Südwestpfalz
Eine Landmarke fällt
Auf dem Gelände in der Nähe des Bahnhofs Pirmasens-Nord und des Freibads Biebermühle, das früher dem Bauunternehmen Küntzler gehörte und das vor kurzem das Unternehmen Peter Gross Bau gekauft hatte, soll Platz geschaffen werden. Peter Gross Bau möchte dort seinen Verwaltungssitz bauen. Die alten Kraftwerksgebäude werden nach und nach abgerissen. Als Erstes war am Dienstag der 94 Meter hohe Schornstein dran. Er galt als baufällig, zuletzt fielen immer wieder Steine aus dem Mauerwerk.
Am Dienstagmorgen hatte der Helmut Hörig als Sprengberechtigter 46 Sprengladungen mit insgesamt fast 20 Kilogramm Sprengstoff im unteren Bereich des Turms in Bohrlöchern untergebracht, um das Bauwerk kontrolliert auf das zuvor freigeräumte Gelände stürzen zu lassen. Rund 113 Meter lang war diese Fläche, sie endete an einem aufgeschütteten Wall. Der sollte verhindern, dass Teile des Schornsteins auf die benachbarten Bahngleise rollen.
Zwei Dinge störten am Dienstagnachmittag den Ablauf, ohne ihn zu gefährden. Die Polizei hatte um 14 Uhr alle Zufahrten rund um die Biebermühle abgeriegelt, kein Auto kam in diesem Bereich auf der B270 und der L477 von Thaleischweiler aus in den Gefahrenbereich. Die Sprengung sollte erst erfolgen, wenn die beiden Züge aus Kaiserslautern und aus Zweibrücken weitergefahren waren und im Bahnhof standen. Der Zug aus Zweibrücken kam mit zweiminütiger Verspätung, da stand die Sprengung unmittelbar bevor. Schließlich tauchte noch ein Auto im Sperrbereich auf, keiner wusste woher. Erst als das weg war, drückte Hörig auf den Auslöseknopf.
Geplant hatte Hörig, dass der Turm wie ein Baum fällt. Das klappte nicht ganz, weil im unteren Bereich ein sogenanntes Sprengband aus Metall fehlte, das im Lauf der Jahre verrostet war. Dadurch brach der Schornstein im unteren Bereich ein und sackte erst zusammen, ehe er fiel. Positiver Nebeneffekt: Weil der Schornstein nicht der Länge nach aufschlug, landeten keine Steine am Schutzwall.
Alle Beteiligten zogen ein positives Fazit. Während der Sperrung von Straßen und Gleisen kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen. Auch die große Anzahl Schaulustiger, die auf dem Steineschloß und auf dem Berg gegenüber der Biebermühle das Spektakel beobachteten, stellten für den Einsatz keine Gefahr da.