Landau / Herxheim
Autohaus Zotz gibt Niederlassung in Herxheim auf: Tankstelle bleibt
Wer des Öfteren zwischen Herxheim und Rülzheim unterwegs ist, dem wird es vermutlich schon aufgefallen sein: Das Gebäude von Autohaus Zotz in Herxheim steht leer. Der Grund: Das Traditionsunternehmen will seine Kräfte am Stammsitz im Landauer Horst konzentrieren, wie Geschäftsführerin Sabine Anslinger im Gespräch mit der RHEINPFALZ erklärt. Gemeinsam mit ihrer Schwester führt sie in der dritten Generation das Autohaus, das vor allem die Marken VW und Audi vertreibt. Aber wie geht es jetzt mit dem Firmengelände in Herxheim weiter?
Es gebe dafür noch kein Konzept, sagt Anslinger. Sie würde das Erdgeschoss des Gebäudes aber gerne verpachten. Die gut frequentierte Selbstbedienungstankstelle werde bestehen bleiben. Wegen der Aufgabe der Niederlassung habe es keinen Stellenabbau gegeben. Die Mitarbeiter aus Herxheim seien nach Landau gewechselt. „Wir würden nie eine Fachkraft gehen lassen. Wir brauchen sie unbedingt“, so die Unternehmerin.
Autohaus 1934 in Landau gegründet
1965 war die Dependance von Zotz in Herxheim eröffnet worden. „Meine Eltern waren damals auf Expansionskurs. Zu dieser Zeit waren auch die rund zehn Kilometer Entfernung zwischen Herxheim und Landau für Kunden viel aufwendiger zu überbrücken als heute“, sagt Anslinger. Inzwischen habe das Landauer Stammhaus Kunden im Umkreis von 40 Kilometern.
Die Geschichte des Autohauses begann 1934 in Landau. Sabine Anslingers Großvater Albert Zotz gründete eine Opel-Vertretung im Stadtzentrum. Später zog das Unternehmen in die Landauer Zeppelinstraße um, eröffnete zudem noch eine Niederlassung in der Hainbachstraße – und vertrieb von nun an Volkswagen. In der Zeppelinstraße, erzählt Anslinger, seien ihre Eltern in das Geschäft eingestiegen. Als Kind sei sie oft auf dem Betriebsgelände unterwegs gewesen.
2000 Fahrzeuge pro Jahr verkauft
1972 wagten Anslingers Eltern dann den nächsten Schritt. Sie gaben die bisherigen Standorte in Landau auf und kauften ein 20.000 Quadratmeter großes Gelände im Horst. Dort errichteten sie die brandneue Firmenzentrale. Inzwischen beschäftigt das Autohaus 133 Mitarbeiter. Auszubildende für die Werkstatt seien jederzeit willkommen, betont die Geschäftsführerin, nach deren Angaben das Unternehmen im letzten Jahr trotz der Coronakrise rund 42 Millionen Euro umgesetzt und etwa 2000 Neu- und Gebrauchtwagen verkauft hat.
Trotzdem waren die vergangenen zwei Jahre für das Autohaus Zotz wie auch für viele andere Betriebe wegen der Pandemie keine einfachen. Sabine Anslinger und ihre Mitarbeiter haben die Zeit allerdings genutzt, um das Unternehmen für die kommenden 20 Jahre fit zu machen. Dafür hat das Unternehmen vier Millionen Euro investiert. Alle Verkabelungen wurden erneuert, die Leuchten in den Betriebsgebäuden auf LED-Technik umgestellt, das Dach wurde mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet.
Neue Lackiererei, neues Reifenlager
Das Unternehmen hat zudem ein zusätzliches Gebäude gebaut für die neue Lackiererei mit sechs zusätzlichen Arbeitsplätzen. Dort werden nicht nur Unfallwagen repariert, Kunden können auch ihre Felgen nach eigenen Vorstellungen farblich gestalten lassen. Hinzugekommen ist auch ein neues Hochregal, in das 3000 Räder eingelagert werden können. Übrigens: Wer seine Reifen beim Autohaus Zotz wechseln lässt, das über 40 Hebebühnen verfügt, der fährt nun automatisch über einen Sensor, der das Reifenprofil und die Achsenstellung des Fahrzeugs überprüft.
Sabine Anslinger ist sich derweil sicher, dass sich die Elektromobilität durchsetzen wird. Deshalb möchte sie weitere Schnellladestationen auf dem Firmengelände im Horst errichten lassen. Bei Volkswagen seien inzwischen 40 Prozent aller verkauften Neuwagen Stromer.