Altrip RHEINPFALZ Plus Artikel Leute im Landkreis: Ein Marsianer in Altrip

Kontakt zum Mars: Wilfried Wambold aus Altrip mit seinem ersten Roman für Kinder, Jugendliche und junggebliebene Erwachsene.
Kontakt zum Mars: Wilfried Wambold aus Altrip mit seinem ersten Roman für Kinder, Jugendliche und junggebliebene Erwachsene.

Der 82-jährige Wilfried Wambold aus Altrip hat einen Science-Fiction-Roman für Kinder geschrieben. Orte der Handlung sind der Mars, das Weltall, der Mond – und Altrip. Die Geschichte ist spannend, und sie geht ans Herz.

Telun-32 hat feuerrotes Lockenhaar mit schwarzer Strähne, grüne, manchmal auch blaue oder violette Haut. Er stammt vom Mars und kann mit seinen Fühlern an der Stirn Gedanken anderer Marsianer lesen und eigene Gedanken versenden. Überraschenderweise gelingt ihm eine Verbindung zum Erdenmädchen Paula aus Altrip. Er will sie unbedingt besuchen. Damit er nicht als Alien erkannt wird, schlägt Paula vor, dass er an Fasnacht zu ihr kommt.

Nach einer abenteuerlichen Reise durch das Weltall landet er tatsächlich an Fasnacht hinter der Altriper Rennbahn. Paula holt ihn ab und nimmt ihn mit zu ihren zunächst ahnungslosen Eltern. Auf der Kinderfasnacht der Altriper Wasserhinkle gewinnt Telun den Preis für die schönste Maske. Er freut sich, doch die Kinder rufen „Maske ab!“. Und dann wird seine Lage bedrohlich, denn ein Altriper hat die Landung des Raumschiffs beobachtet …

Ein guter Erzähler

So die Handlung von „UFO-Alarm – Aliens in der Pfalz“ des Altriper Autors Wilfried Wambold. „Ich konnte als Vater meinem Sohn, wie auch später als Großvater meinen Enkelinnen aus dem Stegreif fantastische Geschichten erzählen. Häufiges Thema waren die Abenteuer des kleinen grünen Marsmenschen, der seine Freundin auf der Erde besucht“, erzählt Wambold. Dass er eines Tages daraus ein Buch machen würde – dieser Gedanke lag noch in weiter Ferne.

Obwohl es ihn früh zum Gedruckten hinzog. Der Großvater war Schriftsetzer, der Vater Buchdrucker, und diesen Beruf wollte er ebenfalls ergreifen. Doch wie das Leben so spielt, hörte Wambold auf den Rat des Berufsberaters am Gymnasium und wurde zunächst ein Zahlenmensch: Er absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann, arbeitete als Angestellter und sattelte später den Diplom-Kaufmann drauf. Es folgten Jahre der Arbeit in gehobener Position bei ABB und natürlich die Familiengründung.

Er schrieb drauflos

Der Familienrat war es dann auch, der beschloss, dass Wilfried Wambold seine fantastischen Ideen zu Papier bringen sollte. „Ich winkte ab – doch die Erinnerung an meine Jugendträume kehrte zurück und setzte sich in meinem Kopf fest“, sagt Wambold rückblickend. Dort blieb sie erst einmal. Denn nach dem Eintritt ins Rentenalter 2002 wollte er für seine Enkeltöchter, die um die Jahrtausendwende geboren waren, da sein, mit seiner Frau Freunde und Verwandte in Europa besuchen, und er engagierte sich in der evangelischen Kirche.

Um 2010 kam die Idee des Schreibens dann richtig auf. Er sei zwar ein mittelmäßiger Schüler gewesen, aber gut in Deutsch. Also schrieb er drauflos. Um dann festzustellen: „Mein Text war grottenschlecht. Nach wenigen Seiten hörte ich auf.“ Zufällig stieß er auf die Werbung für einen Kurs zum Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern. Er absolvierte den Kurs, doch das erworbene Wissen reichte nicht aus. „Ich hatte Lücken besonders in der neuen deutschen Rechtschreibung sowie der Grammatik und der Zeichensetzung. Auch mit meinem Schreibstil war ich nicht zufrieden. Daher arbeitete ich mich durch die entsprechenden Kapitel der Bände des Duden, las Fachbücher zur Stilistik – und ich begann selbst wieder Kinder- und Jugendbücher zu lesen“, beschreibt Wambold seine späten Lehrjahre.

Derlei ausgerüstet, nahm er einen erneuten Anlauf, eine Fantasie-Geschichte für Kinder und Jugendliche zu schreiben – und jetzt entwickelte sich diese wie von selbst. Die Familie fand es natürlich toll, doch er wollte auch vor Fachpublikum bestehen. Über das Internet suchte er sich einen Lektor. Dieser war ebenfalls sehr angetan und hatte noch Verbesserungsvorschläge. Unter anderem empfahl er, die Geschichte überregional und nicht auf Altrip bezogen anzusiedeln, um das Buch deutschlandweit verkaufen zu können. Wambold tat es und schrieb die Geschichte um.

Viel Glück im Leben

Nun kam eine weitere Hürde: die Suche nach einem Verlag. „Sie ahnen nicht, wie viele Zuschriften Verlage täglich erhalten, vor allem von spätberufenen Rentner-Autoren!“, sagt Wilfried Wambold und lacht. Er ist dankbar „für das schöne Leben, das ich führen durfte“ und hält sich, „zwar ein Kriegskind, aber mit einer glücklichen, unbeschwerten Kindheit im hessischen Dausenau an der Lahn“, für einen Menschen mit viel Glück im Leben. Dieses Glück war ihm auch 2019 beim Besuch der Buchmesse in Schwetzingen hold. Dort lernte er nämlich Barbara Waldkirch vom gleichnamigen Verlag aus Mannheim kennen. Sie hatte sofort großes Interesse an der Geschichte – wenn er sie denn auf die Region bezogen umschriebe! Also stellte er den Originalzustand wieder her, und nachdem Corona für einige Verzögerungen gesorgt hatte, ging das Buch im Oktober 2020 in Druck. Die Reaktionen aus seiner jungen Leserschaft und auch von deren Eltern waren zahlreich und durchweg positiv. „Und es wird Fortsetzungen geben“, verrät Wambold. „Teil zwei bis vier habe ich bereits in der Schublade!“

Noch Fragen?

„UFO-Alarm – Aliens in der Pfalz“, Taschenbuch, 188 Seiten, erschienen 2021, ISBN: 978-3-86476-159-1. Es ist beim Verlag Waldkirch online erhältlich und kostet 12 Euro: www.verlag-waldkirch.de

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