Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Benefizkonzert soll Geld für die Weigle-Orgel in der Hambacher Pauluskirche bringen

Herwig Maurer (80) kennt die Schwächen der Pauluskirchen-Orgel von zahlreichen Gottesdienstbegleitungen her nur zu gut.
Herwig Maurer (80) kennt die Schwächen der Pauluskirchen-Orgel von zahlreichen Gottesdienstbegleitungen her nur zu gut.

Beim dritten Benefizkonzert am nächsten Sonntag zugunsten der dringenden Sanierung der Hambacher Pauluskirchen-Orgel engagieren sich namhafte Musikerinnen und Musiker aus Neustadt, von denen es in der Stadt durch Zufall oder glückliche Fügung eine Menge gibt.

Mit im Boot sind unter anderem die Geigerin Gunhild Hölscher, die Cellistin Juliane Flaksman, die Bratschistin Esther Labusch und nicht zuletzt der für sein hervorragendes Engagement in Sachen historischer Aufführungspraxis hochgelobte Fritz Burkhardt an der Violine. Sie alle sind in direkter Nachbarschaft zu dem hart an der Grenze zwischen Hambach und Kernstadt gelegenen Gotteshaus beheimatet. Sie eint nicht allein der Ruf, der ihnen vorausgeht, sondern auch die Tatsache, dass sie es einfach – ganz privat und zwischenmenschlich – lieben, miteinander kammermusikalisch zu kommunizieren. Hausmusik auf Exzellenzniveau gewissermaßen. Aber natürlich gerne auch immer wieder öffentlich und zur Freude eine zusehends wachsenden Fan-Gemeinde, so wie am Sonntag zugunsten der arg in die Jahre gekommenen Weigle-Orgel der Pauluskirche.

„Es muss was passieren“, sagt Herwig Maurer

Und damit kommt Herwig Maurer ins Spiel, einstiger Schulmusiker am Leibniz-Gymnasium, aber immer auch reger Kirchenmusiker, vor allem in der Lambrechter Klosterkirche, schon eine Weile aber auch im Dienst in der Pauluskirche in Hambach und obendrein seit geraumer Zeit permanenter Kammermusikpartner von Gunhild Hölscher. Der Wermutstropfen, den er zwangsweise mindestens an jedem Sonntag auf der Orgelbank mit runterschlucken muss, ist der beklagenswerte Zustand der rund 50 Jahre alten „Königin“ auf der Empore.

„Es muss was damit passieren, so kam es zu der Idee, über Benefizien Öffentlichkeit herzustellen“, sagt Maurer. „Für den Erlös aus den Ausgangsspenden, mehr als 1.600 Euro bei den ersten beiden Konzerten, sind wir überaus dankbar, aber er bleibt natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir hoffen zuversichtlich auf weiteren Zulauf, zumal angesichts der Prominenz der Ausführenden.“

Das Wort Restaurierung wäre zu hoch gegriffen

Wie Herwig Maurer schildert, war bei der 2021 abgeschlossenen Innensanierung der Kirche die Orgel nur mangelhaft vor Baustaub gesichert worden. „Das Instrument benötigt dringend eine Ausreinigung, müsste danach sorgsam gestimmt werden. Zwei Pfeifen, die sich unter eigenem Druck abgesenkt haben, sind nicht mehr spielbar, müssten erneuert werden, und auch manche Materialien – dem damaligen Zeitgeist geschuldet – sind nicht nachhaltig und sollten ebenfalls ausgetauscht werden.“

Das Wort Restaurierung ist für den 80-Jährigen zu weit gegriffen, er nennt es schlicht Instandsetzung. Dennoch verbirgt sich dahinter der Finanzbedarf einer Summe im – bei etwas Glück – niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Sparzwänge der Gemeinde, speziell im von der Landeskirche verordneten Gebäudebereich, lassen kaum Spielraum. Kirchenmusik, so öffentlichkeitswirksam sie auch sein mag, bleibe da stets Schlusslicht bei allen Vergaben.

Händel, Telemann & Bach

Umso wichtiger sei das Engagement namhafter Künstler wie Gunhild Hölscher, die an die in den 1980er Jahren aus familiären Gründen abgebrochene Welt-Solokarriere zu Anfang der Jahrtausendwende, während ihrer Berliner Zeit, anknüpfen konnte und auch seit ihrer Rückübersiedelung in die alte Heimat Hambach gefragt ist. Ähnlich rege sind die Konzerttätigkeiten von Flaksman, Labusch und Burkhardt.

Das Publikum am 14. Mai darf sich freuen auf ein Barockprogramm in wechselnden Besetzungen freuen, zwei Triosonaten von Georg Friedrich Händel sowie zwei Concerti von Georg Philipp Telemann. Herwig Maurer wird außerdem auch als Solist – unter sorgsamer Vermeidung all der instrumentalen Fallstricke seiner Orgel – ein vielgeliebtes Stück von Johann Sebastian Bach aus dessen Weimarer Zeit interpretieren: die Fantasie G-Dur, BWV 572.

Termin

Gunhild Hoelscher und Friedrich Burkhardt (Violinen), Esther Labusch (Viola), Juliane Flaksman (Violoncello) und Herwig Maurer (Cembalo und Orgel) spielen am Sonntag, 14. Mai, um 19 Uhr in der Pauluskirche in Hambach ein Benefizkonzert für die Weigle-Orgel von 1975 mit Werken von Händel, Telemann, Bach. Eintritt ist frei, um Spenden wird – logisch bei einem Benefizkonzert – gebeten.

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