Landau
Nach verheerendem Erdbeben: Landau hilft Haiti
Der 14. Spendenlauf für Haiti wird aller Voraussicht nach trotz oder vielmehr wegen der dramatischen Entwicklungen im Land wie geplant stattfinden. Das berichtet Martina Wittmer von der Lebensmission für Haiti, die den jährlichen Spendenlauf gemeinsam mit der Evangelischen Allianz Landau organisiert. „Alle unsere Mitarbeiter, Kinder und 54 Studenten vor Ort sind unversehrt“, sagt sie.
Nur wenige Wochen vor dem Lauf am 12. September wurde das Land von gleich zwei schweren Naturkatastrophen getroffen. Am vergangenen Wochenende zerstörte ein Erdbeben der Stärke 7,2 großflächige Gebiete im Südwesten des Inselstaats. Drei Tage später behinderte der Tropensturm Grace durch Starkregenfälle und Überflutungen die Rettungs- und Aufräumarbeiten. Die Zahl der bestätigten Toten ist derweil auf über 2000 angestiegen, Tausende weitere Menschen sind verletzt.
2010 gab es 200 000 Tote
Die Szenen erinnern an das schwere Erdbeben im Jahr 2010. Damals hatte ein Beben der Stärke 7,0 landesweit mehr als 200.000 Todesopfer gefordert. Besonders betroffen war die Region um Haitis Hauptstadt Port-au-Prince. Dieses Mal hätte das Beben dort keine Schäden angerichtet, erklärt Wittmer. Die traumatisierten Hauptstadtbewohner hätten am Wochenende dennoch aus Angst vor einstürzenden Häusern auf den Straßen übernachtet.
Die Stadt Gonaïves, wo sich das Kinderdorf der Lebensmission befindet, ist vom Epizentrum des Erdbebens mehrere Hundert Kilometer entfernt. Von den Auswirkungen des Tropensturms sei das Kinderdorf allerdings mitbetroffen, berichtet Wittmer. Häuser in der direkten Nachbarschaft seien komplett geflutet, die Straße vor dem Eingangstor des Dorfes zeitweise nicht passierbar.
Die richtigen Helfer auswählen
Was wird unter diesen Umständen aus den Plänen, den Spendenlauf erstmalig auch vor Ort im Kinderdorf zu veranstalten? Hier gibt Wittmer Entwarnung: Zum jetzigen Zeitpunkt gehe man nicht davon aus, dass der Sturm den Spendenlauf vor Ort verhindern werde.
Wer akut helfen wolle, könne sich seriösen lokalen Hilfsorganisationen anschließen, sagt Wittmer. „Effektive Hilfe braucht gute Koordination.“ Bei Geldspenden seien Organisationen zu bevorzugen, die schon lange vor Ort tätig sind, damit die Gelder nicht in den falschen Taschen verschwänden. „Als Soforthilfe empfehlen wir langjährig aktive medizinische Organisationen, zum Beispiel die Hero Foundation oder Ärzte ohne Grenzen Haiti“.
„Wir helfen beim Wiederaufbau“
Die Lebensmission habe sich außerdem mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern sie selbst Soforthilfe leisten könne. Das Team in Gonaïves sei vom Erdbebengebiet zu weit entfernt, um unter den schwierigen infrastrukturellen Gegebenheiten personelle Hilfe bei der Erstversorgung zu leisten. „Wir unterstützen ein haitianisches Ärzteteam, das in der betroffenen Kleinstadt Baradère Verwundete versorgt, indem wir für medizinische Materialien aufkommen“, erklärt Wittmer. Langfristig werde sich die Organisation am Wiederaufbau beteiligen. Dieser könne allerdings erst nach der medizinischen Erstversorgung beginnen.
„Es schmerzt, mitzuerleben, wie dieses schöne Land immer und immer wieder gebeutelt wird“, sagt Wittmer. „Die Lebensmission geht schon seit über 45 Jahren Seite an Seite mit Haiti durch solche Krisen. Wir werden das Land auch durch diese hindurch begleiten.“
Info
Unter www.haiti-lauf.de kann man Sponsor für die Kinder werden oder sich selbst für den Lauf im Goethepark anmelden.