Billigheim-Ingenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Campingplätze in der Südpfalz nach der Corona-Pause: Der Gaskocher ist zurück

Der Campingplatz in Ingenheim ist fast bis auf den letzten Platz ausgebucht.
Der Campingplatz in Ingenheim ist fast bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Seit Anfang vergangener Woche darf in Rheinland-Pfalz wieder campiert werden. Deshalb hat auch der Campingplatz in Ingenheim seine Pforten wieder geöffnet. Der Andrang ist enorm. Der Toilettengang ist jedoch etwas komplizierter als in Nicht-Corona-Zeiten.

Ein lauer Morgen im Mai: Leichter Wind streicht durch die Bäume, die das Ufer des Klingbachs säumen. Direkt nebenan befindet sich das Gelände des Ingenheimer Campingplatzes. Auch dort herrscht Ruhe – obwohl der Platz praktisch bis auf den letzten Winkel besetzt ist. Die Corona-Pause für Camper ist in Rheinland-Pfalz seit Anfang vergangener Woche vorbei. Doch wie wirkt sich die Entscheidung des Landes in der Realität aus?

Campingplatz-Chef Marcus Wirth ist glücklich. Er habe in diesem Jahr viel Zeit gehabt, alle nötigen Vorbereitungen zu treffen und den Platz für die Saison auf Vordermann zu bringen. „Aber irgendwann war dann alles fertig, und man hätte gerne Gäste empfangen.“ Mit Beginn des Aprils hätte man ursprünglich öffnen wollen, über Ostern wäre der Platz komplett ausgebucht gewesen. „Das mussten wir alles stornieren“, so der 58-Jährige. Daher sei es umso erfreulicher, dass der Platz direkt in der ersten Woche über Christi Himmelfahrt nahezu voll besetzt sei.

Platz nun „coronasicher“

Normaler Regelbetrieb herrscht aber selbstverständlich noch nicht. Vor der Wiedereröffnung haben Wirth und sein Team den Platz entsprechend der Vorgaben „coronasicher“ gemacht. Schilder, die auf die gängigen Hygieneregeln und Vorsichtsmaßnahmen hinweisen, sind etwa im Anmeldebüro, an den einzelnen Stellplätzen oder an den Spülbecken auf dem Campingplatz angebracht. Hier ist jedes zweite Waschbecken abgeklebt, damit die nötigen Abstände problemlos eingehalten werden können. Die restlichen sanitären Anlagen sind bis voraussichtlich 10. Juni weiterhin geschlossen.

Diesbezüglich warte man auf die genauen Vorgaben, um auch hier den Betrieb wieder ordnungsgemäß aufnehmen zu können, erklärt der Campingplatzmanager. Dieser Umstand bringt eine der größten Einschränkungen mit sich. Campen ist nämlich vorerst nur mit eigenem Sanitärbereich gestattet, heißt, die Gäste müssen ihr Bad mitbringen. „Die Fahrzeuge müssen autark sein“, erklärt Wirth. Das habe man über die Homepage kommuniziert. Einige Camper hätten daraufhin zwar absagen müssen, die freigewordenen Plätze seien aber im Handumdrehen wieder vergeben gewesen, sagt Wirth.

„Leute sind hier, um zu vergessen“

Zudem habe er die Camper darauf hingewiesen, dass das oftmals typische abendliche Zusammensitzen in Gruppen nicht wie gewohnt möglich sei. Abstand halten, das ist auf dem Campingplatz in Ingenheim nicht allzu schwer. Die Wege sind breit, die einzelnen Parzellen mit rund hundert Quadratmetern komfortabel, sich aus dem Weg zu gehen, erscheint vielerorts deutlich schwieriger. Wichtig sei es ihm in erster Linie, dezent auf die Regeln und Gebote hinzuweisen. „Ich will es auch nicht übertreiben, die Leute sind hier, um das Ganze etwas zu vergessen.“

Natürlich sind auch die Gäste überglücklich, wieder campen zu können. „Es ist ein großartiges Gefühl, wir sind dankbar, wieder hier sein zu können“, sagen Roland und Susanne Schmitt, die nicht zum ersten Mal im Klingbachtal sind. Die Hygienemaßnahmen empfänden sie nicht als Belastung, eine kleine Einschränkung sei allenfalls der geschlossene Sanitärbereich, aber auch damit könne man gut leben, so die Schmitts. „Wir haben auch das Gefühl, dass die Besucher die Regeln einhalten.“ Sie selbst sind Stammgäste, nutzen den Campingplatz gerne als Anlaufstelle, um in der Südpfalz wandern zu gehen oder Radtouren zu machen. Ebenfalls glücklich über die Öffnung des Campingplatzes ist Immo Wündisch, Mitbetreiber von Brankas Bistro auf dem angrenzenden Schwimmbadgelände. Die Campinggäste hätten teilweise schon direkt für mehrere Tage Tische reserviert.

Positiver Blick in die Zukunft

Alles in allem sei der verspätete Einstand in die Campingsaison reibungslos gelungen. „Ich war angenehm überrascht, wie gut das alles funktioniert hat“, sagt Wirth. Die Gäste nähmen die Regelungen bestens an, das Feedback sei überwiegend positiv. Auch deshalb blickt der Betriebsleiter mit Zuversicht auf den weiteren Verlauf des Sommers. „Ich bin optimistisch, dass wir da gut rauskommen.“ Über Pfingsten jedenfalls werde der Platz ähnlich stark frequentiert sein wie über Himmelfahrt.

Besucher freuen sich darüber, sich endlich wieder freier bewegen zu dürfen.
Besucher freuen sich darüber, sich endlich wieder freier bewegen zu dürfen.
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