Saarbrücken
Getrübte Aussichten in der Saar-Wirtschaft
Zwar schätzten Teile der Industrie im Saarland ihre Lage dank hoher Auslastung und starker Umsätze besser ein, doch die Impulse aus der Dienstleistungswirtschaft haben laut IHK spürbar nachgelassen. Dies führt unterm Strich dazu, dass der IHK-Lageindikator im Oktober mit 38,7 Zählern ungefähr auf dem Niveau des Vormonats verharrt.
Deutlich schwächer zeigten sich hingegen die Aussichten und Erwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate. Der IHK-Erwartungsindikator fiel um 4,5 Punkte und liegt erstmals seit elf Monaten im negativen Bereich. Ursächlich dafür seien wachsende Geschäftsrisiken. „Die Meldungen der Unternehmen geben in der Summe weiterhin Anlass zur Hoffnung, dass die saarländische Wirtschaft in diesem Jahr einen Großteil des coronabedingten Einbruchs aufholen kann. Allerdings hat sich der Aufwärtstrend zuletzt spürbar verlangsamt“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé. Sorgen bereiteten den Unternehmen neben der Abkühlung der Konjunktur in China die anhaltenden Störungen der weltweiten Lieferketten und steigende Energie- und Rohstoffpreise, die zu ernsthaften Geschäftsrisiken werden könnten.
49 Prozent der befragten Unternehmen bewerteten laut der IHK ihre Geschäftslage mit gut, 40 Prozent mit befriedigend und nur 11 Prozent mit schlecht.
Gut liefen die Geschäfte in der Stahlindustrie, in der Elektroindustrie, in der Keramikindustrie, bei den Herstellern von Metallwaren sowie in Teilen der Automobilwirtschaft und des Maschinenbaus. Weiterhin deutlich angespannt ist die Situation jedoch in der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie bei den Gießereien, die unter Materialengpässen und Preissteigerungen für Rohstoffe und Vorprodukte litten.
An der Oktober-Umfrage der IHK haben sich laut Thomé rund 300 Unternehmen mit gut 100.000 Beschäftigten beteiligt.