Ludwigshafen
Warum Tobias Balthesen hinter einem Führungsrad einsam läuft
Tobias Balthesen (TSG Heidelberg) dominierte am Sonntagvormittag die 24. Auflage des Mutterstadter Volkslaufes über zehn Kilometer. Bei den Frauen feierte das Engelhorn Sports Team einen Dreifacherfolg. Lena Wirth hatte hier die Nase vorn.
Nur ein Kilometer konnte die Konkurrenz mithalten, dann musste sie Balthesen ziehen lassen. Im Schatten des Führungsfahrrades lief der 32-Jährige ein einsames Rennen und überquerte nach 34:04 Minuten die Ziellinie an der Walderholungsstätte Mutterstadt. „3:46 Minuten für den ersten Kilometer waren etwas zu langsam, dann bin ich einfach Kilometer für Kilometer peu à peu ein bisschen schneller gelaufen. Auf den letzten beiden Kilometern habe ich dann mein Zehn-Kilometer-Wettkampftempo erreicht“, sagte Balthesen, der als Förderschullehrer in Mosbach arbeitet. An sich wollte er an diesem Wochenende bei den deutschen Straßenlaufmeisterschaften über zehn Kilometer an der Startlinie stehen, doch eine Reizung am Fuß setzte ihn fast drei Wochen lang schachmatt. „Ich habe es heute noch etwas gemerkt, aber der Physio bekommt das sicher hin“, zeigte er sich zuversichtlich. Sein nächstes Ziel in diesem Herbst: der Kölner Halbmarathon am 13. Oktober. „Mein Traum dort wäre eine 1:11 oder 1:12“, sagte Balthesen, der gemeinsam mit seiner Familie – seinen beiden Kindern und Ehefrau - das spätsommerliche Wetter im Mutterstadter Wald genoss. Oliver Maas (Soprema Team TSV Mannheim/35:57 min) und Triathlet Thomas Schlohmann (TSG Maxdorf/36:16 min) komplettierten das Männer-Treppchen.
Ärztin distanziert Trailexpertin
Deutlich knapper ging es bei den Frauen zu. Lena Wirth nahm von Beginn an das Heft in die Hand. Die Halbmarathon-Spezialistin, die in diesem Jahr schon die 21,1 Kilometer in Heidelberg und beim SRH-Dämmermarathon mit persönlicher Bestzeit von 1:20,10 Stunden gewann, konnte aber Teamkollegin Aoife Quigly nicht abschütteln. Die Trailexpertin machte ordentlich Druck, allerdings konnte Wirth ihren knappen Vorsprung bis ins Ziel behaupten. In 38:15 Minuten gewann die Ärztin vor Quigly (38:19 Minuten) und Vorjahressiegerin Eirini Tsoupaki (39:09).
Keine schnelle, aber kurvenreiche Strecke
Über 500 Teilnehmer verbuchte die 24. Auflage des Mutterstadter Volkslaufes. Die Strecke durch den Mutterstadter Wald zählt nicht zu den schnellsten, „aber sie ist durch den Waldboden sehr gesund und gut für die Knochen“, sagte Michael Blum, Cheforganisator des veranstaltenden LTC Mutterstadt. „Sehr schön und kurvenreich“, so charakterisierte Sieger Balthesen die Strecke.
Rekordbeteiligung über 5,25-Kilometer-Distanz
Da aufgrund von Astbrüchen die Strecke teilweise verändert wurde, durften die Fünf-Kilometer-Läufer ein paar Meter mehr laufen. 5,25 Kilometer zeigte das GPS an. Yannik Hartmann (Soprema Team TSV Mannheim) gewann hier vor Stefan König (LT Rheinhessen-Pfalz) und Moritz Götten (TV im ASV Landau). Bei den Damen siegte Rebecca Hilgert (ABC Ludwigshafen) vor Saskia Helfenfinger-Jeck (Ludwigshafener Lauf-Club) und Tanja Alles. „Über fünf Kilometer hatten wir mit über 90 Teilnehmern eine Rekordbeteiligung“, sagte Blum.
Auch der Schülerlauf war mit fast 60 Nachwuchsläufern top besetzt. Doppelstarter Moritz Götten aus Landau siegte vor Noah Sandor (Ludwigshafener SV) und Kevin Schwarz (AS Sport). Liliana Schwarz (AS Sport) vor Elena Reinhard (LG MuLi) und Nila Lehmann hieß die Reihenfolge bei den Mädchen.
Im kommenden Jahr feiert der Mutterstadter Volkslauf am 20. September 25. Geburtstag. „Da muss ich mir etwas Besonderes einfallen lassen“, erklärte Blum augenzwinkernd.