Hessheim / Grossniedesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Hochwasserschutz auch bei kleinen Gewässern wichtig

Derzeit ist der Wasserstand vor der Sperre im Eckbach und dem Einlauf in das Rückhaltebecken zwischen Eckbach und Altbach niedri
Derzeit ist der Wasserstand vor der Sperre im Eckbach und dem Einlauf in das Rückhaltebecken zwischen Eckbach und Altbach niedrig.

Dass anschwellende Flüsse gefährlich werden können, wurde bei der Hochwasserkatastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz deutlich. Nun werden bestehende Sicherheitskonzepte überprüft, erweitert oder neu aufgestellt. Ein RHEINPFALZ-Leser fragt sich, ob ein Rückhaltebecken am Eckbach zwischen Heßheim und Großniedesheim an dieser Stelle wirklich sinnvoll ist.

Das genannte Rückhaltebecken ist für den Heßheimer Michael Hopp ein Ärgernis. „Da werden Steuergelder für so ein Rückhaltebecken ausgegeben, das aber nichts bringt“, kritisiert der Winzer. Denn er habe beobachtet, wie das Wasser nach den starken Regenfällen der vergangenen Wochen einfach vorbei geschossen sei. Das Rückhaltebecken laufe nur voll, wenn der Eckbach überlauft. „Diese Überflutungsfläche wird nicht gebraucht“, ist Hopp überzeugt.

„Die Nachbargemeinden Großniedesheim, Kleinniedesheim und vor allem Bobenheim-Roxheim sollen durch dieses Becken geschützt werden“, erklärt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim, Michael Reith (SPD). Der Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach hat das Becken im Auftrag der VG geplant. Der Verband ist für die Pflege von Gewässern dritter Ordnung, also zumeist kleinen Bächen und Gewässern wie dem Eckbach, zuständig. 2007 wurde das laut Gewässerzweckverband 962.500 Euro teure und rund 63.000 Kubikmeter fassende Rückhaltebecken fertiggestellt. Als sogenannter Oberlieger sei man dazu verpflichtet, etwas zu unternehmen, um die Unterlieger eines Gewässers zu schützen, betont VG-Bürgermeister Reith. Nördlich des Rückhaltebeckens verläuft der Eckbach, südlich der Altbach.

Weiterfluss bei Hochwasser gestoppt

Drosselbauwerke vor den Toren Beindersheims sorgen dafür, dass der Abfluss – also vereinfacht gesagt die Wassermenge – verringert wird. Wird beispielsweise durch Starkregenereignisse im Eckbach oder im Altbach eine gewisse Schwelle beim Pegel erreicht, wird der Weiterfluss gestoppt und das Wasser ins Rückhaltebecken abgeleitet. Was dort nicht versickert, wird laut Reith an anderer Stelle wieder in den Bach geführt. „Gerade liegt der Eckbach unter dieser Schwelle“, sagt der Bürgermeister. „Doch Bäche können reißend werden.“ Man habe bei den Unwettern im Norden des Landes gesehen, wie schnell so etwas gehen könne.

Aufnahmen, die Reith Mitte Juli angefertigt hat, zeigen, dass die Sohle der Zulauf- und Ablaufbauwerke feucht ist. Es muss vermutlich während der letzten Starkregenereignisse zu einem Einstau von Wasser gekommen sein. Wie der Gewässerzweckverband mitteilt, werde nicht automatisch erfasst, wann das Becken wie voll läuft. Man könne aber davon ausgehen, dass das mehrmals im Jahr passiere.

Doch reicht das Becken zum Hochwasserschutz wirklich aus? „Am Unterlauf des Eckbachs sind explizit keine weiteren Rückhaltemaßnahmen vorhanden“, heißt es vom Gewässerzweckverband. In Bobenheim-Roxheim sei dafür ein weiteres Rückhaltebecken geplant und genehmigt. Es soll ab dem kommenden Jahr gebaut werden.

Wenn das Wasser die Schwelle übersteigt, fließt es in das Rückhaltebecken ein.
Wenn das Wasser die Schwelle übersteigt, fließt es in das Rückhaltebecken ein.
Im Bereich nach der Sperre ist zu sehen, dass der Wasserstand hier kürzlich höher gewesen sein muss.
Im Bereich nach der Sperre ist zu sehen, dass der Wasserstand hier kürzlich höher gewesen sein muss.
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