Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Aldi, Görtz, Tagespflege und Wohnungen: „Win-Win-Strategie“ für Rheingönheim

Der erste Entwurf: Im linken Gebäude soll in Angrenzung an den TVR eine Aldi-Filiale im Erdgeschoss entstehen, die durch drei Et
Der erste Entwurf: Im linken Gebäude soll in Angrenzung an den TVR eine Aldi-Filiale im Erdgeschoss entstehen, die durch drei Etagen Wohnbebauung in den Obergeschossen ergänzt wird. Im rechten Gebäude soll im rückwärtigen Bereich des Erdgeschosses eine Tagespflege entstehen, im vorderen Bereich ein Café der Bäckerei Görtz. In den Obergeschossen sollen Wohnungen entstehen. Die Konzeption wurde mit dem Architekturbüro Rossmann und Partner, Karlsruhe, erarbeitet.

Eine wichtige Entscheidung für die Entwicklung Rheingönheims hat der Stadtrat am Montag in nicht-öffentlicher Sitzung getroffen: Auf dem städtischen Areal am Hohen Weg, derzeit vermietet und genutzt vom TVR, sollen künftig ein Nahversorger, Wohnungen, eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren und eine Bäckerei mit Café das Leben im südlichen Stadtteil bereichern. Ein Überblick.

Um das Vorhaben umzusetzen, wird auch der TV Rheingönheim eine Teilfläche aus eigenem Besitz einbringen. Über eine zweistufige Konzeptvergabe hat die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) daher Ideen von Projektentwicklern eingeholt. Nun können WEG und Verwaltung mit dem Erstplatzierten aus dem Verfahren, der Aldi Süd Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG, in konkrete Verhandlungen treten. Parallel dazu sollen Planungsdetails angepasst und weitere Untersuchungen mit dem Projektentwickler besprochen und auf den Weg gebracht werden.

„Entscheidender Schritt“

„Es ist ein entscheidender Schritt erreicht, um die zukunftsorientierte Entwicklung in Rheingönheim weiter zu stärken“, lobte Jutta Steinruck (parteilos) als Oberbürgermeisterin und WEG-Aufsichtsratsvorsitzende die von Stadt und Verein angestoßene „Win-Win-Strategie“. Mit dem Verkauf von städtischen und vereinseigenen Teilflächen werde es möglich, die Lebensqualität im Ortsteil zu verbessern und neue Angebote für die Bürger zu schaffen. „Zudem kann sich der Verein neu aufstellen.“

Im Vorfeld des Verfahrens wurden über den Ortsbeirat gewünschte Nutzungen für das insgesamt rund 7100 Quadratmeter große Areal benannt und mit den Ideen des Vereins für eine Neuausrichtung abgeglichen. Damit wurden städtebauliche und planerische Eckpunkte markiert.

„Wir sehen im Ort einen Bedarf an generationsübergreifendem Wohnen wie auch nach einer Tagespflegeeinrichtung für Senioren. Ergänzend wollen wir das Versorgungsangebot im Ortskern erweitern und festigen. Wir sind mit dem Ergebnis der Konzeptvergabe sehr zufrieden“, erklärte Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU). TVR-Vorsitzender Heinz Zengerle betonte: „Wir möchten im Stadtteil neue Angebote im Bereich Freizeitsport machen. Durch den Verkauf eines Teils unserer Grundstücksflächen können wir das finanzieren.“

Es gibt noch viel zu tun

Die Konzeptvergabe war unter Federführung der WEG sowie mit Unterstützung der Bereiche Stadtplanung/Immobilien ein intensiver Austausch mit der Ortspolitik und dem Verein vorausgegangen. „Es wurden städtebauliche und planungsrechtliche Vorgaben geklärt, Inhalte und Ablauf der Konzeptvergabe abgestimmt und ein Auswahlgremium benannt. Es setzte sich aus Fachbehörden der Verwaltung, TVR-Vertretern und dem Ortsvorsteher als Vertreter des Ortsbeirats zusammen“, erläuterte WEG-Geschäftsführer Klaus Dillinger das Prozedere und betonte: „Sollte mit dem Erstplatzierten keine Einigung erzielt werden können, sind wir mit dem Beschluss des Stadtrats autorisiert, mit dem Zweitplatzierten in Verhandlung zu treten.“ Wer das ist, teilte die Verwaltung nicht mit.

