Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Burkina Faso: Schifferstadter Hilfe lindert Not

Gerhard Schackert und Calrisse Kantiono im Pfarrzentrum Herz Jesu.
Gerhard Schackert und Calrisse Kantiono im Pfarrzentrum Herz Jesu.

Hunger, Armut und schlechte medizinische Versorgung machen das Leben in Burkina Faso schwierig. Besonders betroffen sind Mütter und Kinder. Clarisse Kantiono vom Hilfezentrum Oasis berichtete im Pfarrzentrum Herz Jesu.

Wie kann man helfen? Was ist der aktuelle Stand im Hilfezentrum Oasis? Was wird aus den Patenkindern? Wie wirkt sich die politische Lage nach dem Putsch auf die Helfer aus? Das waren Fragen, die Schifferstadter vom Freundeskreis Burkina Faso an die engagierte Frau richteten. Clarisse Kantiono hat zusammen mit ihrem Mann Enzo Missoni vor 30 Jahren das Hilfezentrum Oasis aufgebaut. Dazu gehören ein Sozialzentrum, ein Krankenhaus und seit Kurzem eine Geburtsstation. Schwangere erhalten medizinische Betreuung, die Neugeborenen und ihre Mütter werden versorgt.

Seit vielen Jahren gibt es eine Verbindung von Schifferstadt in das westafrikanische Land. Entstanden ist der Kontakt im Jahr 2005, als Jugendliche aus Burkina Faso zum katholischen Weltjugendtag nach Köln unterwegs waren und auf der Durchreise in Schifferstadt Station machten. So erfuhren die Schifferstadter auch von den Verhältnissen in Burkina Faso. Das Land liegt am Rand der Sahelzone und leidet oft unter langen Dürrezeiten. Im Nachbarland Mali, das eine sehr lange Grenze zu Burkina Faso hat, herrschen Milizen und Terroristen, die oft über die Grenze kommen und Dörfer plündern. Auch Flüchtlinge aus Mali kommen über die Grenze.

Hilfe und Schutz

Der aktuelle Staatspräsident Ibrahim Traoré ergriff 2022 durch einen Staatsstreich mit dem Militär die Macht. Er und seine Unterstützer warfen dem vorigen Präsidenten vor, den Terrorismus und die Korruption nicht wirksam zu bekämpfen. Die Situation sei dann tatsächlich besser geworden, sagt Gerhard Schackert, der Sprecher des Freundeskreises Burkina Faso, der öfter mit Clarisse Kantiono dort unterwegs ist. Der Präsident wisse auch um die Bedeutung der Hilfsorganisationen und habe auch Schutz und Hilfe für das Centre Oasis organisiert.

Direkte und persönliche Unterstützung aus der Pfalz gibt es durch Patenschaften. Der Freundeskreis hilft bei der Vermittlung. Für 200 Euro im Monat können die Paten dann ein Kind fördern, wenn gewünscht bis zu dessen abgeschlossener Schulbildung. Mit dem Beitrag sei es möglich, die Familie des Kindes beim Kauf von Hirse zu unterstützen, medizinische Versorgung zu sichern und Schulmaterial und Schreibzeug zu beschaffen, sagte Schackert.

Zwei gute Beispiele

Clarisse berichtete von zwei Schifferstadter Patenkindern: Ein junger Mann habe nach der Schule studiert, sei jetzt Beamter in der Forstverwaltung geworden und habe gerade geheiratet. Das andere Patenkind sei inzwischen Polizeibeamter geworden. „Bei beiden haben sich die Paten entschieden, auch Ausbildung oder Studium zu finanzieren. Das ist dann ein schöner Erfolg“, sagt Schackert. Die ehemaligen Patenkinder seien Vorbilder für andere, Schule und Ausbildung auf sich zu nehmen.

Der Freundeskreis arbeitet mit der Hilfsorganisation „Save Mothers“ mit Sitz in Mainz zusammen. So wurden medizinische Geräte und Krankenhausbedarf in der Region gesammelt. Diese seien jetzt in einem Übersee-Container unterwegs. Die Schifferstadter Malteser haben mitgeholfen, die Sendung zu laden. Die Ausbildung der künftigen Leiterin der Geburtsstation haben die Frauen von Soroptimist Speyer ermöglicht.

Spenden aus der Region

Ein wesentlicher Beitrag war auch der Erlös des Hungermarschs in Böhl-Iggelheim sowie die Weihnachtsaktion des Schifferstadter Weltladens. Auch der Leichtathletik Club Schifferstadt hat mit den Teilnehmern des Silvesterlaufs mit einer Spende die Geburtsstation unterstützt. Der Freundeskreis hat laut Schackert bundesweit rund 500 Unterstützer, der Großteil in Schifferstadt und im Rhein-Pfalz-Kreis. Seit 2010 gibt es über 200 Patenschaften für Kinder, aber auch alte Frauen, die mit Nahrung und Medikamenten versorgt werden. Aktuell helfe der Verein, eine Geburtsstation aufzubauen und zwei Hebammen auszubilden. Fünf Trinkwasserbrunnen wurden gebaut. Clarisse Kantiono hat Schifferstadt mehrfach besucht und berichtet über die Lage und den Einsatz der Spenden. Aktuelle Informationen gibt es auch über einen Blog.

Noch Fragen?

Gerhard Schackert, Telefon 0160 96250806, E-Mail info@msc-new-energy.com.

Blog: https://burkinafasoreise.wordpress.com/

Spendenkonto: Kirchenstiftung Hl. Edith Stein, IBAN: DE95 5455 0010 0190 0821 15, Verwendungszweck: Burkina Faso.

Clarisse Kantiono und ihr Mann Enzo Missoni. Die beiden haben Oasis aufgebaut.
Clarisse Kantiono und ihr Mann Enzo Missoni. Die beiden haben Oasis aufgebaut.
Ein Schwerpunkt der Arbeit von Oasis liegt auf der medizinischen Versorgung von Müttern und deren Kindern.
Ein Schwerpunkt der Arbeit von Oasis liegt auf der medizinischen Versorgung von Müttern und deren Kindern.
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