Ludwigshafen
Nach Rottweiler-Angriff: Peta fordert verpflichtenden Hundeführerschein
Beim jüngsten Vorfall am Donnerstag in Mundenheim riss sich ein Rottweiler gegen 22 Uhr beim Spazierengehen von seiner Halterin los und verletzte den 17-Jährigen mit mehreren Bisswunden. Beim Eintreffen der Polizei attackierte der Hund auch einemn Beamten. Nur durch einen Schuss aus der Dienstwaffe seien weitere Angriffe des Vierbeiners verhindert worden. Der Hund überlebte den Schuss und wurde an den Vollzugsdienst übergeben. Ein Alkoholtest der 52-jährigen Hundehalterin ergab einen Wert von 1,8 Promille. Der 17-Jährige wurde in eine Klinik eingeliefert.
Häufig liege das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine, argumentiert Peta. Viele Halter könnten die Signale und die Körpersprache ihres Vierbeiners nicht richtig einschätzen. Somit sei die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier, sagt Peta-Fachreferentin Monic Moll. „Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden.“
Theoriekurs und Praxisseminar
Wie schon nach der Hunde-Attacke am 27. November in Ruchheim, als zwei junge Schäferhunde aus ihrer Box ausgebrochen waren, Haus und Garten verwüstet, Artgenossen sowie Menschen verletzt und ein Auto beschädigt hatten, verweist Peta auf eine repräsentative Umfrage vom August 2023, bei der sich 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen für einen verpflichtenden Hundeführerschein aussprechen.
Er sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule.
Als erstes Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – seit Juli 2013 ist der allgemeine Hundeführerschein dort verpflichtend.