Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Waldstadion-Sanierung: Die 14-Millionen-Euro-Frage

Das saarländische Innenministerium bezuschusst die Sanierung des Waldstadions.
Das saarländische Innenministerium bezuschusst die Sanierung des Waldstadions.

In derselben Sitzung, in der bei der Haushaltsplanung von Sparen die Rede war, debattierte der Homburger Stadtrat beim Umbau des Waldstadions über Summen bis 22 Millionen Euro. Jetzt steht fest: Das Stadion wird für weniger Zuschauer eine Überdachung bieten – und dafür acht Millionen Euro weniger kosten. Trotzdem gibt es Kritik.

Vor ziemlich genau drei Jahren wurde die Entscheidung, das Homburger Waldstadion umbauen zu wollen, offiziell im Stadtrat getroffen. Pünktlich zu diesem Jubiläum hat die Diskussion über das Wie und Was noch mal richtig Fahrt aufgenommen. Vielen Ratsmitgliedern ging es insbesondere um die Frage: Wie teuer wird das Ganze denn nun?

Vier Entwürfe wurden ausgearbeitet – mit unterschiedlichen Umbaumaßnahmen und dementsprechend auch ganz unterschiedlichen Kosten. Diese variieren zwischen 9,6 und 22,5 Millionen Euro. Nach über einer Stunde Diskussion steht fest: Der Stadion-Umbau wird voraussichtlich 14,56 Millionen Euro verschlingen. Bei dieser Variante werden nur 10.000 Zuschauerplätze – statt wie bei der teuersten vorgesehen 15.000 – auf der Gegengeraden überdacht sein; außerdem gibt’s neue Umkleideräume, Kioske und Sanitäranlagen – islang müssen Dixi-Klos herhalten. Das marode alte Marathontor soll saniert werden.

Variante hat Vorteile

Laut Vorgaben braucht man für diese Variante keine zusätzlichen Schallschutzmaßnahmen.

Diese 14-Millionen-Euro-Variante kristallisierte sich im allgemeinen Tenor immer mehr heraus. Auch deshalb, weil man nicht wisse, wie der DFB seine Vorgaben in Sachen Bundesliga-Zulassung in den nächsten Jahren noch verändern wird. Deshalb sind sich am Donnerstagabend viele einig: Lieber auf Nummer sicher gehen, und mindestens mit der 10.000-Zuschauer-Überdachung planen. Dass 10.000 Zuschauer ins Heimstadion passen, ist Voraussetzung für einen Verein, der in der Dritten Liga spielt. Und laut Bürgermeister Michael Forster (CDU) hat der FC Homburg „die Dritte Liga vor der Nase“.

Kosten könnten noch steigen

Aber bleibt es bei dieser Summe von 14,56 Millionen Euro? Da sind sich einige Ratsmitglieder nicht so sicher – auch Bürgermeister Forster nicht. Laut ihm handelt sich die Summe nur um eine „Grobplanung“, um die finalen Antragsunterlagen dem Zuschussgeber vorzulegen. Je nachdem, wie sich die Baupreise entwickeln, könnte das Stadion noch teurer werden. Jetzt genaue Zahlen zu nennen, sei „brandgefährlich“, sagte er. Gleichzeitig betonte er, dass Schulen, Kitas und eben das Waldstadion das Eigentum der Stadt seien, für das diese eben auch die Verantwortung trage.

Forster sagte, die Luxus-Variante, die über 22,5 Millionen Euro gekostet hätte, „stellt uns vor zu große finanzielle Herausforderungen“. Statt 10.000 wären bei dieser Variante 15.000 Zuschauer im Stadion überdacht worden – und damit die Voraussetzung für den FC Homburg geschaffen, falls er in die 2. Liga aufsteigen würde. Falls „die sportlichen Leistungen des FCH in diese Richtung gehen, kann man das immer noch aushandeln“, schlug Forster vor.

Geld lieber in Schulen und Kitas investieren?

Innenminister Reinhold Jost hat der Stadt eine Förderung fürs Waldstadion über weitere zwei Millionen zu den schon zugesagten drei genehmigt. Trotzdem kommt immer noch ein beachtlicher Batzen auf die Stadt zu. Aber wie passt das zusammen: Ein Haushalt, in dem man sparen möchte und muss. Und dann eine Investition von dieser Größenordnung?

Grünen-Fraktionschef Marc Piazolo ist sich sicher: „Dafür müssten wir uns im Haushalt weit, weit strecken.“ Die Grünen stimmten als einzige Partei auch für die günstigste 9,6-Millionen-Euro-Variante, bei der die Gegengeraden nur teilweise überdacht worden wäre. Stimmen wurden laut, man solle dieses Geld doch lieber in die Bildung stecken. Frank Kirchhoff (Grüne) warf die Frage auf, ob man „das Geld nicht besser in die Kindergärten und Schulen“ investieren sollte?

Bisheriges Stadion „deprimierend und seelenlos“

Tumultartige Rufe brachen aus. Das Waldstadion ist vielen lieb und teuer, das konnte man bei vielen Ratsmitgliedern sehen. Das Stadion „muss ein Aushängeschild der Stadt werden“, denn der FC Homburg sei „eine gute Marke für unsere Stadt“, brachte Linken-Fraktionschefin Barbara Spaniol ihre flammende Rede auf den Punkt. Der FCH müsse weitergebracht werden, eben auch durch den Ausbau des Stadions.

Die Räumlichkeiten im Stadion seien, so wie sie jetzt sind, „deprimierend und seelenlos“, fand AfD-Fraktionschef Markus Loew. Nun kann mit den beschlossenen Details weitergeplant werden. Wenn der Umbau beendet ist, hat das Waldstadion hoffentlich wieder eine Seele.

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