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Freitag, 18. Januar 2019 Drucken

Rhein-Pfalz-Kreis

Bolzplatz und mehr Licht, bitte

Schifferstadter Jugendliche diskutieren mit Stadtvertretern über Umgestaltung des Jugendtreffgeländes

Von Andreas Attinger

Derzeit lädt das Außengelände des Jugendtreffs in Schifferstadt nur wenig zum Verweilen und Spielen ein. Das soll sich ändern.

Derzeit lädt das Außengelände des Jugendtreffs in Schifferstadt nur wenig zum Verweilen und Spielen ein. Das soll sich ändern. ( Foto: Lenz)

Die Jugendlichen äußern während des Treffens bereits zahlreiche konkrete Ideen, neben einem Platz zum Kicken wollen sie einen Skatepark.

Die Jugendlichen äußern während des Treffens bereits zahlreiche konkrete Ideen, neben einem Platz zum Kicken wollen sie einen Skatepark. ( Foto: Lenz)

«Schifferstadt.» Kaputte Sitzbänke, fehlende Mülleimer, eine schlechte Beleuchtung und kein Bolzplatz: Auf dem Gelände des Schifferstadter Jugendtreffs im Neustückweg 1 liegt einiges im Argen. Bei einem Treffen mit Stadtvertretern und Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) haben Jugendliche am Mittwoch ihre Wünsche zur Neugestaltung des Außengeländes geäußert.

„Seit 15 Jahren komme ich hier her, wird Zeit, dass es mal schön wird“, sagt Ahmet Cifci. Der 26-Jährige ist einer von rund zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich zum Austausch mit Vertretern der Stadt im Jugendtreff eingefunden haben. „Wir wollen heute alle Wünsche sammeln, ohne euch einzugrenzen“, betont Schifferstadts Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne).

Die Jugendlichen haben konkrete Vorstellungen: Überdachte Sitzplätze im Freien, am besten solche, bei denen man sich auch gegenübersitzen kann, eine bessere Beleuchtung, ein Bolzplatz, eine Tischtennisplatte und einen neuen Skatepark wünschen sie sich. Für Letzteren setzen sich vor allem die drei Freunde Alex (14), Joshua (15) und Keanu (15) ein. „Der alte Skatepark ist ziemlich ranzig“, sagt Keanu. Die drei würden rund 200 Skater aus der Region kennen, die einen guten Skatepark hier unterstützen und nutzen würden. Und allein in Schifferstadt seien sie eine feste Gruppe von zirka zehn Skatern und BMXern. Derzeit müssen sie etwa nach Mannheim, Karlsruhe oder Speyer, „das ist oft sehr weit“, sagt Keanu. Alex nennt ein weiteres Problem: „Wir fahren viel auf der Straße, die Leute denken dann, wir machen alles kaputt und beschweren sich über die Lautstärke. Wir wollen aber niemanden stören.“ Umso wichtiger sei ein guter Skatepark am Jugendtreff. Wie der aussehen könnte, haben sie bereits mit einer Computerskizze visualisiert, die sie zum Treffen mitbringen. Volk schlägt zudem einen gemeinsamen Besichtigungstermin der Plätze in der Region vor, um Gestaltungsideen zu sammeln.

„Neben Skaten ist bei den Jugendlichen auch Fußball immer sehr gefragt“, betont Jugendtreffleiterin Pia Burckhart. Damit spricht sie den Jugendlichen aus dem Herzen, die sich einen neuen Bolzplatz wünschen. „Es wäre schön, wenn man auf dem Feld beispielsweise ein Basketballfeld und Volleyballnetze integriert“, schlägt Patrick Münz einen Multifunktionsplatz vor. Der 25-Jährige ist Teil der Jugendinitiative zur Umgestaltung des Jugendtreffs.

„Wir wollen hier etwas verändern“, sagt Münz. Deshalb sei er auf CDU-Mitglied Patrick Poss und Volk zugegangen. Am 12. November 2018 stellte die CDU schließlich einen Prüfantrag auf „Aufwertung des Außengeländes unseres Jugendtreffs“, den Poss nun um die gesammelten Ideen ergänzen will.

Insgesamt steht laut Burckhart eine Fläche von zirka 40 auf 60 bis 80 Meter zur Umgestaltung bereit. „Ich möchte auch hervorheben, dass das Jugendtreffgelände seit der Einführung von freiem WLAN 2017 sehr gut genutzt wird“, freut sie sich über die gute Entwicklung und macht damit auch die Notwendigkeit von Veränderungen deutlich.

Den Jugendlichen geht es bei all dem aber nicht nur um bessere Spielmöglichkeiten, auch die mangelnde Beleuchtung ist ihnen ein Dorn im Auge. „Vor allem in den Wintermonaten fehlt Licht“, sagt Münz. Die Jugendlichen sind sich einig, dass eine bessere Beleuchtung auch das Sicherheitsgefühl erhöhen würde, vor allem abends. Denn mehr Licht führe auch dazu, dass mehr Jugendliche kommen. „Ganz wichtig ist, dass der Platz immer zugänglich bleibt und nicht abgeschlossen wird“, ergänzt Münz. Und zum Thema Alkohol sagt er: „Wenn Heranwachsende hier um 22 Uhr mal ein Bier trinken, gehört das auch zu unserer Gesellschaft.“

Bürgermeisterin Volk spricht schließlich das Thema Mülleimer an, die auf dem Gelände fehlen. „Das ist aber nicht nur eine Besonderheit vom Jugendtreff, sondern in ganz Schifferstadt ein Problem“, entgegnen ihr die Jugendlichen. „Wir sind uns also einig, wir brauchen Mülleimer“, macht Volk sogleich Nägel mit Köpfen. Die wurden auch bei einem anderen Punkt gemacht: „Die zwei kaputten Sitzbänke werden auf jeden Fall ersetzt, das ist bereits beschlossen.“

Die Bürgermeisterin will das Treffen im Jugendtreff als Auftakt verstanden wissen. Heute gehe es darum, Ideen zu sammeln. „Dann müssen wir natürlich prüfen, wie viel Geld zur Verfügung steht und was realisierbar ist“, spricht sie offen mit den Anwesenden. „Die Verwaltung hat auch schon Sponsoren angeschrieben, wir müssen zudem nach Unternehmen suchen, die uns unterstützen.“ Die Jugendlichen haben sich ebenfalls Gedanken über die Finanzierung gemacht, schlagen beispielsweise einen Förderantrag beim DFB für den Bolzplatz vor. Generell sind sich alle einig, dass Qualität bei der Umgestaltung wichtig ist, um eine Langlebigkeit zu garantieren. „Wenn etwas wertig ist, wird es von den Jugendlichen genutzt und gepflegt“, berichtet Burckhart.

Ehe sich die Beteiligten zum Abschluss der rund einstündigen Diskussion gemeinsam ein Bild vom Außengelände machen, sammelt Volk E-Mail-Adressen ein, um den Termin fürs nächste Treffen festzulegen. „Dann sprechen wir darüber, was wie umgesetzt werden kann.“

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