Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken: Was aus dem Sanduhr-Parkvorschlag der SPD wurde

Gibt’s schon in anderen Städten, ist aber umstritten: die Lösung mit der Sanduhr an der Innenscheibe.
Gibt’s schon in anderen Städten, ist aber umstritten: die Lösung mit der Sanduhr an der Innenscheibe. Foto: Marco Wille

Mal schnell in die Apotheke springen das Medikament abholen oder Brötchen beim Bäcker kaufen. Man kennt das. Und wer hätte es dann mit dem Kauf eines Parkscheins nicht schon mal locker genommen? Im Mai kam im Stadtrat die Idee auf, auch im bewirtschafteten städtischen Parkraum knappes, kostenloses Parken zu ermöglichen. Nur: Zu einer „Brötchen-Taste“ oder einer Sanduhr-Lösung konnte man sich bislang nicht durchringen.

An Zweibrücker Parkautomaten kosten 30 Minuten 50 Cent. Darunter geht nichts. Vielen ist der Mindestbetrag dafür zu teuer. Geld, was der Stadtkasse einerseits verloren geht. Andererseits wird mit zehn Euro Bußgeld belegt, wer ohne gültiges Ticket erwischt wird. Dies macht wiederum die Innenstadt mit dem Fehlen einer Kurzzeittaste nicht attraktiver. Abhilfe könnten an den Fahrzeug-Innenscheiben angebrachte Sanduhren schaffen. Die Idee ist keine Zweibrücker Erfindung, wurde aber besonders vonseiten der SPD-Fraktion gelobt. Städte wie Cloppenburg oder Kirchheim unter Teck nutzen die Möglichkeit der analogen Parkuhr schon länger. „Leicht umsetzbar und innovativ“, nannten damals auch Mitglieder von FDP und Grünen den Vorschlag. Charmant und dazu billig ist das urtümliche Werkzeug zur Zeiterfassung im direkten Vergleich zur sogenannten Brötchen-Taste an Parkautomaten. Das Problem mit den Brötchen-Tasten: Wenn sie nicht beim Kauf des Parksystems gleich mitbestellt wurde, muss nachgerüstet werden. Und das kostet. Sanduhren sind billig. In Cloppenburg sind die Mini-Zeitmesser für drei Euro im Bürgeramt zu haben. Die Sanduhren müssen mit einem Saugnapf senkrecht an der Innenseite des Fahrerfensters angebracht werden. Fallen sie herunter oder werden sie nach Ablauf erneut umgedreht, droht eine Strafe wie beim Parken ohne Parkschein.

Verwaltung: Parkraum-Konzept wird überarbeitet

Schon seit Jahren gehen im Stadtrat Diskussionen einher, wie man das Parkgebührenkonzept, das noch aus dem Jahre 2013 stammt, auffrischen kann. Es müsse mit denen der Nachbarstädte Homburg, Pirmasens und Neunkirchen verglichen werden. Mit dem Ziel, ein für die Kunden möglichst günstigeres Modell bei Gebühren, Verweildauer und Parkzonen zu schaffen.

Den Stadträten im Ohr ist die Mahnung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, städtische Einnahmen wo immer möglich steigern zu sollen. Die Kommunalaufsicht setzte sogar einmal eine Erhöhung der Parkgebühren durch. Und: In Nordrhein-Westfalen gibt es schon einen Rechtsstreit darüber, ob Kurzzeitparken mit einer Sanduhr überhaupt zulässig ist. Das alles sei auf dem Radar der Verwaltung, heißt aus dem Zweibrücker Rathaus. Man arbeite an einer Vorlage für die Fortschreibung des Parkraum-Konzeptes. In diesem Kontext prüfe man auch die Einführung des Sanduhr-Parkens oder anderen Modellen, die das kostenlose Kurzzeitparken ermöglichen. Über das neue Konzept muss dann der Stadtrat entscheiden. Zeitpunkt: ungewiss.

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