Kommentar
Klinikschließung Annweiler: Ruder selbst in die Hand genommen
Die Gesundheitsbranche steht schon seit Jahren unter einem enormen Druck. Die Kliniken landauf, landab ächzen unter chronischer Unterfinanzierung und einem immer erdrückenderen Verwaltungsballast. Wie man es vom Markt kennt: Die Kleinen haben das Nachsehen, nur die Großen können sich behaupten. Dieses Schicksal trifft jetzt auch das Klinikum Annweiler, das als kleinster der drei Standorte des Verbundkrankenhauses Landau – SÜW geschlossen werden soll.
Vielmehr: Die beiden kommunalen Träger wollen sich nicht ihrem Schicksal ergeben, sondern sie sind selbst tätig geworden, bevor die Finanzlage sie dazu zwingt. Bereits seit acht Jahren suchen sie hinter verschlossenen Türen eine Antwort. Das Umstrukturierungskonzept ist schlüssig. Mitarbeiter und Patienten müssen nicht bluten, und das Gesamtkrankenhaus behält wirtschaftlich Oberwasser.
Klar ist, eine Krankenhausschließung ist ein gewaltiger Einschnitt – nicht nur medizinisch, sondern auch emotional für die Menschen vor Ort. Aber das Ende für den Standort Annweiler kann auch der Anfang für etwas sein, das möglicherweise sogar die ärztlichen und pflegerischen Bedürfnisse dort besser erfüllt. Wenn aus dem Klinikum ein vielfältiges Gesundheitszentrum wird, wäre damit mehr Menschen gedient als mit einer riesigen Immobilie für durchschnittlich 37 Patienten.
