Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Hallenbäder öffnen: Stadt will 20 Prozent Energie einsparen

Das Hallenbad Süd wird noch bis Ende September saniert.
Das Hallenbad Süd wird noch bis Ende September saniert.

In zwei Wochen endet im Freibad am Willersinnweiher die Saison. Die Hallenbäder in Oggersheim und Süd sollen im September im Energiesparmodus öffnen. Ein Bad allerdings nur unter Vorbehalt.

Das Freibad am Willersinnweiher ist nach Angaben der Stadtverwaltung noch bis einschließlich Mittwoch, 7. September, geöffnet und geht danach in die Winterpause. Ab Donnerstag, 8. September, steht Schwimmern das Hallenbad Oggersheim wieder zur Verfügung. Im Hallenbad Süd läuft aktuell noch eine Sanierung. Beckenkopf und Überlaufrinnen des Sportbeckens werden saniert. Aktuell rechnet die Verwaltung damit, das Hallenbad Süd ab Samstag, 24. September, öffnen zu können.

Bevor das Freibad in den Winterschlaf geht, bietet die Stadtverwaltung dort wieder am Samstag, 10. September, einen Schwimmtag für Hunde an. Das Hundeschwimmen kam im Vorjahr bei der Premiere gut an. Mit der Verlegung der Veranstaltung auf einen Samstag sollen dieses Jahr noch mehr Hundebesitzer angelockt werden.

Schulschwimmen und Kurse ermöglichen

Ob beide Hallenbäder den ganzen Winter über offen bleiben, ist noch unklar: „Im Zuge unserer Überlegungen, wie die Stadtverwaltung ihren Beitrag leisten kann, um Energie einzusparen, haben wir auch intensiv über unsere Hallenbäder diskutiert“, erklärt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine habe eben die bekannten Auswirkungen insbesondere auf die Gasversorgung, „und wir müssen uns als Kommunen vorausschauend auf die Herausforderungen des Herbsts einstellen“.

Im Freibad am Willersinnweiher dürfen nach dem Saisonende wieder Hunde planschen.
Im Freibad am Willersinnweiher dürfen nach dem Saisonende wieder Hunde planschen.

Dabei müsse sehr sorgfältig abgewogen werden, so Steinruck. „Wir haben uns jetzt entschlossen, die Hallenbäder zu öffnen, um vor allem den Bedarfen von Kindern beim Schulschwimmen und dem Ehrenamt Rechnung zu tragen. Gerade Kinder und Vereine haben schon aufgrund der Corona-Pandemie schwere Einschränkungen hinnehmen müssen“, meint die OB. „Je nachdem allerdings, wie sich die Versorgungslage entwickelt, kann es sein, dass wir zumindest das Hallenbad Süd schließen müssen. Wir möchten jedoch so lange wie möglich Schulschwimmen, Schwimmausbildungen von Vereinen sowie auch eigene Schwimmkurse ermöglichen“, betont Steinruck.

Zweiter Bauabschnitt

Die Badegäste müssen sich auf Einschränkungen gefasst machen: „Wir werden die Hallenbäder nicht öffnen, ohne Energie zu sparen. So werden wir in beiden Bädern die Wassertemperatur um zwei Grad Celsius auf 26 Grad Celsius absenken. Und auch die Raumtemperatur wird auf circa 26 Grad gesenkt“, erläutert Wolfgang Köllner, Abteilungsleiter Bäder. Er rechnet durch diese Maßnahmen mit Energieeinsparungen von etwa 20 Prozent.

Im Hallenbad Süd geht derzeit der zweite Bauabschnitt der Sanierung weitestgehend planmäßig über die Bühne, berichtet die Verwaltung. In der aktuellen Lage müsse aber im Hinblick beispielsweise auf Lieferzeiten zu jedem Zeitpunkt mit erheblichen Verzögerungen gerechnet werden.

Zuschussbetrieb Hallenbad

Ein Rückblick: Die Sanierung für rund 1,4 Millionen Euro hatte Anfang Mai 2021 begonnen. Im ersten Abschnitt wurden die Wärmebänke aus Waschbeton an den Außenwänden und dann die Fenster und die Stahl-Fassadenelemente entfernt. Die Neukonstruktion besteht aus Aluminium. Zudem wurden die Boden- und Wandfliesen in der Schwimmhalle getauscht. Am Nichtschwimmerbecken wurden zudem die Beckenköpfe erneuert.

Der Betrieb des Hallenbads Süd kostet die Stadt nach eigenen Angaben rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Darin enthalten sind rund 212.000 Euro für Energie und knapp 560.000 Euro Personalkosten. Gut 87.000 Schwimmer sind jährlich in dem Hallenbad zu Gast. Über den Ticketverkauf erzielt die Stadt Einnahmen in Höhe von 218.000 Euro.

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