Bann / Queidersbach RHEINPFALZ Plus Artikel Pfarrer Helmut Pflanz feiert 65. Priesterjubiläum

Der 90-jährige Pfarrer Helmut Pflanz feiert das seltene Eiserne Priesterjubiläum.
Der 90-jährige Pfarrer Helmut Pflanz feiert das seltene Eiserne Priesterjubiläum.

Er ist ein Pfälzer, durch und durch. Auch wenn er seine erste Stelle als Kaplan im saarländischen Lautzkirchen hatte. Am Sonntag begeht Pfarrer Helmut Pflanz sein Eisernes Priesterjubiläum. Dazu lädt die Pfarrei Heiliger Franz von Assisi in Queidersbach um 10.30 Uhr zu einem Festgottesdienst in die Pfarrkirche ein.

„Außer ein paar Mängelchen geht es mir ganz gut“, sagt der 90-jährige Seelsorger im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Aus seinem Weihejahrgang mit 17 Priesteramtskandidaten vor 65 Jahren haben mit ihm nur noch zwei überlebt. Seit 2001 hat sich der Pfarrer aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Dienst zurückgezogen.

Helmut Pflanz stammt aus Oggersheim. In der Pfarrei Queidersbach, wo er seinen Wohnsitz von Bann im vergangenen Jahr nach Horbach verlagert hat, fühlt er sich wohl. Er mag die frische Luft und geht gerne spazieren. In Pirmasens, Speyer, Weilerbach, Contwig, Horbach, in Ramstein und zuletzt in der Pfarrei St. Konrad in Kaiserslautern war er als Seelsorger den Menschen zugetan. „Gefallen hat es mir überall.“ Eine besondere Aufgabe hat man dem Pfarrer von Ramstein 1986 als Dekan des Dekanats Kaiserslautern übertragen.

Trauergottesdienst zum Flugtagsunglück

Tief in sein Gedächtnis eingeprägt hat sich die Flugzeugkatastrophe im August 1988 auf dem Flugfeld in Ramstein. Als Augenzeuge hat er das Unglück, damals Pfarrer der Pfarrei St. Nikolaus in Ramstein, hautnah miterlebt. Er hat den weltweit übertragenen Trauergottesdienst übernommen und sich als Seelsorger den Hinterbliebenen gewidmet.

Ungebrochen ist seine freundschaftliche Beziehung zu den amerikanischen Streitkräften. Als Verbindungsgeistlicher der Diözese Speyer zu den US-Streitkräften war er für Menschen jeder Nationalität seelsorgerisch tätig und auf vielen amerikanischen Veranstaltungen zu Gast. Für seinen seelsorgerischen Beitrag und seine freundschaftlichen Kontakte zur Völkerverständigung konnte Pflanz 2017 die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz entgegennehmen, ebenso eine Auszeichnung der Atlantischen Akademie und des Deutsch-Amerikanischen und Internationalen Frauenclubs (DAIFC). Auch wenn er auf dem Gymnasium nur Latein und Französisch als Fremdsprachen gelernt hat, seine Predigten vor Amerikanern hat er in Englisch gehalten.

Die vielen Kirchenaustritte bedrücken ihn

Nicht entgangen ist Helmut Pflanz, dass die Begeisterung der Katholiken für ihre Kirche nachgelassen hat. In den ersten Jahrzehnten seiner aktiven Zeit als Pfarrer seien die Sonntagsgottesdienste noch sehr gut besucht gewesen. „Zwischenzeitlich werden es immer weniger“, bedauert er. „Die Menschen finden in der Kirche nicht mehr das, was sie suchen. Das bedrückt mich.“ Die Ursachen hierfür seien vielschichtig, verweist er neben dem sexuellen Missbrauch durch Priester auf notwendige Reformen in der katholischen Kirche. „Probleme werden von einigen Bischöfen und vom Papst nicht ernst genommen.“ Gleichwohl würde er seinen Beruf als Seelsorger heute wieder wählen. „Weil der Glaube etwas zu sagen hat.“

Auch mit 90 hat Helmut Pflanz noch Pläne. Reisen möchte er. 4000er, die er einmal bestiegen hat, sind zwar nicht mehr drin. Doch einen Urlaub in den Bergen kann er sich gut vorstellen. „Am liebsten in Tirol, in Vorarlberg oder in der Schweiz.“

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