Queidersbach
„Pfälzers Höllen- und Himmelfahrt“ kommt auf die Naturbühne Am Falkenstein
Rajko Schäfer, der Vorsitzende des Vereins Naturbühne Falkenstein, erklärt am Rande des musikalischen Geschehens, warum es so wichtig ist, Übungen zur Stärkung der Stimme durchzuführen. Schließlich wollen die Schauspieler bei ihren geplanten Auftritten auf der ganzen Lichtung gut zu hören sein. Wichtig ist das allemal. Denn auf der Bühne mitten im Wald wird nach der coronabedingten Unterbrechung des Spielbetriebs bald wieder allerhand aktives Theaterleben einkehren. Gezeigt wird „Pfälzers Höllen- und Himmelfahrt“.
Die Bühne wird seit einigen Jahren wieder genutzt. Die Brüder Rajko und Niklas Schäfer hatten zusammen mit einer Freundin die Idee, diese natürliche Kulisse, die schon früher als Naturbühne diente, nach längerer Zeit wieder für Theater-Aufführungen herzurichten. „Wir sind mit der Geschichte der Naturbühne aufgewachsen, und es war schon länger unser Traum, die lange unbespielte Bühne wieder zum Leben zu erwecken“, erläutert Mitbegründer und zweiter Vorsitzender, Niklas Schäfer.
Wie in der ersten Saison
Schon ab 1928 wurde hier im Wald Theater gespielt, bis der Zweite Weltkrieg weitere Aufführungen verhinderte und im Jahr 1940 die letzte Vorstellung stattfand. Danach fiel die Naturbühne inmitten der reizvollen Kulisse fast 80 Jahre lang in einen Dornröschenschlaf. Aber auch ein solcher geht irgendwann zu Ende. In diesem Fall waren es die beiden Brüder Schäfer, die das Bühnenleben zurückholten.
Nachdem das weitläufige Gelände wieder hergerichtet worden war, konnte 2018 eine erste Saison gespielt werden. Damals wie heute war es das Stück „Pfälzers Höllen- und Himmelfahrt“ des bekannten Pfälzer Mundartdichters Paul Münch (1879 bis 1951). 2019 ging es ebenso erfolgreich mit einer zweiten Spielzeit weiter. „Pfälzer im Schlaraffenland“ wurde gespielt – erneut also ein Stück von Paul Münch. Doch dann kam Corona und vereitelte erst einmal weitere Pläne. „Weil sich in der Zeit viel verändert hat, haben wir beschlossen, ,Pfälzers Höllen- und Himmelfahrt’ mit nun größtenteils neuer Besetzung noch einmal aufzuführen“, berichtet Niklas Schäfer.
Schorsch und Philipp wollen fliehen
Beim Zusammentreffen im Wald wird nicht nur die Stimme trainiert, sondern konkret der dritte und finale Akt des Pfälzer Stücks geprobt. Die gerade gespielte Szene erinnert fast an das gängige Bild des Abendmahls: Acht Männer sind um einen (Stamm-)Tisch herum versammelt und stoßen miteinander an. So irdisch die Szene auch wirkt, so spielt sie dennoch eigentlich im Himmel, wo zwei Pfälzer sich zusammengetan und nun etliche Engel um sich geschart haben. Den Text haben die Laiendarsteller schon gut drauf.
Noch spielen die Akteure in Alltagskleidung. Bei der Aufführung wird das natürlich anders aussehen. So kommt etwa der berühmte Franz von Sickingen (gespielt von Frederik Lehnhardt) im Pfälzer Stück vor. Er wird bei den offiziellen Aufführungen in einem „echten“ Rittergewand daherkommen.
Die Handlung ist in ihren Grundzügen launig und typisch pfälzisch. Es geht um den Hutmachersohn Schorsch aus Kusel (Darsteller: Niklas Schäfer), der in der Hölle gelandet ist und dort seinen Leidensgenossen Philipp von Speyer (Rajko Schäfer) trifft. Gemeinsam beschließen sie, in den Himmel zu fliehen. Aber: Wird sich das Himmelstor für die beiden öffnen? Diese Frage wird im Laufe des Abends geklärt, wobei die Besucher während des Stücks noch allerlei über Pfälzer Zusammenhalt und Frohsinn erfahren.
Info
Spieltermine für „Pfälzers Höllen- und Himmelfahrt“: 19. August, 19 Uhr, und 20. August, 16 Uhr. Weitere Informationen zu den folgenden Terminen und Reservierungen gibt es im Internet auf www.naturbuehne-am-falkenstein.de. Der Eintritt beträgt 8 Euro (ermäßigt 5 Euro). Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Beginn. Die Zufahrt erfolgt über den Sportplatz Queidersbach (wird ausgeschildert).