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Freitag, 08. Juli 2016 Drucken

Speyer Land

Erinnerungsstele an die Burg Affolterloch errichtet

Waldsee: Gedenken an 1349 zerstörtes Gebäude – Ausgleichsflächen für neuen Wasgaumarkt und künftige Sporthalle

Von Andrea Dölle

 

Erinnerung an die Burg Affolterloch: Bildhauer Siegfried Keller (rechts) hat gestern eine Stele errichtet, links Ortsbürgermeister Otto Reiland. ( Foto: Lenz)

Die Burg Affolterloch zwischen Waldsee und Altrip ist zwar verschwunden, aber nicht vergessen. Gestern hat die Gemeinde Waldsee auf dem ehemaligen „Burggelände“ hinter dem alten Wasserwerk eine Gedenkstele errichten lassen.

 

Eigentlich war es keine richtige Burg, sondern eher ein befestigter Gutshof, ein „Wehrlich Haus“, wie es in alten Urkunden heißt. Die Eigentümer lebten von der Landwirtschaft, die Befestigung war notwendig zum Schutz vor Plünderern und Räubern.

Bereits um das Jahr 800 herum wurde die „Burg“ in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt, gehörte später auch längere Zeit dem Kloster Himmerod in der Eifel, das das Hofgut um 1318 drei Bürgern in Worms und Speyer verkaufte. Von diesen ging der Besitz an den Pfalzgrafen in Heidelberg. In der Spätzeit ließen sich die Bewohner nicht mehr ausplündern, sondern verlegten sich selbst darauf, Kaufleute auf den Fernreisewegen, die vorbei führten, um ihre Güter zu „erleichtern“.

Die klagten 1349 beim Hoftag Kaiser Karls IV in Speyer, und der ließ Affolterloch im gleichen Jahr zerstören, ebenso wie den „Neuen Hof“ im heutigen Neuhofen. Das Gelände wurde stets landwirtschaftlich genutzt, wobei immer wieder Tonscherben, Fliesen und andere Reste an die Oberfläche kamen. Eine Auswahl von Funden ist im Heimatmuseum von Waldsee zu sehen.

Die Gemeinde Waldsee hat in den vergangenen Jahren das Gelände, etwa einen Hektar, den Besitzern abgekauft. Teile davon sind Ausgleichsflächen für den neuen Wasgaumarkt und für die künftige Sporthalle. Der Investor des Wasgaumarktes hat die Bepflanzung mit einheimischen Bäumen und Büschen übernommen. Ein Teil des Geländes ist noch frei und Bestandteil des örtlichen Ökokontos.

Im September vergangenen Jahres bewilligte der Ortsgemeinderat den Antrag des Arbeitskreises Heimatmuseum für einen Gedenkstein. Bildhauer und Steinmetz Siegfried Keller aus Harthausen setzte den Vorschlag des Arbeitskreises in rotem Pfälzer Sandstein um. Das Loch für das Fundament hoben Mitglieder des Arbeitskreisen aus – schon alleine für den Fall, dass alte Steine auftauchen sollten. Das geschah allerdings nicht. Die Mitarbeiter des Bauhofs errichteten den Betonsockel, und Siegfried Keller mit seinen Mitarbeitern setzte den Stein. Eingehauen in Fraktur-Buchstaben trägt er auf der einen Seite die Inschrift „Burg Affolterloch, zerstört 1349“, auf der andern Seite das Errichtungsjahr und Kellers Steinmetzzeichen. Den Sockel wird der Arbeitskreis noch etwas gestalten.

 

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