Thaleischweiler-Fröschen RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsbürgermeisterwahl: Daniela Stauch oder Patrick Sema könnten Peifer herausfordern

Daniela Stauch ist neuen Vorsitzende der Verbandsgemeinde-SPD Thaleischweiler-Wallhalben. Sie setzte sich gegen Patrick Sema dur
Daniela Stauch ist neuen Vorsitzende der Verbandsgemeinde-SPD Thaleischweiler-Wallhalben. Sie setzte sich gegen Patrick Sema durch, der dann zum erstem Stellvertreter gewählt wurde. Das Vorstandstrio komplettiert der bisherige Gemeindeverbandsvorsitzende Jörg Juner als zweiter Stellvertreter (von links).

Mit Gegenkandidaten kennt sich Daniela Stauch aus. 2019 musste sie drei Wahlgänge absolvieren, um schließlich per Los erste Beigeordnete von Rieschweiler-Mühlbach zu werden. Drei Durchgänge waren am Dienstagabend in der Saalstadter Festhalle nicht notwendig, um zur neuen Vorsitzenden des SPD-Gemeindeverbandes Thaleischweiler-Wallhalben gewählt zu werden. Einen weiteren Kandidaten gab es aber trotzdem.

Auf den Stimmzetteln standen bereits zwei Namen: Daniela Stauch und Patrick Sema. Ja, nein, Enthaltung lauteten die Alternativen hinter beiden Namen, die wohl als Wahlzettel für die Wahl zum ersten und zweiten Vorsitzenden gedacht waren. Doch gleich zum Auftakt konnten die 34 Delegierten zwischen zwei Kandidaten wählen. Beide, Stauch und der in Schauerberg wohnende Sema, erklärten ihre Bereitschaft, den Vorsitz des 195 Mitglieder zählenden Gemeindeverbandes zu übernehmen.

Dass die Posten nicht schon im Vorfeld untereinander verteilt worden waren, hatte sich schon daran gezeigt, dass der bisherige Vorstand keinen gemeinsamen Wahlvorschlag für die Vorstandsämter gemacht hatte. Der bisherige Gemeindeverbandsvorsitzende Jörg Juner schlug Daniela Stauch vor, aus dem Plenum wurde Patrick Sema vorgeschlagen. Stauch setzte sich mit 26 zu acht Stimmen gegen Sema durch. „Ihr seht, es ist hier nichts vorbesprochen, alles ist frei“, sagte Juner, der nach sechs Jahren an der Spitze des Gemeindeverbandes sein Amt abgab. „Kein Problem, wir verstehen uns sehr gut“, sagten nach der Sitzung Stauch und Sema zur Kampfkandidatur.

Stauch selbst schlug Sema als ihren Stellvertreter vor. 33 der 34 Delegierten sagten ja, eine Nein-Stimme gab es. Als zweiten stellvertretenden Vorsitzenden schlug Stauch Juner vor. Der bisherige Vorsitzende hatte angekündigt, die Arbeit des Vorstands weiter unterstützen zu wollen. Mit 32 Ja-Stimmen, bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung signalisierten die Delegierten, dass sie die Erfahrung Juners im Gemeindeverbandsvorstand weiter haben möchten.

Dass einer der beiden Neuen an der SPD-Spitze wahrscheinlich Herausforderer von Amtsinhaber Thomas Pfeifer (CDU) bei der kommenden Verbandsbürgermeisterwahl sein könnte, deutete Juner an. „Aber entschieden wird hierüber heute noch nicht. Das entscheiden wir bei einer ganz eigenen Wahl“, unterstrich Juner. Wer am Ende kandidiert, das solle man aus der Wahl zum Gemeindeverbandsvorsitzenden nicht ableiten. Aber die Neuwahlen seien eine Weichenstellung, unterstrich Juner.

Blumen für die Dame, Bier für den Herrn

Für seine Nachfolger hatte Juner Blumen für die Dame und Bier für deren Herausforderer mitgebracht. „Die Daniela hätte das Bier auch genommen“, stellte der SPD-Landtagsabgeordnete Alexander Fuhr, der die Wahl leitete, schmunzelnd fest.

