Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Seniorenresidenz Haus Josef ist bezugsfertig

Freuen sich auf die Eröffnung: Manfred Jahn und Heike Lenhardt hoffen darauf, dass die Cafeteria zum zentralen Treffpunkt wird.
Freuen sich auf die Eröffnung: Manfred Jahn und Heike Lenhardt hoffen darauf, dass die Cafeteria zum zentralen Treffpunkt wird.

Ein neues Domizil für Senioren wird am Sonntag in Ramstein-Miesenbach eröffnet: Das Haus Josef bietet Platz für 94 betagte Menschen. Welche Rolle Heilige, Kinder und eine auch für Außenstehende offene Cafeteria in dem Konzept der Einrichtung spielen, verrät der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Manfred Jahn.

Im Haus Josef, der neuen Seniorenresidenz in Ramstein-Miesenbach, riecht es in diesen Tagen, kurz vor der offiziellen Eröffnung, nach frischer Farbe. Auf den breiten Fluren sind Arbeiter und Mitarbeiter damit beschäftigt, Kisten und Kartons, Geschirrwagen und Verbandskästen, Computer und Möbel an ihren richtigen Platz zu verfrachten. Schließlich soll am Montag nach dem zweiten Advent, wenn die ersten Bewohner einziehen, alles perfekt sein.

93 Zimmer

Eineinhalb Jahre Bauzeit waren nötig, um das Seniorenheim in der Marktstraße bezugsfertig hinzustellen. Errichtet wurde es für rund 17 Millionen Euro von der Römerhaus Bauträger GmbH aus Schifferstadt. Bereits vor Baubeginn seien alle 93 Zimmer des Hauses an private Investoren verkauft worden, berichtet Michael Straub, Römerhaus-Geschäftsführer. Zwischen 178.677 und 225.946 Euro kostete der Erwerb eines 57 bis 73 Quadratmeter großen Anteils am gesamten Gebäude in Ramstein-Miesenbach. Im Preis enthalten sind ein rund 25 Quadratmeter großes und möbliertes Seniorenzimmer sowie Anteile an den gemeinschaftlich genutzten Räumen. Die Eigentümergemeinschaft vermietet das Gebäude wiederum für zunächst 20 Jahre an den Betreiber der Einrichtung, in diesem Fall das Unternehmen RH Senioren-Residenzen. Der Betreiber trage die Nebenkosten und kümmere sich um die Belegung der Zimmer. Jeder Eigentümer erhalte jedoch immer seinen Anteil aus der Gesamtmiete, egal ob „sein“ Zimmer gerade bewohnt werde oder nicht, erläutert Straub.

In dieser Woche wurde nun die Verantwortung für das Haus Josef an den RH-Geschäftsführer, Manfred Jahn, und die Einrichtungsleiterin, Heike Lenhardt, übergeben. Bis Ende des Jahres bezögen bereits 20 bis 25 Bewohner ihre Räume, die sich auf drei Stockwerke verteilen, berichtet Jahn. „Die Anfrage ist hier in Ramstein sensationell.“ Bürgermeister Ralf Hechler mache viel Werbung für das Haus, die Zusammenarbeit mit der Stadt laufe sehr gut. „Aber wir brauchen natürlich auch das Personal“, erläutert er, warum die Seniorenresidenz nicht von Beginn an voll belegt werden könne.

Täglich wird frisch gekocht

Qualifizierte Altenpfleger zu finden, ist vielfach nicht einfach. Jahn hingegen berichtet von ausreichenden Bewerbungen. Rund 35 Vollzeitstellen in der Pflege seien nötig, wenn alle 94 Betten belegt seien. Die genaue Zahl hänge vom Pflegegrad der Bewohner ab – je pflegebedürftiger die Menschen sind, desto mehr Kräfte müssen sich um sie kümmern.

Zu dem Pflegepersonal kommen noch Hauswirtschafter, Mitarbeiter für Verwaltung, sozialen Dienst, Küche und für die Reinigung, sodass etwa 70 Personen eine Voll- oder Teilzeitstelle in der Einrichtung finden werden.

