Ludwigshafen
Südliche Innenstadt: Neue Grundschule gefordert
„Wir brauchen eine Grundschule in der Innenstadt. Diese ist in den nächsten drei bis fünf Jahren dringend erforderlich“, betonte Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) gegenüber den Ortsbeiräten. Dass es den Bedarf gebe, sei untersucht worden und bekannt, antwortete Heller damit gleich auf einen zur Sitzung am Dienstag eingereichten Antrag des „Grünen Forums Südliche Innenstadt“, in dem zunächst die Ermittlung des Bedarfs für eine Schule gefordert worden war.
Bald am Limit
Die Erich-Kästner-Grundschule im Westend komme in ein, zwei Jahren an die absolute Grenze mit 630 bis 640 Schülern. „Mehr geht nicht“, betonte Heller. Schon jetzt gilt die Erich-Kästner-Schule als größte Grundschule in Rheinland-Pfalz und hat nach Angaben des Bildungsministeriums mit über 90 Prozent den höchsten Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund.
Wie eine Stellungnahme der städtischen Bereiche Schule und Stadtentwicklung dazu einräumt, sei die vorhandene Kapazität der Erich-Kästner von 28 Klassen und sieben Zügen grundsätzlich für eine Grundschule zu groß. Doch die schulische Versorgung sei „voraussichtlich in den nächsten Jahren gewährleistet, auch wenn dabei provisorische Lösungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden könnten“. Insofern herrsche kein „unmittelbarer akuter Handlungsdruck zum Neubau einer Grundschule“.
Stadt setzt auf City West
Eine dauerhafte Lösung werde im Rahmen des Projekts Wohnungsbau „City West“ angestrebt. Hier werde ein Bedarf von zwei Zügen erwartet. Die Erich-Kästner-Schule solle um zwei Züge entlastet werden, so dass sich Bedarf für einen vierzügigen Neubau einer Grundschule ergeben könnte. Eine geeignete Fläche sei in der Stadtmitte nicht verfügbar, diese soll in der City West vorgehalten werden, die entlang der künftigen Helmut-Kohl-Allee entstehen soll, teilen die Fachbereiche mit.
Kritik an Provisorium
„Wenn ich Container hinstelle, werde ich die Erich-Kästner-Schule auch vergrößern“, kritisierte Heller den Hinweis auf „provisorische Lösungen“. „Wir sollten uns jetzt Gedanken machen und Provisorien vermeiden, die bekanntlich sehr langlebig sind“, meinte er. Der Neubau einer richtigen Grundschule mit vier Zügen werde so schnell wie möglich gebraucht, sagte der Ortsvorsteher. „Wir haben jetzt noch die Chance auf eine saubere Planung, ein Provisorium ist kein Ersatz“, gab ihm Jens Brückner vom Grünen Forum recht. Der Forderung des Ortsvorstehers stimmte anschließend der ganze Ortsbeirat zu. Ein Hauptproblem gibt es dabei aber nach wie vor: Für einen Schulneubau mit Schulhofgelände fehlt in der Innenstadt noch das notwendige große Grundstück.