Handball RHEINPFALZ Plus Artikel SV 64 Zweibrücken: Das Derby und der Unterschiedsspieler

Aus Sicht von SV 64-Trainer Stefan Bullacher (mit Brille) ist das Derby zwischen Homburg und Zweibrücken kein echtes Spitzenspie
Aus Sicht von SV 64-Trainer Stefan Bullacher (mit Brille) ist das Derby zwischen Homburg und Zweibrücken kein echtes Spitzenspiel mehr, weil sein eigenes Team ohne die verletzten Philipp Kockler und Niklas Bayer derzeit keine Oberliga-Spitzenmannschaft ist.

Der TV Homburg strebt mit Macht – und mit Ex-Bundesligaspieler Yves Kunkel – in die Dritte Liga. Obwohl sich Konkurrent SV 64 Zweibrücken zuletzt mit zwei Niederlagen und einem Remis vorerst aus dem Titelrennen verabschiedet hat, unterschätzen die Gäste die Zweibrücker nicht – und freuen sich auf das schwere Auswärtsspiel.

Der ungeschlagene Tabellenführer kommt: Handball-Oberligist SV 64 Zweibrücken erwartet zum vorweihnachtlichen Gipfeltreffen den Meisterschaftsfavoriten TV Homburg. Derby-Charakter bringt diese Partie am Samstag zusätzlich mit. Also reichlich Zutaten für einen tollen Handballabend (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle).

Vor wenigen Wochen, sagt SV-Trainer Stefan Bullacher, „wäre es noch ein absolutes Spitzenspiel gewesen. Aber für ein Spitzenspiel braucht es zwei Spitzenmannschaften – und das sind wir derzeit nicht“. Es sei dennoch ein Top-Spiel, ein Derby, auf das sich Fans freuen können, denn Homburg habe sich als die Top-Mannschaft der Oberliga erwiesen, als die sie alle Gegner zu Rundenbeginn erwartet hatten.

Homburg ist nicht nur Kunkel

„Das ist ein richtig gut zusammengestellter Kader“, sagt Bullacher über die Homburger Truppe. Allen voran natürlich Yves Kunkel, der frühere Bundesliga-Profi, bis Ende vergangener Runde noch im Trikot der MT Melsungen. „Er ist der Spieler, den alle Mannschaften gerne in ihren Reihen hätten. Er ist der Unterschiedsspieler“, lobt Bullacher. Mit 110 Toren führt Kunkel die Torschützenliste der Liga an. Davon war er 48-mal per Strafwurf erfolgreich, ließ von der Siebenmeterlinie erst sechs Chancen ungenutzt. „Aber er wirft ja nicht nur Tore. Er lenkt das Spiel auch, setzt seine Mitspieler stark in Szene“, unterstreicht Bullacher.

Einen Fehler begehe allerdings, wer Homburg nur an Kunkel festmache. „Die haben sehr viele sehr gute Spieler. Richard Wilga ist zurzeit sicher der beste Linksaußen der Klasse“, nennt Bullacher als Beispiel den früheren VTZ-Außenspieler. Und die Reihe lasse sich locker fortführen. „Im Falle eines Aufstiegs hat Homburg bereits jetzt eine Mannschaft, die problemlos in der Dritten Liga bestehen kann“, glaubt Bullacher.

Drei Titelkandidaten

Schaue man sich die Tabelle an, „dann hat sich bestätigt, was alle zu Saisonbeginn erwartet haben, nämlich dass es drei Mannschaften gibt, die um die Meisterschaft spielen können. Homburg, Budenheim, das nur einen Minuspunkt mehr auf dem Konto hat als die Homburger, und wir. Für uns galt das bis zum Ausfall von Philipp Kockler und Niklas Bayer“, sagt Bullacher. Dem favorisierten Liga-Primus das Siegen in Zweibrücken schwer machen, „das wollen wir natürlich schon“, sagt der SV-Coach.

Er hat sich mit dem Homburger Trainer Steffen Ecker in den vergangenen Jahren immer mal wieder spektakuläre Trainerduelle an der Seitenlinie geliefert, bei der beide Coaches – Ecker trainierte damals die HF Illtal – im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten gerne tief in die Taktikkiste griffen. Von vermeintlichen Zweibrücker Tiefstapeleien vor dem Derby am Samstag will Ecker denn auch gar nichts hören. Natürlich hat man auch in Homburg die Heimniederlage der Zweibrücker gegen die Ottersheimer Südpfalz-Tiger und den Punktverlust gegen Dansenberg II registriert – zumal diese Ergebnisse die Homburger Meisterchancen deutlich gesteigert haben. „Aber wir spielen am Samstag gegen die Zweibrücker Mannschaft, die schon dezimiert war und in dezimierter Besetzung in Budenheim fast einen Punkt geholt hätte“, verdeutlicht Ecker, mit welcher Einstellung seine Mannschaft in die Partie gehen wird. „Es ist das Spiel, auf das sich bei uns alle freuen“, unterstreicht der Homburger Trainer. In einer gut besuchten, stimmungsvollen Westpfalzhalle, das weiß er, „macht Handball spielen immer Spaß“.

SV 64 tankt Selbstvertrauen

Mit dem Homburger Saisonverlauf ist er absolut zufrieden. „Was anderes zu sagen, wäre absoluter Blödsinn“, sagt er mit Blick auf die Tabelle, die den Liga-Primus als das Team ausweist, das die meisten Tore wirft. 447 Treffer haben die Homburger in 13 Partien erzielt. Nur einmal, bei der HSG Nahe-Glan Anfang Oktober, gab sein Team einen Punkt ab. Seine Mannschaft habe eine gute Entwicklung genommen, sagt Ecker, der in Dansenberg Drittliga-Trainer war, und jetzt mit Homburg in die Dritte Liga aufsteigen will. Dafür seien auch Partien wie zuletzt in Mülheim, als Homburg schon fünf Tore Rückstand hatte und das Spiel trotzdem noch gewann, sehr wichtig. Ecker: „Zu wissen, dass man ein Spiel immer wieder drehen kann, hat das Selbstvertrauen noch mal deutlich gestärkt.“

Neues Selbstvertrauen haben sich in der Vorwoche – ausgerechnet in Mülheim – auch die Zweibrücker geholt. Nach zwei Niederlagen und einem enttäuschenden Remis gelang in Mülheim in letzter Sekunde der doppelte Punktgewinn. Mit der Mentalität, die seine Mannschaft dabei an den Tag gelegt habe, mit dem Einsatzwillen und dem Kampfgeist, der bei der Defensivarbeit gezeigt wurde, „müssen wir auch ins Spiel gegen Homburg gehen“, fordert Bullacher.

Steffen Ecker, hier noch als Trainer in Dansenberg, will mit dem TV Homburg in die Dritte Liga.
Steffen Ecker, hier noch als Trainer in Dansenberg, will mit dem TV Homburg in die Dritte Liga.
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