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Freitag, 20. April 2018 Drucken

Ludwigshafen

Hochstraße: Abriss betrifft viele BASF-Pendler

74 Prozent der BASF-Mitarbeiter kommen mit dem Auto zur Arbeit – Hochstraßen-Thematik stark diskutiert

Von Rebekka Sambale

Wichtiges Thema vor allem für Pendler: der geplante Abriss der Hochstraße Nord, die in die Kurt-Schumacher-Brücke übergeht.

Wichtiges Thema vor allem für Pendler: der geplante Abriss der Hochstraße Nord, die in die Kurt-Schumacher-Brücke übergeht. ( Foto: Stadt)

Wie viel Zeit verliere ich auf dem Weg zur Arbeit, wenn die Hochstraße Nord abgerissen wird? Das ist eine Frage, die neben Ludwigshafener Bürgern auch viele BASF-Pendler umtreibt. 78 Prozent der auto- oder motorradfahrenden Mitarbeiter gehen davon aus, stark von den Auswirkungen betroffen zu sein. Das ist ein Ergebnis der BASF-Mobilitätsumfrage.

Von den über 20.000 Anilinern, die bei der Umfrage mitgemacht haben, denken knapp 40 Prozent darüber nach, anlässlich des Hochstraßenabrisses auf ein anderes Verkehrsmittel umzusteigen. Das hat die BASF mitgeteilt. Die meisten davon, nämlich 77 Prozent, liebäugeln mit dem Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), 55 Prozent könnten sich einen Wechsel aufs Fahrrad vorstellen, neun Prozent ziehen Fahrgemeinschaften in Erwägung. Bei dieser Frage waren mehrere Antworten möglich. Relevant wird der Umstieg für die BASFler vor allem ab einer Staudauer von 30 Minuten. Derzeit ist das Auto noch das beliebteste Verkehrsmittel der Mitarbeiter: 74 Prozent der Befragten in Ludwigshafen kommen damit zur Arbeit – mit einberechnet sind Fahrgemeinschaften.

Vier Umfragen seit 1989

Im November und Dezember vergangenen Jahres waren rund 39.000 Mitarbeiter dazu aufgerufen, an der Befragung teilnehmen: alle, die zum Standort Ludwigshafen gehören. Darunter auch die Mitarbeiter von Tochtergesellschaften und die in Limburgerhof und Lampertheim. Die Umfrage hat die BASF gemeinsam mit der Hochschule Ludwigshafen umgesetzt. Gefragt wurde unter anderem, mit welchem Verkehrsmittel die Aniliner zur Arbeit kommen, wie zufrieden sie damit sind und welche alternativen Verkehrsangebote ihr Verhalten ändern könnten. Die erste Mobilitätsumfrage bei der BASF gab es im Jahr 1989, die letzte vor der aktuellen im Jahr 2009 und insgesamt bislang vier.

Im Vergleich zu vor neun Jahren habe sich die ÖPNV-Anbindung an die Wohnorte der Mitarbeiter verschlechtert, auch gebe es weniger Direktverbindungen zur BASF, heißt es von den Umfrageteilnehmern. „Wenn ein Mitarbeiter mehrfach umsteigen muss, nutzt er die Nahverkehrswege nicht“, hatte BASF-Standortleiter Michael Heinz bereits in einem Pressegespräch vor der Umfrage gesagt. Der Chemiekonzern hatte Ende Mai 2017 einen Vertrag für den S-Bahn-Anschluss des Werks unterzeichnet (wir berichteten). Aktuell sind zwölf Prozent der Aniliner mit dem ÖPNV auf dem Weg zur Arbeit.

Zu wenige und schlechte Radwege

Unter den Radfahrern (zwölf Prozent) sind einige mit den Radwegen unzufrieden. Davon gebe es zu wenige oder sie seien im schlechten Zustand, heißt es im Ergebnis der Umfrage. Der Anteil an Fahrgemeinschaften liegt bei 13 Prozent. Um solche zu organisieren, gibt es bei der BASF ein elektronisches Mitfahrer-Vermittlungsportal. Wonach wählen die BASF-Mitarbeiter ihr Verkehrsmittel aus? Vor allem kommt es auf die Fahrdauer und die Unabhängigkeit an, heißt es in den Antworten zur Mobilitätsumfrage.

Zu den Konsequenzen aus den Umfrage-Ergebnissen sagt Michael Heinz: „Wir möchten unsere Mitarbeiter dabei unterstützen, sich möglichst flexibel und effizient fortzubewegen. Klar ist aber auch, es wird nicht die eine Antwort auf die Herausforderungen und die vielen persönlichen Wünsche geben.“ Wichtig sei auch, Gewohnheiten anzupassen und für Kompromisse offen zu sein.

 

Bei der Umfrage ging es auch um die Fortbewegung innerhalb des Werks. Dazu könne BASF-intern über Verbesserungen gesprochen werden, sagt eine Unternehmenssprecherin. Außerdem führe die BASF regelmäßig Gespräche mit Kommunen, Verkehrsverbünden und der Metropolregion. Auch dabei werde es um die Ergebnisse gehen – in Zeiten der Hochstraßen-Thematik „umso intensiver“.

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