Hefersweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Kita „Nesthocker“ benötigt mehr Platz

In der Kita „Nesthocker“ können in drei Gruppen bis zu 65 Kinder betreut werden.
In der Kita »Nesthocker« können in drei Gruppen bis zu 65 Kinder betreut werden.

Zu viele Kinder, zu wenig Platz. Die Kita „Nesthocker“ stößt so langsam an ihre Kapazitätsgrenze. Die Gemeinde lässt derzeit Möglichkeiten ausloten, wie mehr Platz geschaffen werden kann. Bis es so weit ist, könnte eine Gruppe an einem anderen Ort betreut werden. Entschieden ist aber noch nichts.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen im Landkreis steigt seit mehreren Jahren. Die im Nordkreis gegründete Elterninitiative „Wir brauchen einen Kita-Platz“ hat auf diesen Umstand vor einigen Wochen noch einmal hingewiesen. Auch in Hefersweiler besteht das Problem, dass die freien Plätze langsam knapp werden, sodass bauliche Veränderungen an und in der Kita „Nesthocker“ unvermeidlich sind. „Es besteht Handlungsbedarf“, sagt Ortsbürgermeister Bernd Degen. Aufgrund von sich ständig ändernden Vorschriften sei die Weiterentwicklung schwierig gewesen, jetzt komme aber „alles ins Laufen“, schildert der Ortsbürgermeister. Von einem Architekten werden derzeit im Zuge einer Machbarkeitsstudie mehrere Varianten ausgearbeitet, wie die Kita räumlich weiterentwickelt werden kann – sei es durch einen An- oder auch einen Neubau. Die Ergebnisse sollen bereits Ende April vorliegen.

Die Kita, diese befindet sich in Trägerschaft der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, wird von Kindern aus Einöllen, Hefersweiler, Nußbach, Reipoltskirchen und Relsberg besucht. In drei Gruppen können bis zu 65 Kinder betreut werden. Dass etwas passieren muss, zeigte sich zuletzt noch einmal bei einer Begehung mit dem Landesjugendamt, das die Situation als „sehr unbefriedigend“ bezeichnet habe. „Es muss dringend etwas passieren, und wir werden auch was machen. Sollte es keine Lösung geben, wird das Angebot im bestehenden Gebäude nach den Sommerferien reduziert.“ Heißt: Es sei möglich, dass Kinder dann nur noch zwischen 7 und 12 sowie von 14 bis 16 Uhr betreut werden könnten. Alternativ könnte auch die „Gesamtkapazität merklich eingeschränkt werden“, was für Eltern die Suche nach Betreuungsangeboten weiter verschärfen würde. Degen betont, die Einschränkungen seien „nicht wünschenswert“.

Ausweichquartier besichtigt

Um Abhilfe zu schaffen, habe das Landesjugendamt mit dem Kreis-Jugendamt und Vertretern der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein ein Ausweichquartier besichtigt. Aktuell wird geprüft, ob die Pfarrscheune in Einöllen – diese hat zwei Räume sowie moderne Sanitäranlagen – als Übergangslösung in Frage kommt, um dort eine Gruppe so lange zu betreuen, bis die notwendigen Baumaßnahmen in Hefersweiler über die Bühne sind. Die Ertüchtigung der Kita sowie deren Erhalt sei wichtig für die Zukunft des Ortes, sagt Degen. Diese Woche sei die Lüftungsanlage geliefert worden, der Einbau solle bald erfolgen.

Auf die Frage, ob es sinnvoll sei, die Anlage mit Blick auf die möglichen Arbeiten am und im Gebäude einzubauen, erklärt Degen, dass bei einem Neubau von einem Zeitfenster von mindestens vier bis fünf Jahren auszugehen sei. Bei einem Anbau geht Degen von einer Dauer von mindestens drei Jahren aus. Zudem sei bei den vier möglichen Varianten „kein kompletter Abriss“ des Gebäudes geplant. Die Anschaffung der Lüftungsanlage wurde bezuschusst. Sollte es erneut zu einer coronaähnlichen Situation kommen und der Einbau sei nicht erfolgt, müssten wieder regelmäßig die Fenster geöffnet werden – obwohl die Anlagen vorhanden seien.

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