Ganz besonderen Wert legt das Unternehmen darauf, dass in allen seinen Häusern täglich frisch vor Ort gekocht wird. Aus baulichen Gründen befindet sich die Küche in Ramstein zwar im Keller, direkt unter der großzügig gestalteten Cafeteria, ihre Lage sage jedoch nichts über ihre zentrale Bedeutung aus. „Es ist unser Wunsch, dass, wer mobil ist, zum Essen in die Cafeteria kommt“, sagt Jahn. Das bringe zum einen die Bewohner in Bewegung und zum anderen Leben ins Haus.

Warten auf Bewohner: 91 voll eingerichtete Einzel- und zwei Doppelzimmer stehen in Ramstein-Miesenbach zur Verfügung. Wer aber e
Warten auf Bewohner: 91 voll eingerichtete Einzel- und zwei Doppelzimmer stehen in Ramstein-Miesenbach zur Verfügung. Wer aber eigenes Mobiliar mitbringen möchte, kann dies tun.

Auch externe Essensgäste seien willkommen. Wolle jemand regelmäßig mit den Senioren speisen, wäre eine vorherige Anmeldung natürlich wünschenswert, um die Planung zu erleichtern. Aber auch wer sich spontan entschließe, im Haus Josef mittags einzukehren, müsse nicht hungrig bleiben. Ungefähr 200 Essen könne die Küche jeden Tag kochen, verweist Jahn auf die Kapazität, die es erlaube, eventuell auch Kindertagesstätten (Kitas) oder Grundschulen mitzuversorgen.

Für Bewohner, die den Weg in die Cafeteria nicht mehr bewältigen könnten oder keine Lust auf die große Gemeinschaft hätten, stünden auf jeder Etage Gemeinschaftsräume zur Verfügung, in denen das Essen ebenso serviert werden könne wie in den Zimmern, teilt der Geschäftsführer mit.

Zusammenführen der Generationen

Kooperationen strebe die Einrichtung mit Kitas, Kirchen und Vereinen an, sagt Jahn. Er ist davon überzeugt, dass das Zusammenführen der Generationen, zum Beispiel bei gemeinsamen Spielenachmittagen, wichtig ist. Auch Besuchshunde könnten zum Einsatz kommen. „Mit Kindern und Tieren können Sie die Bewohner beglücken.“

Eine eigene, behütete Demenzabteilung werde es in der Seniorenresidenz nicht geben, sehr wohl aber einen Wohnbereich für dementiell Erkrankte, sagt Jahn. Um allen Bewohnern, Besuchern und Mitarbeitern die Orientierung in dem u-förmigen Bau zu erleichtern, ist jedem Stockwerk eine eigene Farbe und ein eigener Heiliger zugeordnet. Wegweiser, Vorhänge und Stuhlkissen sind im Erdgeschoss etwa in Grün gehalten, eine Etage höher in Gelb, die Heiligenfiguren finden sich an allen Zimmerschildern wieder.

Auch nach außen offen: Die Cafeteria (rechts unten) stellt nicht nur über die großen Glasfronten den Bezug nach draußen her, auc
Auch nach außen offen: Die Cafeteria (rechts unten) stellt nicht nur über die großen Glasfronten den Bezug nach draußen her, auch externe Essensgäste sind mittags willkommen.

Nach einem Heiligen, Josef, ist das Haus auch benannt. Den Anstoß dazu hat Bürgermeister Hechler gegeben. Er fand den ursprünglich vom Betreiber vorgesehenen Namen Andreas nicht passend, da er nichts mit Ramstein-Miesenbach zu tun habe. Den Heiligen Josef hingegen habe Hans Paque, von dem in der Einrichtung viele in Ramstein aufgenommene Fotografien hängen und auf dessen ehemaligem Grund und Boden die Seniorenresidenz gebaut wurde, verehrt. „Er war sein großes Glaubensvorbild und so schließt sich nun der Kreis, das finde ich gut“, freut Hechler sich, dass seinem Vorschlag gefolgt wurde.

Hinweis

  • Die Seniorenresidenz Haus Josef in der Marktstraße 1 in Ramstein-Miesenbach wird am Sonntag, 4. Dezember, mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Von 10 bis 17 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, die neue Einrichtung kennenzulernen.
  • Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rh-senioren-residenzen.de.

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