Die Planung aus einer anderen Perspektive.
Die Planung aus einer anderen Perspektive.

Bis das Projekt realisiert werden kann, gibt es noch viel zu tun. Zunächst muss die Verwaltung mit Aldi einen Kaufvertrag aushandeln, der den politischen Gremien vorgelegt wird. Dann muss Baurecht geschaffen werden. Aldi muss dafür Gutachten vorlegen, etwa zum Verkehr oder zum Lärmschutz. Das alles wird im Bebauungsplanverfahren untersucht. Bürger sollen daran beteiligt werden.

Am 23. Mai 2023 startete das Verfahren mit einem Exposé, das im Internet und im Amtsblatt einzusehen war. Bewerber konnten sich bei einem Auftakt-Kolloquium über Anforderungen und den Verfahrensablauf informieren. In der ersten Stufe der Konzeptvergabe mussten die Bewerber bestimmte formale Voraussetzungen und ihre Erfahrungen mit solchen Projekten nachweisen sowie eine erste Ideenskizze vorlegen. Das Auswahlgremium sichtete und bewertete das. Danach wurde den Bewerbern mitgeteilt, ob sie zur zweiten Stufe zugelassen sind.

In dieser waren detaillierte Ausarbeitungen gefordert, die von der Verwaltung geprüft wurden. Nach der Präsentation der Bewerber stimmte das Auswahlgremium über eine empfohlene Rangfolge der eingereichten Konzepte ab. Diese wurde dem Ortsbeirat in nicht-öffentlicher Sitzung am 31. Januar vorgestellt. Die einstimmig angenommene Rangfolge des Auswahlgremiums ist dem Stadtrat am 26. Februar in nicht-öffentlicher Sitzung zum Beschluss vorgelegt worden, um die Verwaltung zu legitimieren, die Verkaufsverhandlungen mit dem Sieger Aldi aufzunehmen.

Das ist konkret geplant

Die Bebauung im Umfeld Hoher Weg ist durch eine zwei- bis dreigeschossige Wohnbebauung (überwiegend mit Satteldächern) geprägt. Der Aldi-Entwurf reagiert darauf mit einem Gebäudeensemble, das aus zwei sich gegenüberliegenden Baukörpern mit „modern interpretiertem“ Satteldach besteht. Die Nutzungen sind aufgeteilt. Zum TVR liegt der Lebensmittelmarkt mit rund 1150 Quadratmetern Verkaufsfläche. Darauf aufgesetzt ist ein zweigeschossiger Baukörper mit ausgebautem Dach für generationsübergreifendes Wohnen.

In Richtung Reiterweg sind im Erdgeschoss eine Görtz-Bäckerei mit Café sowie eine Tagespflege für gut 20 Personen in zwei Gruppen vorgesehen. In den zwei Obergeschossen ist Betreutes Wohnen angedacht. Zwischen den beiden sich gegenüberliegenden Baukörpern sind Kundenparkplätze für die gewerbliche Nutzung sowie die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage angeordnet, die den Bewohnern vorbehalten ist. Die Zu- und Ausfahrt auf das Grundstück erfolgt von der L534 „Hoher Weg“ gegenüber der Zufahrt zum Park-and-Ride-Parkplatz hinter der Straßenbahnwendeschleife. Die Überfahrt zum Sportplatzgelände sowie zum Reiterweg bleibt erhalten. Für die künftige Nutzung des Sportplatzes sind noch weitere Parkplätze auf dem Areal von Aldi vorgesehen.

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