Dannstadt-Schauernheim
Kurioses aus der Geschenke-Kiste: Fast vergessene Patenschaft
Der Rettungsring trägt den Aufdruck „Regulus 1. MSG“. Er und die anderen genannten Gegenstände zeugen von der Patenschaft der Blaskapelle mit dem Minensuchboot „Regulus“ der Bundesmarine. Sie befinden sich im Probenraum der Blaskapelle im Vereinsheim des Turnerbundes Assenheim.
„Wir haben damals mit dem Spielmannszug Kurpfalz-Oppau den Großen Zapfenstreich geprobt. Die hatten eine Patenschaft mit einem Marineboot und erzählten, dass Paten gesucht würden“, erzählt Erich Fix, damals aktiver Musiker. „Da dachten wir, das probieren wir mal.“ So wurde die Blaskapelle 1965 Pate von „Regulus“, was im April 1965 bei einem Besuch der Besatzung in Assenheim feierlich besiegelt wurde.
„Am heutigen Römerbrunnen, damals noch unbebautes Gelände, hat die Blaskapelle die Besatzung, die mit dem Bus gekommen war, in Empfang genommen und sie mit Musik zum Rathaus geleitet“, erinnert sich der 85-Jährige. Dort wurden die Flaggen gehisst und die Patenschaftsurkunde unterzeichnet, abends gab es dann einen Großen Zapfenstreich. Zum Programm gehörten auch Besichtigungen in der Pfalz und gesellige Abende.
Fahrt auf der Ostsee und „Damenprogramm“
„Die Männer waren im Ort bei Privatleuten untergebracht, da haben sich einige Freundschaften entwickelt“, erzählt Fix, der noch Kontakt zu einem Besatzungsmitglied pflegt. „Es war für uns alle ein besonderes Erlebnis.“ Beim ersten Besuch wurde wohl auch der Rettungsring auf dem Ständer mit Schiffsglocke und Paddeln als Gastgeschenk überreicht. „Die Schiffsglocke ist irgendwann abhanden gekommen“, bedauert Fix. Es gäbe auch noch ein Schiffsmodell der „Regulus“, das im früheren Probenlokal der Blaskapelle, einer Wirtschaft in der Friedhofstraße, auf dem Schrank steht.
Ein Jahr später machte die Blaskapelle einen Gegenbesuch in Flensburg. „Da ist die Mannschaft an Deck angetreten und wir sind mit Musik vorbeimarschiert.“ Die Männer durften mit der „Regulus“ eine Fahrt auf der Ostsee machen, ihre Frauen durften nicht mitfahren. Ihnen blieb nur eine Besichtigung des Boots und die Teilnahme an einem Abendessen. Während der Schiffsfahrt der Männer gab es für sie ein „Damenprogramm“ mit Besichtigungen.
1968 kam die „Regulus“-Besatzung ein zweites Mal nach Assenheim – zum 60. Jubiläum des Turnerbunds Assenheim. Dabei wurde die Messingplatte überreicht. „Die Marinesoldaten in ihren Uniformen und wir in unseren Musikeruniformen, damals in Rot, das war ein schönes Bild auf dem Rasen vor dem Sportheim“, sagt Fix.
1969 erfolgte nochmals ein Gegenbesuch der Assenheimer, bevor die Patenschaft Anfang der 70er-Jahre auslief. „Der bisherige Kapitän war befördert worden und der Nachfolger hat die Patenschaft nicht weiter gepflegt“, sagt Fix. Es bestanden auch keine Kontakte mehr zur Mannschaft, die sich inzwischen weitestgehend personell verändert hatte.