Der bisherige Vorstand hatte den Weg an der Vorstandsspitze für ein jüngeres Führungsduo freigemacht, um auch einer Entwicklung im SPD-Gemeindeverband Rechnung zu tragen. Im Wahljahr 2019 konnte der Gemeindeverband zehn neue Mitglieder hinzugewinnen. „Alles jüngere Mitglieder“, freute sich Juner und ergänzte: „Wir freuen uns natürlich auch, wenn wir ältere neue Mitglieder gewinnen.“

Menschen in der Verbandsgemeinde für die SPD zu begeistern wird jetzt eine der Aufgaben von Stauch und Sema. Dass junge Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen, auch bereit seien, hier viel Arbeit zu investieren, hob der SPD-Kreisvorsitzende Peter Spitzer hervor.

Neue Mitglieder gewinnen, mehr Frauen für die politische Arbeit begeistern, „das wird eine Aufgabe sein, der wir uns intensiv widmen werden“, sagten Stauch und Sema auf Nachfrage. Den Ortsvereinen hier jede mögliche Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, „das ist uns wichtig. Wir wollen auch klar das Signal senden, egal wie groß ein Ortsverein ist, jeder ist wichtig“, sagte Stauch. Präsenz zeigen sei dafür entscheidend. Er habe damit als Vereinsvorsitzender gute Erfahrungen gemacht, sagte Sema, der Vorsitzender des TC Herschberg ist. Der Verein sei quasi fast nicht mehr existent gewesen. Es wurden neue Mitglieder gewonnen, das Vereinsleben belebt.

In Zeiten der Corona-Pandemie sei es schwierig, bei Festen und Veranstaltungen in der Verbandsgemeinde präsent zu sein, aber auch das haben sich die beiden als „sehr wichtig“ auf die Agenda geschrieben. Stauch wird auch die Fraktionsarbeit genau im Auge haben. Man habe bewusst einen schriftlichen Koalitionsvertrag ausgehandelt, mit eigenem Geschäftsbereich für die Beigeordneten. Es gehe auch darum, immer wieder zu überprüfen, ob die Vereinbarungen eingehalten werden.

Verbandsbürgermeister, Landtag und Bundestag

Mit Blick auf die Corona-Pandemie, die in puncto Hygiene Anforderungen an die Versammlung stellte – unter anderem wurde auf den sonst nach Neuwahlen üblichen Personalwechsel am Vorstandstisch verzichtet- wies Juner drauf hin, sich bei allen Reden kurz zu fassen. Tat er selbst und verzichtete auf einen ausführlichen Rechenschaftsbericht. Trotz Kommunalwahlkampf ist die Gemeindeverbandskasse so gefüllt, dass auch die bevorstehenden Wahlkämpfe bestritten werden können. Denn nächstes Jahr sind Landtagswahlen, Bundestagswahlen und vielleicht auch schon die Verbandsbürgermeisterwahl. Die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner, der Dahner Landtagsabgeordnete Alexander Fuhr und die Zweibrücker Landtagskandidatin Rebecca Wendel stimmten die Delegierten schon mal auf arbeitsreiche Zeiten als Wahlkämpfer ein.

Der neue Vorstand

Die neue Vorsitzende Daniela Stauch ist 31 Jahre alt, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Rieschweiler-Mühlbach, Mitglied im Orts- und Verbandsgemeinderat und als erste Beigeordnete von Rieschweiler-Mühlbach die Stellvertreterin von Bürgermeister Peter Roschy. Sie ist Büroleiterin der SPD-Bundestagsabgeordneten Angelika Glöckner.

Patrick SemaIhr Stellvertreter Patrick Sema ist 34 Jahre alt, Verbandsgemeinderatsmitglied und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Herschberg. In Herschberg war er Gemeinderatsmitglied. Mittlerweile lebt der Groß- und Außenhandelskaufmann in Schauerberg.

Außerdem gewähltzweiter stellv. Vorsitzender

Jörg Juner (Weselberg)

Kassenwart

Lothar Schäfer (Wallhalben)

Schriftführer

Pascal Wiebrecht (Winterbach)

Beisitzer

Gernot Gebhardt (Höheischweiler), Rainer Burmeister, Hermann Schütt, Gerhard Weis (alle Thaleischweiler-Fröschen), Christof Schwarz (Maßweiler), Hubert Scheerer (Wallhaben), Harald Ziel (Nünschweiler), Lydia Westrich (Herschberg) und Peter Schneider (Weselberg)

Kassenprüfer

Heiko Bauer (Thaleischweiler-Fröschen) und Rudi Fuchs (Höhfröschen)add

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