Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Buja stellt in der Städtischen Galerie aus

Buja: „I Am Still Waiting For My Tomato Soup“.
Buja: »I Am Still Waiting For My Tomato Soup«.

Es gibt kaum ein Zeitgeist-Thema, das Buja nicht mit Spraydose und Pinsel auf Leinwand bannt. So ist denn auch seine Ausstellung „In Art We Trust“ in der Städtischen Galerie ein Panoptikum mit Motiven aus Sphären wie Kommerz, Krieg und Kunst(geschichte).

Ein Panoptikum ist nicht allein ein Begriff für ein Wachsfigurenkabinett. Das Lehnwort aus dem Altgriechischen bezeichnet Sammlungen von Sehenswürdigkeiten in einem weit umfassenderen Sinne. Ein solches Panoptikum schafft Buja, bürgerlich René Burjack, schon seit mehr als einem Jahrzehnt mit seinen großformatigen Gemälden. Nun zeichnen sich seine von Streetart-Künstlern wie Banksy und der Pop-Art-Ikone Andy Warhol inspirierten Werke auch durch knallige Farbigkeit aus.

„Während der Corona-Pandemie war die Stimmung in der Gesellschaft düster. Meine in dieser Zeit entstandenen Werke spiegeln das wider“, sagt Buja. Doch bereits bevor sich diese Krise mit vielfältigen Einschränkungen von Kontakt- und Versammlungsverboten bis hin zu Schließungen kultureller Einrichtungen ihrem Ende zuneigte, setzte der Maler in seinem Atelier in Dudenhofen einen ins Auge springenden Kontrapunkt gegen die allgemeine Tristesse. Ob Mona Lisa, ein von Buja gern zitiertes Motiv aus dem Werk Leonardo da Vincis, oder eine von dem gebürtigen Heidelberger selbst geschaffenes Frauen-Antlitz: Ein reines Rot und ein kräftiges Rosa fangen und lenken jeweils den Blick des Betrachters.

Der Prophet

Mit dem Mona-Lisa-Revival erweist sich Buja gar als Prophet. Die von ihm in roter Schrift formulierte Sehnsucht der weltberühmten Figur nach einer Dusche mit Tomatensuppe haben Umweltaktivistinnen Ende Januar scheinbar erhört, in dem sie das im Pariser Louvre ausgestellte Original von Leonardo da Vinci mit genau dieser bewarfen. Das Gemälde nahm dabei allerdings keinen Schaden, wird es doch durch Panzerglas geschützt. Bei Bujas Werk ist das nicht der Fall, allerdings laufen in der Städtischen Galerie mehrere Überwachungskameras.

Insgesamt umfasst die Ausstellung „In Art We Trust“ 32 Gemälde; jeweils neun in drei Räumen und fünf im Foyer beziehungsweise Treppenhaus. „Im Erdgeschoss zeige ich meine politischen, ernsteren Werke“, erklärt Buja. „Im ersten Stockwerk sind dann leichtere, spielerische Motive zu sehen“, fügt er hinzu. In der Tat: Flüchtlinge, die auf einem Floß bei haushohen Wellen um ihr Überleben kämpfen und ein Junge, der sich auf einen Totenschädel bettet, finden sich unten. Schließlich liegen Flüchtlingskrise und der Krieg in der Ukraine schwer auf der Seele.

Auch Persönliches

Ein Stockwerk höher zieren „klassische Porträts“ (Buja), in denen der Künstler unter anderem seine Töchter und auch sich selbst darstellt, die Wände. Neben dem Gesellschaftlichen findet somit auch das im engeren Sinne Persönliche Eingang ins Buja-Versum. Dieser Bereich bildet einen wohltuenden Kontrast zum krisenhaften Weltgeschehen, sind die Töchter doch beim unbeschwerten Lesen und Spielen zu sehen. Dafür, dass es dem Besucher nicht zu paradiesisch wohl wird, sorgt Buja mit einem Werk, auf dem eine nackte, sitzende Frau ein Maschinengewehr festhält. Oder ist es vielleicht nicht doch eher umgekehrt?

Zurück zum Politischen: Auf mehreren Gemälden in der Städtischen Galerie finden sich Anleihen von US-Dollar-Scheinen. Die Zeilen „In Art We Trust“ und „In Goods We Trust“ sind in der Schriftart gedruckt, die auch auf den Banknoten zu finden ist. Dort, etwa auf der Ein-Dollar-Note, heißt es freilich „In God We Trust“. Und wie hält es Buja selbst? „In Art We Trust“ nimmt er wenig überraschend für sich in Anspruch, wobei der Künstler seine Kunst als Mittel zur Bewusstmachung unsichtbarer Elemente versteht. Ohne erhobenen Zeigefinger allerdings: Die Deutung seiner Werke überlässt er dem jeweiligen Betrachter.

Termin

„In Art We Trust“ mit Werken von Buja läuft in der Städtischen Galerie Speyer von Freitag, 9. Februar, bis Sonntag, 10. März. Vernissage ist Freitag, 16. Februar, 18 Uhr, mit Bürgermeisterin Monika Kabs, Künstlerin Valentina Jaffé und DJ Tim Starratt. Der Eintritt zu Vernissage und Ausstellung ist frei.

Buja: „A Mexican Fairy Tale“.
Buja: »A Mexican Fairy Tale«.
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