Zweibrücken
Montagsumfrage: Die Zweibrücker und die FCK-Relegation
Andreas Schwamberger hat das Fußballspiel daheim geguckt – so nebenbei. Währenddessen hat er die Decke gestrichen. Im Wohnzimmer; so blieb der Blick zum Fernseher stets möglich. Dass kein Tor gefallen ist, hat ihn enttäuscht. „Ich freue mich immer, wenn regionale Vereine vorankommen.“ Und das Relegationsspiel? „Jetzt kommt ja die fußballfreie Zeit, und da nimmt man vorher noch alles mit, was kommt.“ Ein paar Spielzüge sind ihm im Gedächtnis geblieben, dazu die Choreographie und „Theatralik“ in Form von Fouls. Der Homburger fand es „beeindruckend, das Stadion so voll zu sehen. Das war schon toll.“
Sybille Eibel konnte das Spiel nicht verfolgen; sie kam spät von der Arbeit heim. „Aber ich sag’ immer, ich bin ein Schönwetter-Gucker. Wenn es um was ganz Wichtiges geht, dann guck ich’s.“ WM oder EM muss dann schon sein. Darüber, wie der FCK-Kick ausgegangen ist, hat sie sich nicht informiert. Dass keine Tore fielen, findet sie für die Leute vor Ort schade. „Da hätte man sich mehr gewünscht. Aber es ist schön für die Region, dass der Verein vielleicht doch wieder in die Zweite Liga aufsteigt. Das wäre toll.“ Völlig kalt lässt das Thema sie also nicht. Ihr geht es da auch ums Stadion, „das finanziert werden muss“. Die Battweilerin glaubt: „So ein Traditionsverein hat was Besseres verdient als in der Dritten Liga zu sein.“
Stephan Jakoby hat das Ergebnis mitbekommen. Das Spiel selbst aber nicht: „Ich hatte keine Zeit, war arbeiten und dann noch im Fitnessstudio.“ Wie’s ausgegangen ist, hat er später am Freitagabend nachgeguckt. Jakoby bezeichnet sich als „Sympathisant mit Kaiserslautern“. Auf Instagram hat er ein paar Bilder aus dem Stadion gesehen. Die Choreo fand er schön. Ab und zu guckt er „größere Fußballspiele“ beim Public Viewing oder bei Freunden. Mit denen schaut er auch das Rückspiel am Dienstag.
Bei Thomas Hammerschmidt lief das Spiel in seinem Sportheim der SG Rieschweiler – mit den Mannschaften, nach der Hauptversammlung. Sein Resümee: „Viele Fehler, es war sehr nervös. Die Lauterer hatten keine klaren Torchancen.“ Alle im Raum hätten mitgefiebert. Auf den Betze kann er nicht gehen, weil er am Wochenende selbst Fußball spielt. Drei, vier Jahre hatte er früher eine Dauerkarte. Am Freitag ist er „ohne Erwartungen rangegangen, weil ich davon ausgegangen bin, dass wir gegen Dresden schlecht aussehen. Deswegen ist das 0:0 gar nicht so schlecht. Fürs Rückspiel ist noch alles offen.“ Doch weil er dann auf Dienstreise in Österreich ist, muss es der Handyticker richten.
„Die haben nur an den Ball getreten, damit der weg war“, findet Josef Reich. Das „miserable Gebolze“ habe er sich mit Freunden in einem Lokal angesehen. Erwartungsvoll hatte sich der FCK-Fan aufs Spiel gefreut. „Aber man sieht keinen Mumm in der Mannschaft. Da muss man kämpfen. Wir haben uns geärgert.“ Auch das Rückspiel will er mit Freunden im Lokal verfolgen.
Gabi Kaiser war am Freitag auf dem „Betze“ mit dabei. Wie war’s? „Bescheiden. Die Stimmung war richtig gut, aber ich hatte das Gefühl, dass keine der Mannschaften gewinnen wollte. Ein typisches Relegationsspiel eben.“ Nächstes Jahr feiert Gabi Kaiser ihr 50-jähriges „Betze“-Jubiläum. „Mit zwölf hat mich mein Papa zum ersten Mal mitgenommen.“ Sie kritisiert: „So, wie die gespielt haben, dürfte keiner in die Zweite Liga.“ Die Aufregung beim Spiel hat sich nach der Halbzeit gelegt, „weil ich da schon damit gerechnet habe, dass nix mehr passiert. Da fällt kein Tor mehr.“ Aber „es war einfach toll, im ausverkauften Stadion zu sein. Das ist Gänsehaut pur. Wir hatten Tränen in den Augen. Das ist das, was mich als Fan hochfahren lässt.“
„Mein Leben hab ich dir vermacht“ hat Gabi Kaiser dem FCK ein Tattoo auf ihrem Arm gewidmet.