Speyer
Gewerbeflächen-Casting: Welche Firma ist die beste?
Als vor einigen Jahren das Pleiad-Gelände tief im Speyerer Süden vollbelegt war, konnte die Stadt zeitweise Interessenten fast keine einzige Gewerbefläche mehr anbieten. In der Folge wurde die „Nachtweide“ erschlossen – und war ebenfalls sehr gefragt. Nun soll auf der Konversionsfläche der Kurpfalzkaserne überwiegend auf Otterstadter Gemarkung ein interkommunales Gewerbegebiet entwickelt werden – nächster Hoffnungsschimmer für Ansiedlungswillige. Weil das dauern kann, meldet die Stadtverwaltung auch im Jahr 2022: Sie verfüge nur noch über wenige Gewerbeflächen und könne „die stabile bis wachsende Nachfrage nach Gewerbeflächen nicht mehr befriedigen“.
Wegen dieser misslichen Situation seien der Stadt „schon überaus vielversprechende Gewerbeansiedlungen“ durch die Lappen gegangen, heißt es in einer Vorlage aus dem Rathaus. Angeregt werden deshalb Vergabekriterien, die eine „strategisch gut durchdachte Vergabe“ der letzten Areale in städtischem Eigentum ermöglichen. Die Verwaltung will nach vorab festgelegten und öffentlich bekanntgemachten Grundsätzen vorgehen, wenn es um solche Flächen geht. Ein Beispiel: die 25,3 Hektar in der Brunckstraße, auf der teilweise auch das Technische Hilfswerk (THW), aber eben auch Gewerbe zum Zug kommen könnte. Sie legt einen Katalog der Wirtschaftsförderung vor, über den am 12. Mai der Hauptausschuss und am 25. Mai (jeweils 17 Uhr, Stadtratssitzungssaal) der Stadtrat befinden sollen.
Das System ist so angelegt, dass Bewerber bis zu 100 Punkte sammeln und damit in eine Rangfolge gebracht werden könnten. Es gehe um sozial- und wirtschaftspolitische Kriterien und ökologische Gesichtspunkte. Im Einzelnen:
- Geschaffene Arbeitsplätze in Relation zum Flächenbedarf: bis zu 30 Punkte
- Ausbildungsplätze in Relation zum Flächenbedarf: 10
- Gewerbesteuerleistung: 20
- Regionale Verflechtung (Vorteil für ansässige Unternehmen): 15
- Umsatzentwicklung (Vorteil für positive Entwicklung innerhalb der vergangenen fünf Jahre): 5
- Umweltschutz (ökologische Einzelmaßnahmen wie Umstellung auf Ökostrom, Energieberatung, Investitionen in Elektromobilität, Dach- oder Fassadenbegrünung sowie Photovoltaik): 15
- Flächenausnutzung (Bonus ab 80 Prozent): 5