsbedingungen verbunden sei.
Anmeldung erforderlich
Der Speyerer Betrieb ist einer von bis Donnerstagmittag 20, die bundesweit teilnehmen, und der bis dato einzige in der Pfalz. Im Norden von Rheinland-Pfalz kommt ein weiterer in Trier hinzu. Am Vormittag des Tages der offenen Tür ist sind Politik, Verwaltung und Verbände eingeladen, nachmittags von 13 bis 17 Uhr können Bürger in die Lönnebergastraße 7 kommen, die sich vorab unter Telefon 0177 4138528 anmelden. Dies sei eine Corona-Auflage, um den Zulauf zu steuern, erläutert Weiß. „Kein Sex! Nur Informationen!“ gilt laut Ausrichter-Initiative www.redlight-on.de als Motto des Tages.