Kusel
Stichwahl zwischen Hartloff und Steuer um Amt des Kuseler Bürgermeisters
In Kusel wird in drei Wochen noch einmal gewählt: Für das Amt des Stadtbürgermeisters gibt es eine Stichwahl zwischen Jochen Hartloff (SPD), der 43 Prozent der Stimmen erhalten hat, und Eckhard Steuer (Grüne), 35,5 Prozent. Der Parteilose Volker Arning erhielt 21,5 Prozent.
Der Unterlegene strahlte am meisten: Volker Arning, der für die FWG als Parteiloser ins Rennen gegangen war, war überglücklich: „Ich mache erst seit drei Wochen Politik und habe über 20 Prozent geholt“, sagte er stolz. Man habe von Anfang an nicht auf Sieg gesetzt und eine Stichwahl erzwingen wollen – das sei gelungen. Jetzt müsse man das Ergebnis der Stadtratswahl abwarten: „Wenn die FWG nur einen Sitz bekommt, bin ich drin.“ Er sei zwar mit Leib und Seele Unternehmer, doch er lasse Freunde nicht im Regen stehen, meinte er mit Blick auf die Freien Wähler. Er habe Kusel viel zu verdanken: „Wenn Kusel ruft, bin ich da“, versprach er.
Wahlkampf beim Altstadtfest?
Für kurz vor 20 Uhr war das Ergebnis der Stadtbürgermeisterwahl vorhergesagt, doch es sollte viel später werden. Zur angegebenen Zeit fand sich Jochen Hartloff im Büro von Verbandsbürgermeister und Wahlleiter Stefan Spitzer ein, wo gespannt auf die Zahlen aus den sieben Kuseler Wahlbezirken gewartet wurde. Schon bei den ersten Ergebnissen zeichnete sich ab: Es gibt eine Stichwahl zwischen dem SPD-Granden und dem Kandidaten der Grünen. Hartloffs erste Frage galt der Wahlbeteiligung – sie lag bei 59,2 Prozent. Und mit dem SPD-Gemeindeverbandsvorsitzenden Horst Flesch wurde die Europawahl thematisiert: „15 Prozent für uns, das tut richtig weh“, gab jener zu.
Hartloff berichtete von seinen Erfahrungen im Haustürwahlkampf, wo er oft gehört habe: „Ich gehe überhaupt nicht mehr zur Wahl.“ Auf die Frage, was er jetzt tut bis zur Stichwahl am 16. Juni, wusste der alte Kämpe: „Das wird richtig schwer, Leute dafür zu interessieren. Da gehen noch weniger wählen.“ Weil dazwischen noch das Altstadtfest liegt, riet ihm Flesch: „Da kann man gut Werbung machen.“
Daheim fast verzweifelt
„Ich bin daheim vorm Fernseher fast verzweifelt“, schilderte Eckhard Steuer seine Gemütslage ob der ausbleibenden Wahlergebnisse. Also machte auch er sich auf ins Rathaus. „Jetzt haben die Kuseler die Wahl zwischen zwei Ur-Kuselern“, sagte er zu seinem Mitbewerber Jochen Hartloff. Er habe im Vorfeld mit fast allen Varianten gerechnet, eine Stichwahl zwischen ihm und Hartloff sei die wahrscheinlichste gewesen. Den Wahlkampf fand er gut, auch die Entscheidung, auf Wahlplakate und damit Müll zu verzichten, werde beibehalten. „Ich stehe zu meinem Wort“, versprach Steuer.