Frankenthaler Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Warntag-Bilanz: Wo Durchsagen die Sirenen ersetzt haben

Bundesweit wurde am Donnerstag die Infrastruktur zur Warnung der Bevölkerung getestet. Eine große Rolle spielten die Sirenen.
Bundesweit wurde am Donnerstag die Infrastruktur zur Warnung der Bevölkerung getestet. Eine große Rolle spielten die Sirenen.

Für Punkt 11 Uhr war am Donnerstag die bundesweite Probewarnung der Bevölkerung angesetzt. Dabei ging es nicht nur um bekannte Warn-Apps wie Katwarn und Nina sowie den neuen digitalen Dienst Cell Broadcast, sondern auch ums Ausprobieren der örtlichen Sirenen. Die heulten aber nicht überall.

In Lambsheim und Beindersheim haben die Anlagen, die vor Gefahren wie Großbrand, Hochwasser, Chemieunfall oder Luftangriff warnen, ordentlich Krach gemacht, in den restlichen vier Dörfern der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim nicht. Dort funktionieren die alten Pilzsirenen nicht mehr. Denn lange Zeit dachte man, dass sie nicht mehr gebraucht würden. Und die insgesamt zehn Trichtersirenen, deren Anschaffung die VG-Gremien vor einem Jahr unter dem Eindruck der Flutkatastrophe im Ahrtal beschlossen haben, sind noch nicht da.

Das liegt laut Bürgermeister Michael Reith (SPD) an den Anforderungen, die das Förderprogramm für Sirenen mit sich bringt. „Wegen der voraussichtlichen Auftragssumme mussten wir eine Ausschreibung machen“, berichtet Reith. Doch bis zum 30. November sei kein einziges Angebot eingegangen. „Derzeit läuft daher ein Interessenbekundungsverfahren, bei dem wir über die Kommunalberatung sechs uns bekannte Firmen haben anschreiben lassen“, so der Bürgermeister.

Feuerwehr übt mit Lautsprechern

Dessen persönliche Meinung ist nach dieser Erfahrung: Man hätte auf das aufwendige Ausschreibungsverfahren verzichten und vor etwa einem Jahr den Auftrag nach einer kurzen Preisabfrage vergeben sollen. „Dann wäre zwar die Förderung gefährdet gewesen, jedoch hätten wir damals noch eine Firma gefunden und hätten nun die Sirenen.“

So wurde also nur in Lambsheim und Beindersheim Sirenenalarm ausgelöst. Deshalb übte die Feuerwehr in allen Ortsgemeinden bis 11.45 Uhr die Warnung mit einem anderem Mittel: Aus Fahrzeugen heraus wurden Lautsprecherdurchsagen auf Deutsch und Englisch abgespielt. Und das Bürgertelefon der Verbandsgemeindeverwaltung war besetzt. Das alles hat laut Reith gut geklappt. „Allerdings war die momentan einzige Sirene in Lambsheim, die auf dem Alten Rathaus, nicht überall im Ort zu hören.“ Die Anlage funktioniert digital, die in Beindersheim musste vor Ort manuell ausgelöst werden.

Am Altrhein bleibt eine Anlage stumm

In Bobenheim-Roxheim verfügt man über sechs Sirenen, die pünktlich um 11 Uhr von der örtlichen Feuerwehr ausgelöst wurden, aber erst ein paar Minuten später aufheulten, wie Fachbereichsleiter Frank Unvericht berichtet. Die auf dem Heimatmuseum sei still geblieben, den Defekt müsse die mit der Wartung beauftragte Firma jetzt beheben. Eine siebte Digitalsirene hat die Verwaltung bestellt, aber noch nicht erhalten. Sie wird an der Kita Regenbogen installiert, um Teile von Roxheim besser auszuleuchten.

Durchsagen wie in der VG Lambsheim-Heßheim standen nicht auf dem Programm. „Das haben wir bei einem Stromausfall geübt“, sagt Unvericht. „Wir wissen, wie das funktioniert.“ Auch in der Handhabung der Sirenen hat die Mannschaft von Wehrleiter Kai Neiheiser Übung: Erst vor wenigen Monaten fand ein solcher Probealarm in der Gemeinde statt.

Leiningerland gut ausgestattet

Als das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bundesweit die Probewarnung auslöste, wurden ebenfalls die 26 Sirenen in den Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Leiningerland aktiviert. Laut VG-Wehrleiter Markus Ittel wurden – anders als in anderen Verbandsgemeinden des Landkreises Bad Dürkheim – die Sirenen im Leiningerland in den vergangenen Jahrzehnten nicht abgebaut, sondern weiter genutzt.

Das führte dazu, dass Anfang dieses Jahres nur fünf neue Anlagen zur Ergänzung des bestehenden Netzes bestellt werden mussten – und zwar für Höningen, Carlsberg/Hertlingshausen und Neuoffstein. Die bereits vorhandenen Sirenen bekamen nach einem Ratsbeschluss im März ein technisches Update: Sie sind jetzt in der Lage, den Warnton für die Bürger abzuspielen.

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