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Donnerstag, 11. Oktober 2018 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Luchse im Wohngebiet: So wahrscheinlich ist eine Begegnung

Die Umsiedlung von rund 20 Luchsen ist geplant. (Symbolfoto: dpa)

Nach umfangreichen Vorbereitungen wurden die ersten drei Luchse im Juli 2016 im Pfälzerwald ausgewildert; acht weitere folgten bisher und mindestens sechs Jungtiere wurden 2017 und 2018 in der neuen Heimat geboren. Geplant ist es, insgesamt 20 Luchse in der Schweiz und der Slowakei zu fangen und umzusiedeln, erläutert Sylvia Idelberger, Projektleiterin der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz für die Wiederansiedlung des Luchses im Pfälzerwald (EU-Life-Luchs-Projekt). Eine Gefahr für Menschen gehe von ihnen nicht aus. Waldbesucher jeden Alters könnten sich nach wie vor unbeschwert im Wald bewegen. Nachzulesen ist das auch im Internet unter www.snu.rlp.de.

„Unbestätigte Hinweise“

Gegenüber der RHEINPFALZ sagte Idelberger, dass ihr zu den bei Merzalben geschilderten Begegnungen mit einem Luchs „zurzeit keine Details vorliegen“. Sie habe den zuständigen Kollegen, Ditmar Huckschlag, nicht erreichen können. Huckschlag arbeitet in der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) und ist für das „Demographische Großkarnivoren-Monitoring“ zuständig (Großkarnivoren sind große Fleischfresser). Das heißt, dass über ein Netzwerk von ehrenamtlichen Personen, sogenannte „Großkarnivoren-Beauftragte“, Hinweise aus der Bevölkerung etwa zum Luchs entgegengenommen und dokumentiert werden. Die FAWF wertet diese Hinweise nach wissenschaftlichen, mittlerweile bundesweit einheitlichen Kriterien aus. Allgemein gilt, dass alle Hinweise, bei denen ein Luchs (oder ein Wolf) als Verursacher aufgrund der mangelnden „Indizienlage“ von einer erfahrenen Person weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte, als „unbestätigte Hinweise“ gewertet werden. Dazu zählen alle Sichtungen ohne Foto- oder Videobeleg; ferner alle Hinweise, die zu alt, unzureichend oder unvollständig dokumentiert sind, zu wenige Informationen für ein klares Bild (etwa bei Spuren) aufweisen oder aus anderen Gründen für eine Bestätigung nicht ausreichen. |mt

In Wohngebieten eher selten

Eine Begegnung mit einem Luchs sei sicher möglich, auch wenn man nur selten das Glück habe, so Idelberger. „In einem Wohngebiet ist dies aber eher unwahrscheinlich. Ein Teil der Luchse ist mit einem GPS-Sendehalsband ausgestattet. Es liegen uns zum genannten Zeitraum der ersten Begegnung keine Daten aus der Nähe von Merzalben vor.“ Ein erwachsener Luchs könne auf seinen nächtlichen Erkundungstouren auch an Ortschaften herankommen, ein solches Ereignis sei aber eher selten. Merzalben liege im Aktionsraum der Luchsin Rosa und des Kuders Juri. Die Aktionsräume der Luchse in der Pfalz bewegen sich zwischen 50 und 400 Quadratkilometern. „Es wird sich kaum klären lassen, ob hier tatsächlich ein Luchs gesichtet wurde“, so die Projektleiterin.

Die zweite Beobachtung mit den zwei Luchsjungen im August stimmt überein mit der vor Ort überprüften Meldung eines Großkarnivoren-Beauftragten vom 24. August. Er konnte per Fotonachweis einen Luchs mit zwei Luchsjungen einige Hundert Meter von Merzalben entfernt dokumentieren. Hierbei handelte es sich um die Luchsin Rosa, die aber – wie inzwischen bekannt ist – drei Junge hat. „Das dritte Luchsjunge war in dem Moment wohl nicht zu sehen“, vermutet Idelberger. Der Vater des Wurfs ist Kuder Lucky. Ebenso sei bei Luchsin Kaja der Nachweis von mindestens einem Jungtier erbracht.

In diesem Jahr gebe es im Pfälzerwald drei Würfe mit insgesamt mindestens fünf Jungtieren.

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