Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Neben dem Kino bleibt das Parken umsonst, am Marktplatz werden Autos verboten

Auf dem Parkplatz neben dem Eden-Kino kann man weiterhin zum Nulltarif parken.
Auf dem Parkplatz neben dem Eden-Kino kann man weiterhin zum Nulltarif parken.

Autofahrer können aufatmen: Der Stadtrat entschied in seiner Sitzung am Mittwoch, dass der Parkplatz am Zweibrücker Tor, neben dem Eden-Kino, kostenlos bleibt. Und der Historische Marktplatz bleibt ab 1. Juni autofrei.

Neben dem Homburger Eden-Kino gibt es einen Parkplatz in der Straße Am Zweibrücker Tor. Dort hatte die Stadt kurz vor der Corona-Pandemie Parkautomaten angeschafft. So wollte die Stadt mindestens die Kosten, die für die Anmietung der Parkfläche anfallen, decken. Zusammen mit dem Parkplatz am Enklerplatz kostet das die Stadt jeden Monat einen vierstelligen Betrag.

Dann kam Corona, und der Stadtrat beschloss Ende 2020, vorerst keine Parkgebühren fällig werden zu lassen. Das wollten die Grünen in der Ratssitzung am Mittwoch ändern: Fraktionschef Marc Piazolo sagte, die Pandemie sei „ausgelaufen“, und die Energiekrise abgeschwächt. Zudem würde er von Bürgern angesprochen: „Die wundern sich, dass diese Parkautomaten dort stehen – und wir haben bislang keine Gebühren erhoben.“

Spaniol: Kostenlose Parkplätze sind „Trend, um Leute in die Innenstadt zu bekommen“

Die Bürger, die sich wundern, können das weiterhin tun: Denn auch zukünftig bleibt das Parken neben dem Kino kostenlos. Das beschloss der Stadtrat mehrheitlich. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Rippel sagte, die Auswirkungen von Corona seien noch spürbar, und auch die Energiekosten machten Bürgern, Einzelhandel und Gastronomie zu schaffen. Er zog auch Vergleiche mit umliegenden Städten: In St. Ingbert etwa werde darüber diskutiert, die Parkgebühren abzuschaffen – „in Neunkirchen im Saarpark-Center kann man Samstagsnachmittags auch kostenfrei parken.“ Auch am Zweibrücker Outlet kostet das Parken während der Öffnungszeiten nichts. „Wir müssen uns auch dem Wettbewerb mit anderen Städten stellen“, meinte er. Wenn der Parkplatz am Zweibrücker Tor künftig kostenpflichtig wäre, würden Autofahrer auf kostenlose Parkplätze ausweichen.

Auch die Linken-Fraktionsvorsitzende Barbara Spaniol hält kostenlose Parkplätze für wichtig und für einen „Trend“ der Städte, „um Leute in die Innenstadt zu bekommen“. Für Spaniol sind Parkgebühren „das falsche Signal zur falschen Zeit. Die Menschen sind belastet durch die Corona-Folgekosten, durch die immer noch hohen Energiekosten, durch die Inflation. Den Leuten geht es immer noch nicht sonderlich gut.“ Dem schloss sich auch AfD-Fraktionschef Markus Loew an.

Warum Saarbrücker in Homburg einkaufen

Axel Ulmcke (FWG) sehe auch an seinem Elektrogeschäft, das er in der Innenstadt betreibt, „dass Kunden aus Saarbrücken nach Homburg kommen“. In Homburg würden sie kostenlose Parkplätze finden – anders als in fast ganz Saarbrücken. Winfried Anslinger (Grüne) wunderte sich, weil der Stadtrat 2020 mit großer Mehrheit überhaupt erst beschlossen hatte, den Parkplatz anzumieten. „Jetzt haben wir die Automaten angeschafft und lassen sie rosten, ohne sie zu nutzen“.

Historischer Marktplatz: Ab 1. Juni wird er autofrei

Genutzt wird auch in Homburg der Historische Marktplatz – für Feste, Märkte und den Homburger Musiksommer. Nur zweimal in der Woche, während des Wochenmarkts und bei Veranstaltungen, ist das Parken dort verboten. Nun gilt das Parkverbot vom 1. Juni bis zum 15. September an allen Tagen. Der Antrag der Grünen wurde mehrheitlich beschlossen.

Fraktionschef Marc Piazolo meinte, der Marktplatz habe „in den letzten Jahren weiter an Aufenthaltsqualität gewonnen.“ Insbesondere der Musiksommer übe eine große Anziehungskraft aus. Durch das Parkverbot würde außerdem die Sicherheit für Familien mit Kindern gestärkt. Außerdem könnten Gastronomen so ihre Außenbestuhlung erweitern. Dass der Marktplatz während der Sommermonate frei von jeglichen motorisierten Gefährten ist, hat auch für andere Ratsmitglieder Vorteile: Michael Rippel sieht dadurch die Attraktivität der Gastrobetriebe gestärkt. Außerdem würde das für dreieinhalb Monate durchgehende Parkverbot für Klarheit bei den Autofahrern sorgen, die sonst immer schauen müssten, an welchem Tag sie dort parken könnten. Und: Der Trend „geht weg vom einfachen Einkaufen, hin zu Erlebnissen, etwa dem Musiksommer.“

Bohn: Behinderten-Parkplätze müssen direkt am Marktplatz sein

Homburgs Beigeordneter Manfred Rippel hatte vor der Sitzung mit den Gastronomen am Marktplatz gesprochen. Er berichtete, dass „alle die Idee gut fanden, auch mit der Ausweitung der Bestuhlung“. Einzig die Bestuhlung müsse an den Markttagen wieder zurückgebaut werden – dort sind dann die Stände aufgebaut. Er schlug vor, die Marktstände stattdessen in der Eisenbahnstraße aufzustellen.

Wilfried Bohn meinte, man müsse Parkplätze für Behinderte direkt am Marktplatz einrichten. Axel Ulmcke erinnerte an die Pläne von 2014: Damals war angedacht, oberhalb der Saarbrücker Straße Parkplätze zu schaffen. Bürgermeister Michael Forster (CDU) sah die Idee als „Chance für die Stadt“.

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